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Planung der LearnTec 2007 - Programmbeirat
Am kommenden Montag, den 3. April reise ich zu einer Sitzung des Programmbeirates der LearnTec zur Vorbereitung der LearnTec (13.-15. Februar 2007). Da ich dieses Jahr wegen meines Forschungssemesters nicht selbst auf der LearnTec war, habe ich mich kundig gemacht und KollegInnen aus meinem (wissenschaftlichen) Umfeld befragt. Daraus ergeben sich eine Reihe von Punkten, die ich bei der Sitzung vorbringen möchte.
- Das wissenschaftliche Niveau wird von meinen KollegInnen (die aller aus der Wissenschaft kommen!) sehr kritisiert. Hier hat die LearnTec offensichtlich stark abgebaut und ist beispielsweise gegenüber der Online Educa stark ins Hintertreffen geraten.
- Das halbherzige Ausschreiben eines Calls for Paper - wie es bei der letzten LearnTec erstmalig der Fall war - wird als kontraproduktiv eingeschätzt. Aus der 1/2-seitigen Einreichung lässt sich die Qualität der Beiträge nicht einmal erahnen. Es kam gegenüber uns inhaltlichen Verantwortlichen der Sektionen zu schlecht kommunizierten zuästzlichen Aufgabe: Wir hattes es plötzlich mit einer großen Zahl von Einreichungen zu tun (in der Sektionen "Bildungstechnologie etwa fast 50) und es war weder ein Procedere der Begutachtung noch eine Form der Rückmeldung an die Einreicher/-innen vorgesehen. Alles geschah freihändig. Außerdem wurde - zumindest in meiner Sektion "Bildungstechnologie" - selbst dieses "lockere" Verfahren durch Zusagen seitens der Kongressverantwortlichen an ReferentInnen, die der inhaltliche Verantwortliche der Sektion (in meiner Vertretung Prof. Rolf Schulmeister) nicht kannte, noch zusätzlich unterlaufen. Hier muss dringend eine professionelle Vorgehensweise Platz greifen: Entweder Call for Paper, dann aber mit allen notwendigen Begleitmaßnahmen: veröffentlichtes Procedere inkl. Zeitablauf, Einreichung in einem Format, das sinnvoll begutachtet werden kann, Begutachtung, Feedback etc.
- Die Messe hingegen wird z.T. recht positiv eingeschätzt:
"…betreffend Messe schien es sehr zufriedenstellend gelaufen zu sein. Ich hatte mit mehreren Ausstellern gesprochen. Tenor: viele konkrete, sogar abschlussnahe Gespräche (dies mag darin begründet sein dass das Publikum gereift ist, nicht fragte "was ist das" sondern "wie kann ich es einsetzen". Auch gute Produkte (Killerapplikationen habe ich keine erwartet) habe ich gesehen. Rundum professionelles Auftreten, auch seitens der Universitäten."
- Über die weitere Linie der Ausrichtung habe ich in meinen KollegInnekreis unterschiedliche Meinungen gehört. Die Mehrheit ist für einen nochmaligen Anlauf die wissenschaftliche Seite des Kongresses zu stärken. "Mehr wissenschaftlich fundierte Beiträge, stärkere Berücksichtigung von
Unis und Hochschulen.". Es gibt jedoch auch die resignierende Ansicht, diesen Versuch fallen zu lassen und sich ganz auf die Messe zu konzentrieren:"Mir scheint das Konzept der Themenbühnen - Fachbeiträge inmitten der Messe - für die LearnTec sinnvoll. Dahinter könnte die Strategie "Brücke zwischen Hochschule und Wirtschaft" stehen. Den typisch "akademischen Kongress", disloziert und halbherzig, würde ich fallen lassen. Die Themenbühnen aber aufwerten mit prominenten Fachbeiträgen und mit wirkungsvoller Moderation, gerade die ist dem "ungeschützten" Messeszenario besonders wichtig.
- Ich werde für eine höhere Qualität in der wissenschaftlichen Ausrichtung votieren.
- Bezüglich der eigenen Sektion "Bildungstechnologie" möchte ich vorschlagen, dass im nächsten Jahr die didaktischen Möglichkeiten des Web 2.0 in den Mittelpunkt gestellt werden. Es geht dabei um Social Software und dabei vor allem um die didaktisch sinnvolle Nutzung von sogenannten "User generated content" in Hochschule und Wirtschaft.
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LearnTec 2007 - Inhaltliche Ausrichtung
Bericht aus dem Programmbeirat
Gestern fand die 1. Sitzung des Programmbeirats für die LearnTec 2007 - wie gewohnt – in Karlsruhe und angenehmer Atmosphäre statt. Das war für mich eine gute Möglichkeit nach meinem Forschungsfreisemester wieder Anschluss an die "Alltagsarbeit" zu gewinnen: Ich nutzte die Gelegenheit um meinen Wechsel nach Krems bekannt zu geben. Gleichzeitig ergab sich damit in Zusammenhang mit der LearnTec das neue/alte Aufgabengebiet:
Gemeinsam mit Frau Univ.Prof. Dr. Monika Petermandl werde ich – wie bereits früher, als ich noch in Österreich lebte und arbeitete – den österreichischen Markt im Sinne der LearnTec betreuen. Während sich Frau Petermandl hier mehr auf die Wirtschaftsseite konzentriert, ist mein Fokus auf die österreichischen Hochschulen gerichtet. Das ergibt eine optimale synergetische Wirkung aus zweierlei Gründen: Einerseits weil Frau Petermandl und ich uns bereits seit Jahrzehnten kennen und daher schon recht lange erfolgreich zusammenarbeiten, andererseits aber auch weil Frau Petermandl in der wissenschaftlichen Leitung eines im kommenden Oktober beginnenden Lehrgang Professional Teaching and Training an der DUK ist. Wir haben daher auch gleich die Gelegenheit in Karlsruhe genutzt um über Kooperationen, die über die LearnTec hinausgehen, zu sprechen.
Prof. Beck referierte zu Beginn der Besprechung einige Daten einer aktuellen Marketing-Befragung zur LearnTec, die ich hier kurz wiedergebe (Jedoch ohne Gewähr, dass ich sie richtig zusammengefasst habe!)
- Das Publikum der LearnTec kommt ziemlich genau jeweils zu einem Drittel aus der unmittelbaren Umgebung von Karlsruhe (bis 100 km Umkreis), aus dem Bereich von 100-300 km und darüber (300 +).
- Den Löwenanteil der BesucherInnen (1/3) bilden Personen aus dem Bereich der Verwaltung, Organisation- und Personalabteilungen, gefolgt (1/5) von Personen aus dem Bereich der IT und Kommunikationstechnik. Andere Bereich wie F & E, Geschäftsleitungen, Marketing/Vertrieb stellen jeweils etwa 10% der BesucherInnen.
- Bei der Betriebsgröße gibt es eine gleichmäßige Streuung von ganz klein (1-4 Beschäftigte) bis zu ganz groß (10.000 und mehr Beschäftigte).
