Didaktische Theorie virtueller Lernarrangements

Von links nach rechts: Ich; Prof. Dr. Martin Reckenfelderbäumer, Rektor der wissenschaftlichen Hochschule Lahr; Prof. Dr. Michael Klebl, Prorektor, Leiter des Institut für Fernstudium in der Weiterbildung (IFW); Mag. Verena Liszt, wissenschaftliche Mitarbeiterin des IFW; Prof. Dr. Norbert Seel

Von links nach rechts: Ich; Prof. Dr. Martin Reckenfelderbäumer, Rektor der wissenschaftlichen Hochschule Lahr; Prof. Dr. Michael Klebl, Prorektor, Leiter des Institut für Fernstudium in der Weiterbildung (IFW); Mag. Verena Liszt, wissenschaftliche Mitarbeiterin des IFW; Prof. Dr. Norbert Seel. (Foto: Heike Bartel)

Vorige Woche hielt ich über Einladung der AKAD Unternehmensgruppe in Stuttgart einen Vortrag. Anlass war die Gründung das Instituts für Fernstudium in der Weiterbildung (IFW). Das IFW ist organisatorisch an der WHL Wissenschaftliche Hochschule Lahr angesiedelt, hat seinen Standort in der Stuttgarter Zentrale und gehört zu der Franz Cornelsen Bildungsholding, in der auch der Cornelsen-Verlag integriert ist.

Ein Treffen unter Kollegen

Leiter dieses Instituts ist mein Kollege und Freund Professor Dr. Michael Klebl, den ich im Rahmen einer Berufungskommission, gleich nach seiner Promotion an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt als Juniorprofessor an die FernUniversität in Hagen holte. Das war Jänner 2006, inzwischen ist Michael Prorektor für Lehre an der WHL und Inhaber des dortigen Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik.

Schön war es auch, dass ich – nach über 15 Jahren – auch Professor Norbert M Seel wieder getroffen habe, der – so wie ich – zu einem Eröffnungsvortrag eingeladen wurde. Herr Seel leitete bis September 2012 die Abteilung ‚Lernforschung und Instructional Design‘ des Instituts für Erziehungswissenschaft und war gleichzeitig Institutsleiter. Er war, als ich mich 1996 – damals noch Assistent an der Uni Klagenfurt – laufend auf Professuren beworben hatte, Vorsitzender einer Berufungskommission in Dresden. Es ist damals nichts aus der Professur geworden. Ich vermute auch deswegen, weil Herr Seel damals noch sehr stark psychologistisch/statistisch ausgerichtet war. Es war daher für mich eine ganz besondere Freude, als ich merkte, dass wir uns inhaltlich sehr stark angenähert hatten. Herr Seel sich heute eher als „breit aufgestellten“ Bildungswissenschaftler und nicht mehr als eng forschenden statistischen Psychologen. Unser Zusammentreffen – nach all den langen Jahren – war sehr freundschaftlich und wir haben vereinbart, dass wir (obwohl Herr Seel nun in den USA lebt) unseren Kontakt nun intensivieren wollen.

Eine theoretische Tour de Force

Norbert Seel und ich im Gespräch mit Michael Lammersdorf, Geschäftsführer der AKAD-Unternehmensgruppe (von links nach rechts)

Norbert Seel und ich im Gespräch mit Michael Lammersdorf, Geschäftsführer der AKAD-Unternehmensgruppe (von links nach rechts) Foto: Heike Bartel

Ich habe diesen Eröffnungsvortrag als Anlass genommen, meine theoretische Position zu virtuellen Lernarrangements darzustellen. Dabei bin drauf gekommen, dass ich über die Jahre eine ganz spezifische theoretische Position entwickelt habe, die es vielleicht wert ist, dass ich sie mal für ein Lehrbuch zusammenfasse. Allerdings schreibe ich nicht allzu gerne (nochmals) Gedanken zusammen, die ich bereits einmal ausgearbeitet habe, sondern möchte mich eher mit der Entwicklung neuer Ideen beschäftigen. Mal sehen: ich muss darüber noch nachdenken; schließlich ist es eine Entscheidung über die Verwendung meiner noch mir zur Verfügung stehenden Lebenszeit…

Als roten Faden für meinen Vortrag habe ich ein (leider) recht unbekanntes Zitat von Norbert Meder herangezogen:

1. Hauptsatz der Didaktik: Didaktisches Handeln ist die Abbildung von Bedeutungsbeziehungen … in die Zeit der Aneignung von Wissen unter dem Gesichtspunkt der Geltung. (Meder, N. (2006). Web-Didaktik – Eine neue Didaktik webbasierten, vernetzten Lernens. Bielefeld, Bertelsmann, S.35.)

Nobert hat aus meiner Sicht die darin integrierten philosophischen Ideen nicht ausführlich entwickelt und erläutert. Ich habe daher dieses recht komplexe Zitat hergenommen und Schritt für Schritt vor dem Hintergrund meiner eigenen theoretischen Ideen erläutert.

Gemischte Reaktionen

AKAD-Vortrag

Die dreifachen Weltbezüge im didaktischen Design erklärend 😉 (Foto: Heike Bartel)

Herausgekommen ist ein ziemlich dichter und sehr anspruchsvoller Vortrag, der vielleicht für den konkreten Anlass nicht ganz passend war. – Schließlich war es ja an eine feierliche Eröffnung und nicht ein Symposium einer einschlägig vorbelasteten wissenschaftlichen Community. Zumindest haben einige der freundlichen – aber doch recht nichts-sagenden – Reaktionen beim anschließenden Imbiss bei mir diesen Eindruck erscheinen lassen: „Sehr interessant – aber ich habe nicht alles verstanden, weil ich nicht vom Fach bin“, „sehr informativ, aber auch sehr komplex“ etc.

Ich habe einfach übersehen, dass das Institut für Fernstudium in der Weiterbildung ja erst eine Neugründung ist und dass es an der AKAD zu den von mir angesprochenen Fragestellung die entsprechende wissenschaftliche Kultur sich erst im Aufbau befindet. Ich muss mir beim nächsten Mal wohl genauer überlegen, vor welchem Publikum ich spreche. Und ehrlich gesagt, glaube ich auch, dass mich das Treffen mit Herrn Seel etwas stresste: Ich wollte wohl mal zeigen, was ich so drauf habe und dass es ein Fehler war, mich damals nicht zu berufen. – Oh Gott! Welche psychologischen Abgründe eröffnen sich da… 😳

Anhang

Foliensatz zum Vortrag:
Titel: AKAD-Stuttgart-Baumgartner (595 clicks)
Beschriftung: Foliensatz zum Vortrag: "Didaktische Theorie von virtuellen Lernarrangements"
Dateiname: akad-stuttgart-baumgartner.pdf
Dateigröße: 6 MB

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Ein Kommentar zu Didaktische Theorie virtueller Lernarrangements

  1. Danke für den schönen Artikel! 🙂

    Wenn Sie es nicht mögen alte Ideen zu veröffentlichen, könnten Sie sich ja mit dem Verfassen eines Buches mit aktuellen und künftigen Ideen beschäftigen. Ist sicherlich auch eine interessante Möglichkeit.

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