Netbook Projekt – 2. Phase beginnt

Ende Februar haben wir die erste Phase der wissenschaftlichen Begleitung des vom bm:ukk durchgeführten Netbook-Projekts beendet. Es ging dabei in erster Linie um die Bestellung, Lieferung und Adaptierung der Geräte für die Schulen sowie um die Erstellung eines Forschungsdesigns. Das Projekt tritt nun in die zweite Phase der Datenerhebung. – Zeit für eine kleine Zusammenfassung der Zwischenergebnisse.

Es sind vor allem zwei Aspekte, die sich aus meiner Sicht bereits in dieser ersten Phase als wichtig heraus gestellt haben und auf die wir dementsprechend reagiert haben:

  1. Im Vergleich zu der als erfolgreich eingeschätzten Einführung von
    Notebooks vor mehr als 10 Jahren: Was ist bei Netbooks anders, worauf
    soll die wissenschaftliche Begleitung ihre Aufmerksamkeit richten?
  2. Unsere wissenschaftliche Begleitung hat leider erst mit dem ersten Kontakt Informationsseminar des bm:ukk an interessierten Schulen begonnen. Zu diesen Zeitpunkt war bereits einer der wichtigsten Vorentscheidung gefallen: Wie und mit welcher Ausstattung (Hardware, Software + UMTS-Vertrag) kommen die Netbooks in die Schulen?

ad 1: Forschungsfrage

Aus einer Analyse der Unterschiede zwischen Notebooks und Netbooks entwickelten wir die Lifestyle-These und das Motto: „It’s not  a netbook, it’s a  life style“ (Siehe auch unseren eigens eingerichteten Website zum Austausch von Netbook-Projekt Erfahrungen.)

Aus dieser These ergaben sich eine ganze Reihe methodologischer Fragestellungen, die wir im Sinne der Akteurs-Netzwerk Theorie (ANT) beantworteten; woraus wir auch ein empirisches Forschungsdesign entwickelten. (Siehe dazu den dazugehörigen Weblog-Eintrag Erste praktische Erfahrungen mit ANT, sowie meine Internet Lesereise.)

Im Anhang zu diesem Beitrag finden Sie sowohl das Konzept zur wissenschaftlichen Begleitung als auch die sich gegenseitig ergänzenden Foliensätze von der OECD-Tagung und dem darauf folgenden Workshop.

ad 2: Educational Governance

Ohne hier ins Detail zu gehen, hat sich gezeigt, dass in diesem bildungspolitischen Steuerungsprozess, der mit der Einführung von Netbooks in den Unterricht verbunden ist, eine Reihe von Punkten zu beachten ist. Exemplarisch sei hier erwähnt die Koordinierung der verschiedenen Bereiche im Unterrichtsministerium – wo sich erst im Zuge unseres auf berufsbildende Schulen konzentrierten Projekts herausgestellt hat – dass auch in anderen Schultypen ähnliche Projekte angelaufen sind. Auch die arbeits- und zeitintensive Initiative seitens des Ministeriums ein Package („Bundle“) aus Hard- und Software sowie Netzanbindung auszuhandeln erwies sich im Nachhinein als nicht optimal, weil damit die vielen unterschiedlichen Bedingungen an den Schulen nicht Rechnung getragen werden konnte.

Besonders bedauernswert für unser Projekt jedoch war es, dass wir die „Motivationsgespräche“ von Lehrer/-innen mit den Eltern – die die Netbooks ja für ihre Kinder kaufen sollten – aus zeitlichen Gründen von uns nicht begleitet bzw. mitverfolgt werden konnten. Gerade aber dieser Aspekt hebt das österreichische Netbook-Projekt aus internationaler Sicht von vielen anderen Projekten heraus: Die Netbooks werden von den Eltern im Form einer Kaufmiete erworben und sind daher Eigentum der Schüler/-innen. Damit ist nicht  1-to-1 Computing nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause, auf dem Schulweg und in der Freizeit möglich.

Im Anhang finden Sie erste theoretische Überlegungen zum Konzept von Educational Governance im Kontext des Netbooks-Projekt und der ANT sowie die erstmalige Veröffentlichung von Ergebnissen zweier Fokusgruppen-Sitzungen mit Lehrer/-innen aus Netbook-Schulen sowohl zu didaktischen Erfahrungen als auch zum Einführungsprozess der Netbooks.

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