- Das inhaltliche Interesse der TeilnehmerInnen ist sehr breit gestreut; ich habe den Zahlen jedoch eine deutliche Tendenz zu Technologiefragen gefolgt von Pädagogischen und didaktischen Fragestellungen entnommen. Zumindest war das meine Interpretation der nachfolgenden Aufstellung (Mehrfachantworten waren möglich):
- 68% eLearning Technologien
- 65% eLearning Methode
- 42% Bildungsmanagement
- 30% Knowledgemanagement
- 40% Pädagogische und didaktische Konzepte
- 50% Multimedia
- Ich halte das Verfahren - wenn es professionell gemacht wird - für zu aufwendig,
- Call for Papers sind dem Charakter der LearnTec nicht angepasst; die LearnTec ist primär kein wissenschaftlicher Kongress und
- Solch ein Verfahren ist mit hohen "sozialen Kosten" verbunden: Wie wird mit den abgelehnten Beiträgen umgegangen, dass diese InteressentInnen nicht "verprellt" werden?
Den Abschluss der angeregten Diskussion bildete ein Brainstorming zu möglichen inhaltlichen Themenstellungen für Sektionen. Ich habe dabei folgende 4 Themen vorgeschlagen:
- Web 2.0, Soziale Software mit Fokus auf die neuen didaktischen Potenziale, insbesondere mit Hinblick auf Communitybuilding und der neuen Rolle von Content (so genannten: "User generated content").
- Die Rolle von Standards, insbesonders SCORM 2004 und den für die Didaktik in Zukunft besonders wichtigen Standard IMS Learning Design (Siehe: FAQ zu IMS LD als PDF 156 kB).
- ePortfolios: Jeder EU-Bürger soll ja bis zum Jahre 2010 ein ePortfolio besitzen (vgl. Website von EIfEL (European Institute for E-Learning). Interessant dabei finde ich vor allem auch die bisher unterbelichtet gebliebenen didaktischen Fragen: ePortfolio können in Rahmen einer kompetenzbasierten Ausbildung als Assessement-Instrument dienen und hier insbesondere im Sinne eine formativen Evaluierung beim Aufbau meta-kognitiver Prozesse unterstützend wirken.
- 2007 ist ca. die Hälfte der Laufzeit der Förderlinie A (eLearning Dienste für die Wissenschaft) des BMBF abgelaufen. Es wäre meiner Ansicht nach sinnvoll mal zu schauen, welche Konzepte hier die Hochschulen verfolgen. Das könnte auch für andere Institutionen über die Hochschulen hinaus im Sinne der Optimierung von Geschäftsprozessen und des Aufbaus von Strukturen des Wissensmanagement interessant sein.
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Die Vorbereitungen zur Learntec 2007 beginnen
wissenschaftlich.arbeiten.buch
Sabine Payr und ich bereiten eine Neubearbeitung unseres Buches Studieren und Forschen mit dem Internet vor. Es wird komplett überarbeitet und unter anderem auch zwei völlig neue Kapitel beinhalten: Online Studieren und Empirisch Forschen. Es wird im geänderten Layout und auch mit einem anderen Titel voraussichtlich im Herbst erscheinen. Die Diskussion um den Titel ist noch nicht ganz abgeschlossen. "Studieren und Forschen mit dem Internet" war marketingmäßig leider ein recht schlecht gewählter Titel: Er machte nicht klar, dass unser Buch eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten ist - und sich gegenüber den vielen anderen Büchern dieses Genres vor allem durch die integrative Einbeziehung des Internets auszeichnet. Jetzt denken wir an den etwas witzigen gemeinten Titel wissenschaftlich.arbeiten.buch der bereits mit seiner Form auf das Internet anspielen soll. In einem Untertitel soll dann diese Anspielung noch konkretisiert werden.
Als Ergänzung planen wir einen Website. In seiner minimalen Version soll er aktuelle Links zum Buch beinhalten. Damit soll der Teil zum Wissenschaftlichen Arbeiten des BASES Website, der ja seit Jahren (seitdem ich nicht mehr in Innsbruck bin und die Projektfinanzierung ausgelaufen ist) nicht mehr gewartet wird, ersetzt werden. So werden bei der Suche unter "Recherchieren" 107, bei "wissenschaftliches Arbeiten" nur 29 und unter "Studieren" gar keine Beiträge gefunden. Viele Links sind trotz Linkchecker verweist; so verweisen Links zu meiner Mailadresse weiterhin auf die Uni Innsbruckadresse, die es seit langem nicht mehr gibt.
Dazu kam noch, dass es seitens der Uni Innsbruck, wo ich damals arbeitete, praktisch keinen Support bezüglich Website und Server gab. Wir - damals recht unerfahrenen Erziehungswissenschafler - mussten uns die technische Unterstütung selbst organisieren. Als dann auch noch der Server, den ich über informelle Wege von einem Kollegen in der Wirtschaftsinformatik geschenkt bekommen hatte und der ihn auch wartete, einging, gaben wir die Idee mit einem das Buch begleitenden Website vollkommen auf (vgl. web.archive.org). Wir wurden zu Recht dafür von der Community (z.B. Beats Biblionetz) dafür kritisiert. Die Schwierigkeit war es nicht so sehr, eine eigene Website zu betreiben, sondern das Zusammenspiel mit den recht komplexen Datenstrukturen aus dem BASES-Projekt. (Erst nach meinem Weggang von der Uni gelang es meinem Kollegen Theo Hug in Kooperation mit dem Leiter des damals neu eingerichteten Bereichs Lerntechnologien eine professionelle Unterstützung seitens der Uni für das Projekt zu erreichen und kam es dann zu einem professionellen Hosting seitens der Uni. Diese Nicht-Unterstützung seitens der Uni war übrigens auch einer der Gründe warum ich schließlich auch den Ruf an die FernUniversität in Hagen annahm.)
Nun: Ich hoffe, dass ich solchen Schwierigkeiten heute nicht mehr ausgesetzt bin. Einerseits habe ich eine berufliche Position erreicht, wo ich mir eine professionelle Unterstützung organisieren kann, andererseits ist es heute ja inzwischen auch für Pädagogen möglich Websites zu betreiben ;-) In Zeiten der interaktiven Webanwendungen (Stichwörter: Social Software, Web 2.0) möchte ich jedoch nicht mehr auf das recht langweilige Konzept von Datenbankeinträgen zurückgreifen oder mich auf eine Sammlung von Links beschränken. Ich frage mich, ob es nicht Sinn macht aus "Bordmittel" - also ohne externe Finanzierung - einen Communitywebsite mit Zope/Plone zu gestalten. Ein Website rund um das wissenschaftliche Arbeiten, wo eine Community sich gegenseitig ihre Fragen beantwortet und sich aushilft, wo es aber auch eine Menge einschlägiger Informationen zum Thema gibt. Der Website könnte auch durch Lehrveranstaltungen, die ich sowieso abhalten muss, immer wieder Anstösse aus der Praxis d.h. von Studierenden bekommen.
Das Ganze soll auch deshab nicht mehr über
Projektdrittmittel finanziert werden, weil dann ja erst wieder - wie
bei BASES – die Gefahr besteht, dass das Unternehmen nach Auslaufen der
Projektfinanzierung ausläuft. (Ganz abgesehen davon, dass ich im Moment
nicht sehe unter welchem Titel und Programm hier eine Einreichungung
erfolgreich sein könnte.) Ich glaube, dass ein Experiment der
Community-Entwicklung es hier zwar zu Beginn schwieriger hat, auf lange
Sicht (Nachhaltigkeit!) aber vielleicht erfolgreicher ist.
Was meinen Sie? Any ideas, wie diese Idee umgesetzt werden könnte/sollte?
