WorldCat – Wie geht das?

Ein Tutorial mit Screencasts

Inzwischen gibt es bereits viele Recherchemöglichkeiten im Internet (z.B. mit den traditionellen Web-Suchmaschinen, über Google Scholar, Google Books, Buchhändler Amazon etc.). Bevor ich jedoch in einer Gesamtschau ein Urteil über die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme fälle, hoffe ich in den nächsten Tagen und Wochen (Osterfeiertage!) jene Zeit zu finden, um diese verschiedenen Möglichkeiten ihren Potentialen auszuloten und hier auf diesen Seiten darüber zu berichten. Ich beginne heute hier diese geplante Serie von Rezensionen mit WorldCat.

Nach dem gestrigen allgemein gehaltenen Beitrag WorldCat – Was ist das? möchte ich nun zeigen, wie mit WorldCat gearbeitet werden kann. Ich habe zwar im obigen Artikel bereits zwei Literaturstellen angegeben, doch beschreiben diese Artikel vor allem das Arbeiten mit WorldCat aus bibliografischer Sicht. Sie konzentrieren sich daher vor allem auf dem Rechercheprozess selbst und werden z.T. dann auch sehr speziell: Wie kann die Suche verfeinert werden? Welche Sortier- und Ausgabemöglichkeiten der Trefferliste gibt es? usw.

Im nachfolgendem Tutorial versuche ich einen Überblick von einer anderen Perspektive zu geben. Ich verschiebe meinen Fokus von der Recherche in und mit WorldCat auf die Integration von WorldCat in den ForscherInnenalltag. Das Ziel dabei ist es dabei, den Forschungsprozess möglichst produktiv und effektiv zu gestalten. Fragen, die mich beispielsweise interessieren sind:

  • Wenn ich in meiner Recherche ein brauchbares Ergebnis erhalten habe, was mache ich damit?
  • Mit welchen Werkzeugen kann ich die Ergebnisse wie weiter verarbeiten?
  • Wie sollte ich meine Arbeitsweise ändern, damit ich WorldCat optimal nutzen kann?

1. Eine erste Übung zum Aufwärmen

Für das Verständnis von WorldCat ist es wichtig zu verstehen, dass der prototypische Fall die Suche nach einem Medienobjekt ist, das von einer nahe gelegenen Bibliothek ausgeliehen werden kann. Deswegen findet man als Synonym für WorldCat häufig auch: Find in a Library.

Geben Sie in das WorldCat-Suchfeld auf meiner Homepage links unten den Suchbegriff „The Library of Babel“ ein – mit oder ohne Anführungszeichen, das ist für diese erste Übung mal egal. Klicken Sie dann auf die Schaltfläche WorldCat. Sie sollten in Ihrem Browser nach kurzer Zeit eine Ergebnisliste im WorldCat Katalog sehen. Was zeigt dieses Beispiel: Sie können WorldCat sofort verwenden, ohne irgendwelche Verpflichtungen. Sie müssen sich für eine erste grobe Recherche nicht einmal bei WorldCat anmelden.

2. Finden Sie ein Buch in einer Bibliothek in Ihrer Nähe

Der nachfolgende kurze Video zeigt Ihnen, wie Sie aus der Trefferliste zu einem Bestandsnachweis in einer Bibliothek in Ihrer Nähe kommen.

3. WorldCat meets Library 2.0

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch einige Details im Umgang mit WorldCat zeigen. Sie sollen dabei sehen, wie Sie WorldCat sowohl für Ihre individuelle Forschungsarbeit nutzen können, aber wie Sie Ihre Gedanken und Wissen auch mit anderen NutzerInnen teilen können. Leider ist auf WorldCat noch nicht viel los, bzw. verschwinden die bisher relativ wenigen Einträge bezogen auf die riesige Datenmenge. Auch wenn es in WorldCat einige Ansätze gibt, ist es noch meilenweit davon entfernt ein gutes Beispiel von Social Software darzustellen. Trotzdem: Die Möglichkeiten sind interessant:

  • Sie können in Ihrem Browser automatisch ein Lesezeichen von der betreffenden Seite abspeichern.
  • Sie können die Seite bei Ihrem bevorzugten Social Bookmarker (del.icio.us, Furl, Etc.) eintragen.
  • Sie können einen permanenten Link von der Seite generieren, wobei URL auch das gerade ausgewählte Detail erfasst (Bibliotheken, Einzelheiten, Ausgaben, Rezensionen)
  • Sie können Bewertungen vornehmen, Rezensionen, Kommentare und Inhaltsverzeichnisse eintragen
  • Vor allem aber können Sie die biografische Information in einem Format Ihrer Wahl in verschiedenen Varianten für die Weiterverarbeitung exportieren.
  • Sie können Ihre Recherche-Ergebnissen in Listen abspeichern und haben damit die Möglichkeit ganze Literaturverzeichnisse über WorldCat verwalten zu können. (Sorry, diese wichtige Funktion habe ich vergessen im nachfolgenden screencast vorzuzeigen.)

Um die vollen Schreibrechte im Sinne von Web2.0 (= Mitmach-Web) ausnützen zu können, müssen Sie sich jedoch vorher einen (kostenlosen) Account bei WorldCat.org anlegen. Ich erwähne im nachfolgenden Screencast auch Zotero. Falls Sie nicht wissen, was Zotero ist und wozu man es braucht, dann lesen Sie meinen Beitrag auf diesem Weblog oder gehen Sie am Besten gleich direkt auf die Zotero-Seite und schauen sich die dortigen Screencasts an. (Die sind weit besser und professioneller gemacht, als die von mir erstellten. Sorry, ich bin noch ungeübt; habe aber trotzdem den Eindruck, dass sie mehr und besser erklären als lange Textstücke.)

Um die Details besser sehen zu können, musste ich für diesen Screencast den Bildschirmausschnitt größer wählen, als es in YouTube üblich ist. Weil YouTube nochmals komprimiert – und damit die Qualität verschlechert – biete ich die große Datei (15 MB) direkt hier auf meiner eigenen Website an.

Video IconWorldCat als Library 2.0 (mov, 15.1 MB, 4:48 min) oder auch als QuickTime Download. Dazu brauchen Sie allerdings auf Ihrem Rechner den QuickTime Player, den Sie sich kostenlose von der Apple-Seite runterladen können (linke Hälfte der Seite, nicht die rechte Seite = kostenpflichtiger Upgrade).

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