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Re:wissenschaftlich.arbeiten.buch
Aus meiner Erfahrung als Tutorin an der RUB kann ich berichten, dass es – sehr vereinfacht dargestellt – zwei Typen Erstsemester gibt: Die, die viel zu viele Bücher kaufen und die, die gar keine oder nur sehr wenige Bücher kaufen. Generell ist die Orientierungslosigkeit insbesondere bei solchen "Ratgeber"-Büchern groß, weil gerade in den Geisteswissenschaften viele Fakultäten unterschiedliche Anforderungen haben. Jeder Lehrstuhl, bzw. Prof. kocht sein eigenes Süppchen, will anders zitiert haben usw. Thesenpapier ist nicht gleich Thesenpapier, weil es unter derselben Bezeichnung an unterschiedlichen Instituten unterschiedliche Kriterien erfüllen muss – um nur ein Beispiel zu nennen.
Daher finde ich die Idee einer Community rund ums Buch sehr gut – besonders in den ersten Studienwochen ist Austausch untereinander ein Sicherheitsnetz. Trotzdem finde ich, sollte die Community auch ohne das Buch grundsätzlich zugänglich sein. Wie so etwas funktionieren kann, zeigt m. E. positiv die Community rund um die KOMA-Script Klasse, von Markus Kohm. Nicht unter Zope/Plone, sondern unter Drupal organisiert, hat sich da eine sehr rege und hilfsbereite Gemeinschaft gefunden, welche sich intensiv auf die KOMA-Script-Dokumentation (= in diesem Fall das Buch, frei zugänglich) und auch auf das Buch von Markus Kohm, welches ganz normal vertrieben wird, beruft. Die Seite beinhaltet also Informationen aus erster Hand (vom Autor) und die Plattform für die Community zum Projekt. Evt. einen Blick wert: http://komascript.de/
(Klar, dass es sich hier quasi um ein fachfemdes Beispiel handelt – nichts desto trotz gelungen, wie ich finde. :) )
Re:wissenschaftlich.arbeiten.buch
Danke für den hilfreichen Hinweis. Unser Buch ist recht generisch aufgebaut, sodass es praktisch für alle Typen von Studierenden geeignet ist. Es stimmt zwar, dass es beim Zitieren immer Vorlieben des jeweiligen Profs gibt. Das haben wir aber immer betont bzw. berücksichtigt. Trotzdem gibt es ein paar Standards, die sich durchgesetzt haben und dann auch von Studierenden argumentiert werden können. (Viele Profs nehmen unkritisch immer noch das von ihnen während der Studienzeit erlernte System... ).
Das jeweilige Betreuungsverhältnis muss natürlich im Vordergrund stehen - vielen unserer Prüf- und Aktionstabellen sind daher prozedural und prioritisieren immer das jeweilige soziale Setting. Im Buch versuchen wir gerade zu zeigen, dass nicht bloß stur formalen Regeln zu folgen ist, sondern das (soziale) Betreuungsverhältnis wichtig ist und erst davon abgeleitet unsere Hinweise die entsprechende Relevanz haben.
Danke auch für Ihr wertvollen Beispiel: Wir schauen uns das noch genauer an. Mit Ihrer im zweiten Absatz geäußerten Idee bzw. Ausrichtung stimme ich aber durchaus überein.
Re:wissenschaftlich.arbeiten.buch
Hallo Peter,
fein, dass es mit dem Buch weitergeht.
Wenn ich bedenke, wie Du damals in meiner Küche in Göttingen wohl die ersten Ideen zu dem Buch hattest und wir stundenlang darüber grübelten, war es doch ganz nett.
Schade, dass es mit BASES alles so schief gelaufen ist.
Viel liebe Grüsse aus Berlin
Dirk
Re:wissenschaftlich.arbeiten.buch
Lieber Peter,
habe den Eintrag eher spät entdeckt, nun aber in meinem Weblog aufgenommen. :-)
http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/denkarium/?p=66
Ehrung von Otto Peters
Im Rahmen eines Forschungskolloquiums am 18. Mai 2006 an der FernUniversität in Hagen wird die Arbeit von Prof. Dr. Otto Peters geehrt und gewürdigt. Herr Peters feiert morgen am 6. Mai seinen 80. Geburtstag. Er war (unter anderem) Gründungsrektor der FernUniversität. Es gibt dazu einen informativen Beitrag auf den Seiten der FernUniversität.
Ich hatte die Gelegenheit Herrn Peters nicht nur in
verschiedenen "offiziellen" Zusammenhängen kennen - und schätzen - zu
lernen, sondern wir haben uns einige Male auch in recht informellen
Rahmen über allgemeine Fragen des eLearnings ausgetauscht. Die Idee die
notwendige Ehrung mit einem Forschungskollquium der Fakultät für
Kultur- und Sozialwissenschaften zu verbinden, wurde bereits im
Frühjahr 2005 - auf Initiative meines Kollegen und Freundes Dr. Ulrich Bernath (Direktor des Fernstudienzentrums an der Universität Oldenburg) - geboren.
Ich freue mich, dass ich - trotz meines Abgangs von der
FernUni - eine der drei Keynotes halten darf. Ich werden sprechen über
"Soziale Software - Zur neuen Rolle von Content für E-Learning". Ich
möchte dabei auf aktuelle Trends (Stichworte: Soziale Software und Web.2.0)
hinweisen und für eine ergänzende Sichtweise zur immer noch
Content-dominierten Struktur der FernUniversität (Versenden von
Studienbriefen in Papierform oder pdf-Dateien) plädieren.
Schade, dass der Vorteil und das Potenzial einer langfristigen Planung "verspielt" wurde: Erst vor kurzer Zeit (21.4.06) erschien die entsprechende Ankündigung des Forschungskoloquiums im Internet, drei Tage erst nachdem die gedruckte Einladung erschienen war. Eigenartig finde ich es auch, dass ich nun meinen Vortrag doch in Deutsch halten soll. Ich verstehe ja, dass es schwierig ist, englischsprachige Studiengänge an der FernUniversität zu entwickeln und anzubieten (Begründungen: "Amtssprache = Deutsch", es besteht keine entsprechende englischssprachige Verwaltungsstruktur, es wird damit ein anderer Markt bearbeitet, auf den die FernUni - noch - nicht einer der relevanten Keyplayer ist usw.). Aber wieso auf einer Forschungskonferenz mit zwei englischsprachigen Keynotespeakern ohne Übersetzung (!)Deutsch gesprochen werden soll, das entzieht sich derzeit meiner Kenntnis. Ich bin schon sehr gespannt, wie mein (ehemaliger) Kollege Prof. Dr. Theo Bastiaens mit dieser Schwierigkeit bei der abschließenden (gemischsprachigen) Prodiumsdiskussion umgehen wird.
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Erste Woche in Krems
Die vorige Woche war meine erste Woche, die ich vollständig in Krems verbracht habe. Es war zwar Stress pur, doch insgesamt gesehen recht erfolgreich.
- Mein Arbeitszimmer ist - mit tatkräftiger Hilfe meiner MitarbeiterInnen - fast vollständig eingerichtet. Für die Möbel habe ich mich dabei aus dem Lager meines Departments bedient. Die Ausstattung ist daher nicht neu und sieht nicht repräsentativ aus. Dafür hat unser Department Geld gespart - und bei meinem neuen Job bin ich für die Finanzlage ja selbst verantwortlich ;-)
- Ich habe eine erste Sitzung einer neu gegründeten interne Steuerungsgruppe der DUK zu E-Learning abgehalten. Es wurde beschlossen, dass bereits in 14 Tagen ein erster Entwurf zur strategischen Ausrichtung der DUK bezüglich E-Learning zur Diskussion ausgearbeitet werden soll.
- Alle 4 Stellen (Sekretariat, Organisationsassistenz, Technik und Wissenschaft) konnten erfolgreich besetzt werden. Das Team ist damit vollständig und wird zum ersten Mal - wie geplant - Anfang Juli in einer Klausur komplett zusammentreffen.
Die 4 Tage in Krems wurden noch durch jeweils eine Lehrveranstaltung am
MCI in Innsbruck (am Montag, den 8. Mai im Rahmen des Diplomstudiums (FH) Management & IT ) und in Saalfelden (Studientage
der FernUniversität am 13./14. Mai) eingerahmt. Diese Termine waren
schon lange vorher - da war mein Wechsel zu Krems noch nicht in
Sichtweite - geplant gewesen und haben dem Stress noch weiter
verschärft.
Außerdem habe ich bereits eine Wohnung im Stadtzentrum von Krems
gefunden und nächste Woche wird bereits komplett von Hagen nach Krems
umgesiedelt. Nachdem ich beim Wechsel von Innsbruck nach Hagen fast 2
Jahre gependet bin, habe ich diesmal den Wechsel in 3 Wochen
vorgenommen. Für diesen schnellen Wechsel waren natürlich auch
Landschaft und Leute verantwortlich: Ich habe in Hagen noch keine
Wurzeln geschlagen und Hagen kann ja auch landschaftlich nicht unbedingt
mit der Wachau konkurrenzieren...
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DUK
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Treffen der ehemaligen Steuerungsgruppe NML
Am 26. April fand ein Treffen der ehemaligen Steuerungsgruppe zur Initiative Neue Medien in der Lehre an Universitäten und Fachhochschulen statt, deren seinerzeitiger Sprecher ich war. Ich hatte damit nicht nur Gelegenheit meine KollegInnen der damaligen 3-jährigen intensiven Zusammenarbeit wieder zu sehen, das Treffen war für mich gewissermaßen auch eine Art "Briefing" zum neuerlichen Einarbeiten in die österreichische E-Learning Situation im Hochschulbereich.
Das Meeting diente dazu die Ergebnisse der ersten bundesweiten Ausschreibungsrunde rückblickend kritisch einzuschätzen. Es gab verschiedene Referate aus denen insgesamt eine deutlich positive Wirkung dieser Initiative erkennbar wurde. Insbesondere wurden die Etablierung des Forums Neue Medien - Austria (fnm-A) sowie die starke Vernetzung der beteiligten Hochschulorganisationen hervorgehoben. Besonders schön wurde die Vernetzung durch Grafiken einer sozialen Netzwerkanalyse veranschaulicht.
Am Nachmittag nach der Sitzung erlebte ich gemeinsam mit Rolf Schulmeister und Felicitas Pflichter bereits den Frühling in Wien und konnte mich so bereits auf meinen bevorstehenden Umzug von Hagen nach Krems freuen.
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Hagen-Innsbruck-Krems-Saalfelden und wieder zurück
Die letzten 14 Tage waren Stress pur:
- Zuerst ging es von Hagen an das Management Center Innsbruck (MCI), wo ich bereits voriges Jahr eine Lehrveranstaltung zu E-Learning vereinbart hatte. (Das hätte ich - wenn ich den Wechsel Hagen-Krems schon damals geahnt hätte - mir sicherlich nicht noch zustzlich aufgebürdet. Die Veranstaltung ist wegen der ausländischen Incoming Students (Kroatien, Albanien, Schweden, Finnland) für mich jedoch sehr interessant.
- Danach fuhren meine Frau und ich nach Krems um uns endgültig - aus den bereits vorselektierten Angeboten - für eine Wohnung in Krems zu entscheiden.
- Nach einigen Sitzungen und Besprechungen an der Donau-Uni ging es für einen Studietag im Rahmen der FernUniversität in das schöne Salzburgerland nach Saalfelden.
- Auf die Rückreise nach Hagen folgte unmittelbar die informelle Verabschiedung von meinen Kollegen und Kolleginnen an der FernUniversität (gemeinsam mit Dr. Ströhlein sowie ein Gruppenfoto mit Dekan Huber, Institutsvorstand Hansen und CampusContent Projektleiter Borst ) gefolgt von meinem letzten Auftritt im Rahmen der 80-Jahre Ehrung von Otto Peters im Rahmen des Forschungskolloquiums Distance Education in Transition. Prof. Theo Bastiaens hat diese Veranstaltung organisiert und moderiert. Siehe auch das Gruppenfoto mit Theo Bastieans, Otto Peters und mir.
- Danach erfolge der Abbau und das Zusammenpacken, das Organisieren der Spedition - die unglücklicherweise einen zu kleinen Transporter schickte und daher von Österreich noch zusätzlich mit einem zweiten (kleineren) Auto nach Hagen fahren musste - und der Umzug nach Krems. Der Tirolerhut - gemeinsam mit einer netten Widmung - war ein Abschiedgeschenk des Kollegen Ströhleins.
- Zwischendurch hatte ich in Wien noch einen Auftritt im Rahmen des Lernie-Awards.
Morgen geht es bereits wieder nach Innsbruck, wo sowohl meine Frau und ich wieder Lehrveranstaltungen abhalten.
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Persönliches
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Context is king versus Learner is king
Ist meine Position radikal genug?
In der Diskussion, die meiner Keynote auf der EDEN Konferenz am 15. Juni folgte, wurde die provokante Frage wufgeworfen, warum ich auf halben Wege stehen bleibe. Wenn nicht mehr Content die Hauptsache ist, warum dann die Lernsituation und nicht die Lernenden selbst? Statt also zu sagen: "Kontext is king" müsste es heißen "Learner is king".
Diese Frage ist nicht trivial. Es scheint sich um eine berechtigte
Kritik meines Ansatzes zu handeln, der als nicht genügend radikal
eingestuft wird. Und tatsächlich stimme ich den dahinter stehenden
Voraussetzungen und Annahmen vorbehaltslos zu:
- Natürlich sind es letztlich die Lernenden um die es geht.
- Natürlich betone ich gerade in den fortgeschrittenen didaktischen Setting die Selbstorganisation der Lernenden.
Formelles und informelles Lernen bilden eine Einheit, beide Lerntypen sind in unserer Kultur wichtig. Die Tatsache, dass informelles Lernen meist unterschätzt wird, darf nicht dazu verleiten, jetzt umgekehrt die andere Seite zu ignorieren und das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Es ist eine Frage der Perspektive und Generalisierung: Letztlich geht es um die Lernenden und daher hat der Satz "The Learner is the king!" eine gewisse Stimmigkeit. Das ist aber nur richtig von einem sehr allgemeinen Standpunkt, sozusagen einer Vogelperspektive. Ein Nachteil einer so allgemeinen Sichtweise ist es jedoch, dass die wichtigen Differenzierungen im Detail verwischt werden. Wenn wir unseren Globus aus dem Weltall sehen, können wir keine einzelnen Landschaften (Wälder, Häuser, Strassen etc.) mehr ausmachen.
Aus meiner wissenschaftstheoretischen Perspektive, die von Polanyis Theoire der ontologischen Schichtung inspiriert ist, ist es zwar wichtig, dass wir alle sturukutruell unterschiedlichen Ebenen in Betracht zu ziehen. Falsch aber wäre es nurmehr eine Ebene für die einzige richtige Perspektive zu halten. Ich bleibe daher bei meiner Aussage, dass in Lehrsituationen Context der King ist. Aus dieser (eingeschränkten) Perspektive sind nämlich Lernende selbst Teil des didaktischen Kontextes (z.B. Co-Learner mit unterschiedlichen Rollen im Lehr- und Lernprozess).
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Forschung
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Re:Context is king versus Learner is king
"Der Lerner" ist für mich ein ziemlich abstraktes Konstrukt, wenn ich mal so darüber nachdenke. Da kann man wenig allgemeines zu sagen, was dann in der konkreten Situation noch hilfreich ist. Von daher kann ich den Bezug auf die jeweilige Lernsituation schon nachvollziehen.
EDEN Konferenz: Einige persönliche Eindrücke
Insesamt gesehen war die EDEN Konferenz ein großartiges Event. Abgesehen von der gesamten Atmosphäre – zu der sowohl die ausgezeichnete Organisation der Veranstalter als auch das wunderbare Wetter und natürlich auch der Charme von Wien selbst beigetragen haben – gab es sehr gute Keynotes und ein abwechslungsreiches Programm.
Für mich persönlich war es zudem auch noch so etwas wie eine Homecoming Party:
- Es war die erste große Konferenz nach meinem Wechsel von der FernUniversität nach Krems.
- Es war eine internationale Konferenz in Wien, als meiner Geburtsstadt, bloß 80 Km von Krems entfernt.
Ich habe daher von den vielen parallel durchgeführten Session überwiegend jede ausgewählt, die von österreichischen Projektgruppen bzw. Ministerien organisiert wurden. Das hat mir nicht nur Gelegenheit gegeben mich über den Stand der Diskussion zu informieren sondern auch alte Kontakte aufzufrischen.
Ich muss gestehen, ich war in gewisser Weise ein wenig stolz: Eineseits weil in der Zwischenzeit in Österreich viele Initiativen angelaufen sind (so gab es z.B. einen Workshop zu einer nationalen ePortfolio Initiative, wo sich die verschiedenen Aktuere präsentierten die mein Kollege Erwin Bratengeyer koordiniert, in verschiedenen anderen Sessions wurde dargestellt, wie sich eLearning Panorama durch Projektunterstützung des bm:bwk in Schulen und Hochschulen entwickelt hat.), andererseits aber auch weil die Qualität durchaus hochstehend und internationales Niveau erreichte.
Eine bittere Ausnahme in dieser Hinsicht war allerdings die Keynote von Brigite Ederer, CEO von Siemens Austria. Sie hat ohne sichtbare Begeisterung den Vortrag - der offensichtlich für sie geschrieben worden ist - heruntergelesen und dabei das, was auf den Folien geschrieben stand, bloß wiederholt. Zudem ging ihre Keynote inhaltlich mehr über Siemens denn über eLearning und war damit insgesamt wenig passend für die Konferenz.
Ich habe den Eindruck von dieser EDEN Konferenz gewonnen, dass die Qualität gegenüber früherer Veranstaltung gestiegen ist, wenn auch die Organisation insgesamt noch nicht ganz beim eLearning angekommen ist. Es gab nach wie vor noch viele Beiträge nach dem Motto: "Hey, auch wir haben jetzt mit der Einführung von eLearning begonnen!". Hier sollte meiner Ansicht nach stärker selektiert werden wie insgesamt daran gearbeitet werden müsste, die wissenschaftliche Qualität der Beiträge zu erhöhen. Einfach zu berichten was getan wurde, ohne die Ergebnisse mit der internationalen wissenschaftlichen Forschung zu verknüpfen halte ich für zu wenig. Es müsste auch dargelegt werden worin der eigene Beitrag für die Entwicklung der Wissenschaften besteht.
Fazit: Ein große Event! EDEN nähert sich von technologiefreier Distance Education (Korrespondenz) kommend, weiterhin dem akteullen Forschungstand von eLearning an - und ist wegen der vielen internationalen persönlichen Kontakte und informellen Gespräche einer der wichtigsten einschlägigen europäischen Kongresse.
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Medida-Prix: eine eigene Steilvorlage
Heute habe ich für die halbjährlich stattfindende Konferenz des Forum Neue Medien - Austria (fnam-a) einen Beitrag eingereicht. Es handelt sich dabei gewissermaßen um eine eigene Steilvorlage: Ich möchte für die Veranstaltung am 17./18. November an der Medizischen Universität in Graz Überlegungen zur weiteren Entwicklung des Medida-Prix über 2007 hinaus vorstellen. Es soll ein neues (adaptiertes) Konzept für den Medida-Prix für 2008-2011 heraus kommen. Um eine Steilvorlage handelt es sich bei dieser Einreichung für ein Referat deshalb, weil ich über dieses neue Konzept mir selbst noch nicht im Klaren bin.
Bis zur GMW-Tagung 2007 in Hamburg ist der Medida-Prix sowohl finanziell als auch inhaltlich gesichert. Ich habe zwar nun die Aufgabe als wissenschaftlicher Leiter von Joachim Wedekind, der sich aus persönlichen Gründen aus dieser Funktion zurückzieht, übernommen - das Konzept und die inhaltliche Ausrichtung bleibt jedoch für Hamburg weiter unverändert.
Danach allerdings einige Probleme, die adressiert werden müssen:
- Das Preisausschreiben war ursprünglich als "change agent" für ein Umdenken in der Community gedacht. Ein Umdenken in Richtung von E-Learning Entwicklungen die nachhaltig sind und/oder mit strategischer Hochschulentwicklung verbunden sind. Durch "flächendeckende" Förderprogramme, die zwischenzeitlich von allen drei beteiligten Ländern ausgeschrieben wurden, scheint diese Rolle "change agent" aber für den Medida-Prix inzwischen überholt zu sein. Wie könnte eine neue Ausrichtung für die dritte Runde (2008-2001) aussehen? Was hätten die finanzierenden Ministerien davon? Warum sollten sie den Medida-Prix weiter finanzieren? (Ich wäre wirklich dankbar hier für Anregungen und Ideen in Form von Kommentaren!)
- Bisher hat es der Medida-Prix nicht geschafft aus die Öffentlichkeit der eigenen Community herauszutreten und in Massenmedien präsent zu sein bzw. präsentiert zu werden. Woran liegt das? Fehlendes know-how im Marketing? An einer zu komplexen Message für die Massenmedien? Wenn Letzteres: Wie könnte diese Message vereinfacht werden?
- Ich habe informell in letzter Zeit einige Kritik zum Verfahren, Feedback-Mechanismens und -Inhalten sowie zu den Juryentscheidungen gehört. Ist das nur Unkerei, wie es das bei allen Preisausscheidungen gibt, oder hat diese Kritik einen realen Gehalt?
- Die Organisationkosten werden von den finanzierenden Ministerien zu hoch empfunden. Etwa 150% der Preissumme für die Organisation auszugeben, erscheint den Ministerien zu viel. Das bisherige Verfahren mit seinem dreistufigen aufwendigen Evaluationsverfahren, (double blind review der Einreichungen, Gutchterworkshop für Nominierung, wer in die Endausscheidung kommt und Juryentscheidung auf der GMW-Tagung) ist aber kaum billiger zu organisieren. Welche alternativen Ablauf- und Verfahrensmodelle sind denkbar? Die einreichenden Projektgruppen halten auch den Aufwand für die Einreichung für sehr hoch. Wie kann auch hier eine Vereinfachung erreicht werden?
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Re:Medida-Prix: eine eigene Steilvorlage
Meine Anregung wäre nicht einen Preis zu vergeben, sondern eventuell mehrere. Wie ich mir das vorstelle? Wohl eher so wie die "Oscarverleihung".
Aus meiner Sicht wäre es sehr zukunftsweisend, innovative Ideen und Konzepte ebenfalls aufzunehmen. Das ist mir bisher immer ein wenig zu kurz gekommen. Vielleicht könnte man so jenen "kleinen" Projekten die enorme Potentiale haben, aber durch ihre Größe nie in Betracht kommen, mehr ans Tageslicht bringen.
Weiters ist m.E. einfach enorm schwer EINEN Preis für alle zu vergeben. Denn dann kommt es immer darauf an, was zur Zeit aktuell ist, oder vielleicht auch was man aufgrund von Erfahrungen aus seinem Fachbereich gut findet usw.
Also mein Vorschlag: Kleinere Preise dafüre mehrere Kategorien UND auf alle Fälle die Möglichkeit schaffen, dass innovative, zukünftige Projekte (die sich vielleicht gerade in einer Art Prototypphase befinden) aufnehmen.
Ich glaube es sollte nicht um die Geldsumme gehen die man bekommt, sondern um die Wertschätzung der Community.
Wie gesagt auch nur eine Anregung :-) und alles Gute für Graz (wir werden fleißig mitdiskutieren).
Re:Medida-Prix: eine eigene Steilvorlage
Ohje: Eine Idee, haben Sie mir schon weggenommen ;-) Aber mein Vorschlag beinhaltet noch eine andere, alternative Idee. Eine Idee, die ich persönlich sogar spannender und innovativer finde. Bin schon ganz gespannt auf das Feedback in Graz! Vielleicht gibt es auch ganz andere Ideen als jene zwei, die ich vorstellen werde...
Aktuelles kurzgefasst und Vorschau
Nach wie vor komme ich kaum dazu mein Weblog aktuell zu halten. Selbst das Eintragen von Vortragsterminen habe ich seit dem Spätsommer aus zeitlichen Gründen aufgegeben. Es sind zwei Punkte, die mich am Schreiben des Weblogs hindern:
- Nach wie vor liegt ein Grund der Weblog-Vernachlässigung darin, dass ich überwiegend mit interner Strukturierung und Organisationsaufbau beschäftigt bin. Über solche (interne) Dinge lässt sich aber nicht öffentlich - und schon gar nicht während des laufenden Prozesses - schreiben.
- Ich hatte fast jede Woche mindestens zwei inhaltliche Ereignisse, über die es wert gewesen wäre, zu schreiben. Mir fehlte jedoch die Zeit zum Berichten (zum Verarbeiten, zum Relefktieren), weil ich am Abend bzw. am Wochenende bereits weitere neue Aktivitäten vorbereitet habe.
Paradoxerweise habe ich gerade deswegen nichts geschrieben, weil sich besonders viel getan hat! Das soll sich aber mit Dezember ändern, weil ich jetzt auch meine Termine und Aktivitäten neu strukturiert habe. Viele Dinge sind also bereits in der "Pipeline", aber noch nicht so
konkret sind, dass sie öffentlich vorgestellt werden können. Trotzdem möchte in zumindest mit einer Aufzählung auf die kommenden Neuigkeiten aufmerksam machen:
- Die offizielle DOnau-Uni Krems Homepage (=DUK Website) wurde komplett neu überarbeitet und ging Anfang November ins Netzt. Sie widerspiegelt jetzt endlich die neue Departmentstruktur. Mit der URL http://www.donau-uni.ac.at/imb kommen Sie direkt auf unser Department. Wir sind jetzt dabei alles noch genau zu überprüfen und die Reste aus der veralteten Struktur – dem Zusammenwachsen von TIM-Forschungs Lab, Zentrum Neue Medien (ZNM) und Zentrum für BIldung und Medien (ZBM) – zu beseitigen bzw. an die neue Struktur anzupassen.
- Mitte Dezember werden wir unter http://www.bildungstechnologie.net ein Communityportal eröffnen. Darin wollen wir zu einer Diskussion über bildungstechnologische Fragestellungen im weitesten Sinne einladen. Diese Website drückt die persönlichen Auffassungen der Akteure aus und soll über die offiziellen Meldungen hinausgehend Standpunkte und Meinungen ausdrücken. Unseres Studierenden und AbsolventInnen wird damit eine (weitere) Gelegenheit geboten mit uns im ständigen inhaltlichen Austausch zu stehen. (Ihre!) Mitarbeit aus der Community ist ebenfalls erwünscht! [Möglicherweise ist diese neue Portal der endgültige Tod meines persönlichen Weblogs ;-)]
- Mehrere neue Studiengänge sind ebenfalls in Vorbereitung. Es wird dabei in zweifacher Hinsicht zentrale Änderungen gegenüber den bisherigen Studiengängen geben:
- Ein kleiner Teil der Studiengänge baut nahezu komplett auf unseren eigenen Kernkompetenzen auf. Sie werden die innovativen (Start-)Felder studienrechtlicher und didaktischer Neuerungen darstellen, die sich dann - einmal bewährt - auch auf andere Gebiete ausbreiten sollen. Zwei bereits ins Auge gefasste Neuerungen sind:
- Die Studiengänge werden in aufeinander aufbauende Bausteine strukturiert werden: Certified = 30 ECTS, Akdaemischer Experte = +30 = 60 ECTS, Master = + 30 = 90 ECTS. Weiters arbeiten wir an einem Upgrade mit weiteren 30 ECTS, damit die für ein Doktoratsstudium erforderlichen 300 ECTS (180 BA + 120 MA) erreicht werden können.
- Die Studiengänge werden im Blended Learning Verfahren mit einer über E-Learning organisierten starken Selbstlernkommente mit moodle als Lernplattform angeboten.
- Wir arbeiten an verschiedenen Angeboten, die wir in Kooperation mit kompetenten Partnerorganisationen und renommierten Persönlichkeiten auf den Weiterbildungsmarkt bringen wollen. Einerseits sind diese Konzepte und Ideen noch zu unausgegoren, um darüber zu berichten, andererseits liegt es an der Struktur dieser Angebote, dass die Partner erst nach abgeschlossener Kooperationsvereinbarung an die Öffentlichkeit treten können.
- Verschiedene Forschungsprojekte sind in der Pipeline. Besonders hervorheben kann ich jetzt bereits ein 2 Jahres-Projekt über "Bildungspolitische Rahmenbedingungen von E-Portfolios für (österreichische) Hochschulen" und vorbereitende Anbahnungen mit Partnern aus dem Süd-Osteuropäischen Raum. Weiters planen wir in Kooperation mit Firmen eine eigene Consultingschiene aufzubauen. Als neues EU-Projekt an dem wir beteiligt sind, kann MELT erwähnt werden (Start 1. 10.2006, MELT-Website ist in Vorbereitung). Allgemeine Infos zu unseren laufenden Projekten finden sich auf der IMB-Projektseite.
- Auf zentraler Ebene wird demnächst eine eigene Stelle für E-Learning geschaffen, die unter meiner Betreuung E-Learning – soweit es von den einzelnen Departments gewünscht wird - flächendeckend für die DUK nutzbringend umsetzen soll.
- Ich bin als Leiter der Strategiegruppe E-Learning, als Delegierter für das Forum Neue Medien Austria und in den Senat der DUK gewählt worden.
- Als neuer wissenschaftlicher Leiter des Medida-Prix bin ich für eine neue inhaltliche Ausrichtung für die Zeit von 2008-2011 aktiv und unterwegs. Bereits nächste Woche werde ich versuchsweise meine bisherigen (persönlichen) Ideen auf der Grazer Tagung der österreichischen E-Learning Community für HochschullehrerInnen vorstellen. Ende November wird der GMW-Vorstand, dessen Mitglied ich bin, über die Neuausrichtung entscheiden.
- Die Arbeit an der Zeitschrift für E-Learning, die ich gemeinsam mit Andrea Back, Gabi Reinmann und Rolf Schulmeister herausgebe, geht sehr gut voran. Demnächst erscheint die zweite Nummer und Ende November ist mein Call für die Nummer zu E-Learning Standard, die ich verantworte, zu Ende.
- Last not least möchte ich noch die beiden Bücher erwähnen, die ich in der Pipeline haben: Wissenschaftlich.Arbeiten.Buch (gemeinsam mit Sabine Payr) soll im Frühjahr 2007 erscheinen und E-Learning Szenarien: Ein Plädoyer für didaktische Vielfalt kommt hoffentlich noch im Herbst 2007 raus. - Ich bin mit der Zeitabschätzung jetzt ein wenig vorsichtiger geworden: Neue Positionen auf neuen Universitäten erfordern neue Zeitplanungen. Ich hoffe aber nun doch, dass ich besser planen kann - und ein weiterer Wechsel ist ja nicht mehr vorgesehen ;-) [Weiters bereite ich noch zwei Buchprojekte vor, die ich jedoch als Überraschung erst gegen Ende nächsten Jahres ankündigen werde...]
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eContent Dialog in Wien
Ein Feuerwerk von neuen Ideen
Am Freitag habe ich eine Keynote auf der 2. eContent-Dialog Veranstaltung gehalten. Ich habe versucht ein recht heikles und komplexes Thema unter dem Titel "Guter Content - guter Unterricht" anzuschneiden. Es war das erste Mal, dass ich die Forschungsergebnisse aus dem Projekt CampusContent an der FernUniversität Hagen, die letztlich zu einer geänderten Sichtweise des Begriffs Lernobjekte führen, nicht nur vor WissenschaftlerInnen präsentiert habe. Vor etwa 150 Lehrerinnen und Lehrer aus Volks-, Haupt- und Mittelschule habe ich bei der Entwicklung von Lernobjekten für eine Trennung von Informationsgehalt und didaktische Integration geworben. Den anwesenden "Content-Produzenten" (ua. Verlage) habe ich nahegelegt, sich auch mit der Entwicklung didaktischer Szenarien als eigenes inhaltliches Gebiet zu beschäftigen. Insbesondere habe ich auf die Bedeutung von Metadaten und neuen - noch zu entwickelnden - Austauschmodellen von sogenannten Open Content unter der Creative Common Lizens hingewiesen.
Danach stellte Salzburg Research die soeben fertig gestellt SbX-Studie zu Bekanntheit und Nutzung webbasierter Lehr- und Lernmaterialien in Schulen vor. Die Präsentation war etwas mit Zahlenmaterial überfrachtet, was zum Teil auch daran lag, dass die Ergebnisse erst seit kurzer Zeit vorlagen. Hier wäre eine genauere Analyse mit einer engagierteren Interpretation meiner Ansicht nach notwendig. Ich würde mir selbst gerne die Ergebnisse im Detail anschauen, konnte aber der Studie bisher (im Netz) nicht habhaft werden. Die Studie gibt es inzwischen als öffentlicher Download am e-teaching-austria.at Portal (geändert am 20.11.06).
Anschließend stellten drei VertreterInnen von Verlagen (Veritas, MANZ, Langenscheidt) ihre Sichtweise zu eContent dar. Wegen der Zeitüberschreitung im Referat von Salzburg Research und der herannahenden Mittagspause, war die Präsentation sehr kurz gehalten und kam es auch kaum mehr zu einer Diskussion. Mir ist daher nicht klar geworden, was eigentlich die bei den VerlegerInnen zugrunde liegenden Prämissen (Geschäftsmodelle, E-Learning Strategie) ihrer Angebote sind. Das wäre aber - insbesondere bei der Umsetzung meiner Idee eines Repositoriums auf Creative Common Basis, das neben eContent auch Templates für Didaktische Szenarien enthaltet - für meine weitere Arbeit wichtig. Hier muss ich mir also ebenfalls noch eine weitere "Hausausgabe" verschreiben: Wie können tragfähige Geschäftsmodelle aussehen, die von der Open Content Idee ausgehen und gleichzeitig auch die kommerziellen Interessen der VerlegerInnen berücksichtigen?
Nach der Mittagspause ging es dann in drei parallele Workshops: Grundschule, Sekundarstufe 1 und 2; wovon ich den letzten Track - also Sekundarstufe 2 - besucht habe. Die Workshops waren hoch interessant und auf sehr hohem Niveau. Mit E-Learning erfahrende LehrerInnen berichteten nicht nur über ihre Ideen und Projekte, sondern sparten nicht mit Tipps und Tricks und zeigten auch viele interessante Demos.
Walter Steinkogler vom Abendgynasium Salzburg stellte Österreichs Schulportal für Englisch vor, das er betreut. Eine einzige Fundgrube für Englisch-LehrerInnen. Besonders interessant für mich war es zu sehen, wie im Internet vorhandender Content didaktisch sinnvoll eingesetzt werden kann. Das entspricht ganz meiner Auffassung, dass wir uns weniger um die Produktion von neuem, "didaktisch reinem" eContent sorgen sollten, sondern vielmehr überlegen sollten, wie bereits vorhandender Content didaktisch wertvoll in den Unterricht eingebunden werden kann.
Ich würde mir zur Weiterentwicklung des Portals noch zweierlei wünschen:
- Einerseits eine Suchmaske mit der ich über (didaktische) Metadaten nach den verschiedensten Ressourcen suchen kann.
- Andererseits ein Forum, wo sich LehrerInnen über die Vewendung der Materialien und ihren Erfahrungen dabei austauschen.
Die in der Diskussion geäußerte Idee, dass eine Registrierung erfolgen soll, die nur einmal einen Download zulässt, danach aber vor dem nächsten Download ein Feedback verlangt, ist eine zusätzliche Schwelle. Sie birgt die Gefahr eines ungewollten Bumerangs: Statt einer stärkeren Verbreitung der interessanten Ressourcen könnte es zu einer eingeschränkten Nutzung der wichtigen Website kommen. - Wie könnte ein Modell aussehen, das stärker die gemachten Erfahrungen mit den Ressourcen einbezieht? Gerade das kreative Umgehen mit "normalen" Internetmaterialien ist ja die wesentliche Idee, die Walter Steinkogler mit seinem Portal anregen möchte. Dazu ist ein kompetenter Umgang mit Suchmaschinen erforderlich (Siehe dazu beispielsweise Suchfiebel.de). Zugegeben: EnglischlehrerInnen haben es hier leichter, weil natürlichsprachliches englisches Material zu Hauff im Internet vorhanden ist. Trotzdem: Die Probleme sind ähnlich wie bei anderen Sachgebieten - ein Pilotprojekt (vielleicht durchaus auch im Rahmen eines EU-Projektes (z.B. MELT?) könnte hier ein wichtiger Ansatzpunkt sein.
Stephan Waba stellte ein Projekt zur Leseerziehung vor. Er zeigte, wie mittels eines WikiWebs in moodle eine Gedichtedatenbank aufgebaut werden kann und für die interpretative Auseinandersetzung mit Gedichten genutzt werden kann. Sein Projekt wird für die TeilnehmerInnen der Veranstaltung sogar als Template eines moodle-Kurses zur Verfügung gestellt und kann entsprechend den eigenen Bedürfnissen abgeändert werden.
Peter Eichberger stellte - unter Hinweis auf die wichtige Seite Mathe Online, wo er auch aktiv ist - die Verwendung des Software Werkzeuges Derive 6 für den Mathematik Unterricht vor. Derive ist ein Klassiker unter den Computer Algebra Systemene (CAS). Dazu gibt es eine österreichweite Schullizenz des Bildungsministeriums; es kann also für Schulen äußerst kostengünstig eingesetzt werden.
Eichberger zeigte, wie er Arbeitsblätter vorbereitete, und Derive vor allem für die rämliche Darstellung von recht komplexen algebraischen Gleichungen verwendet. Ich kann mich noch auf meinen recht trockenen Mathematik Unterricht erinnern, wo noch diskutiert wurde, wo selbst die Verwendung von Taschenrechnern im Unterricht noch verboten waren, weil sie einen digital divide mit sich bringen würden. Mit bloßen Rechenschiebern (die übrigens ja auch nicht billig waren!) hatten wir zwar ein Hilfsmittel zur Berechnung, nicht aber zur Veranschaulichung. Mit solchen Werkzeugen wie Derive hätte der Mathe-Unterricht sicherlich viel mehr Spass gemacht!
Veronika Kunnert-Wernhart stellt zum Aschluss dieses Tracks Erfahrungen für den Biologie-Unterricht zusammen. Sie stellte ein Feuerwerk an Ideen und Werkzeugen zusammen. Eine Sammlung einschlägiger Ressourcen lassen sich über das Österreichische Schulportal für Biologie und Umweltkunde einsehen; die Ideen und der Umgang mit einschlägigen Werkzeugen findet sich auf Seite Methoden im E-Learning Unterricht - mit konkreten Beispielen für den Biologieunterricht. Eine unverzichtbare Fundgrube, die nicht nur für den Biologieunterricht von Bedeutung ist! So wird z.B. erklärt wie sich mit Hilfe von PowerPoint sogenannte Touchbilder (Abbildungen mit sensiblen Bereichen) erstellen lassen (PDF-Datei, 1.1 MB). Neben den bekannten und beliebten Hot Potatoes wird auch das neue Programm JavaClic - ein (kostenloses!) Autorentool zum Erstellen von interaktiven Übungen am PC ohne Programmierkenntnisse - mit einem Link auf die Seiten des Education Highway erläutert. Auf der Clic-Plattform http://clic.eduhi.at/ können eine Vielzahl bereits fertig erstellter Übungen zu verschiedensten Fachgebieten und Unterrichtsgegenständen heruntergeladen werden. Weiters finden Sie dort auch einen Online-Kurs sowie ein Handbuch, die Sie bei Ihren ersten Schritten mit JClic unterstützen!
Wie Sie sehen: Eine hoch interessante Veranstaltung mit einer großen Ausbeute an (neuen) Informationen. Den Abschluss, an dem ich leider nicht mehr teilnehmen konnte, bildete eine Einführung in EU-Projekte wie OLCOS (wo ich ebenfalls - noch als FernUni Hagen involviert bin) und CALIBRATE.
Erfolgreich moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Narosy, der sowohl die Verlagsseite als auch die Ausbildungsseite von E-Learning sehr gut kennt. Die Ergebnisse (Foliensätze etc.) werden demnächst auf den Seiten der E-Lisa Academy zur Verfügung gestellt werden. Watch http://www.e-lisa-academy.at/index.php?cid=6433 !
SBX-Studie
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Guter Content = guter Unterricht?
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E-Learning Szenarien - Vorarbeiten zu einer didaktischen Taxonomie
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Unterrichtsmethoden als Handlungsmuster - Vorarbeiten zu einer didaktischen Taxonomie für E-Learning
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Wiederverwendung von Lernobjekten aus didaktischer Sicht
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Didaktik und Reusable Learning Objects (RLOs)
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E-Learning Strategien an AT-Hochschulen
Auf Einladung der Abteilung VII/10 (Studieninnovation und Forschungsfragen im Hochschulbereich) des bm:bwk fand am 16. November ein Workshop zur strategischen Ausrichtung von E-Learning an österreichischen Hochschulen statt. An die 100 VertreterInnen von E-Learning Projekten überlegten und diskutierten den Stand sowie die weitere Zukunft von E-Learning an Österreichs Hochschulen. Es ging um eine Evaluierung der "Impulse für nachhaltige Entwicklungen" (so der Titel der Veranstaltung), die sich aus der Initiative Neue Medien in der Lehre (NML) entwickelt haben. In drei Themengruppen wurden die Erfahrungen der 25 NML-Projekte (Fördersumme: 8 Mio. €) und der 11 Strategie-Projekte (Fördersumme 3 Mio €) verarbeitet und kritisch beleuchtet.
Sektionschef Mag. Friedrich Faulhammer hielt einen sehr warmherzigen und engagierten Eröffnungsvortrag, der sich sehr wohltuend zu den Beiträgen des früheren Sektionschefs Dr. Sigurd Höllinger abgehoben hat. Herr Faulhammer hat nicht nur das Team um Frau Mag. Andrea Ecker gelobt und in den Mittelpunkt gestellt, sondern auch glaubhaft klar gestellt, dass er die bisherige Entwicklung von E-Learning an den österreichischen Hochschulen als wichtigen Beitrag für die Qualitätsentwicklung der Lehre hält und diese Bewegung daher auch weiterhin unterstützten wird.
Das Setting und die Fragestellungen
Die Veranstaltung gewann schon eine bestimte Dynamik durch das räumliche Setting (siehe Grafik): An 9 verschiedenen Tischen von 8-10 Personen wurden entsprechende Beiträge aus verschiedenen Sichtweisen erarbeitet. Der Tisch der ExpertInnen bestand aus Studierenden und der Leiterin des Evaluationsprojektes eStudy Frau Univ.Prof.Dr. Manuela Paechter. Dann gab es Tische mit VertreterInnen der NML-Projekte und der Strategieprojekte, Tische der Steuerungsgruppe, die die NML-Projekte evaluierte und begleitete und der Jury der Strategieprojekte. (Ich musste teilweise meinen Platz wechseln, weil ich in beiden Projektinitiativen eine Rolle spielte.) Auch das bm:bwk formte eine eigene Diskussiongruppe und stellte ihre Überlegungen zur Diskussion. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Univ.Prof.Dr. Ralph Grossmann, Leiter der IFF-Abteilung "Organisationsentwicklung" der Universität Klagenfurt.
Es wurden in drei zeitlichen Abschnitten folgende Fragen diskutiert:
- Wie ist es den inhaltlichen (Content-)Projekten der NML-Ausschreibung gelungen nachhaltige Entwicklungen in Gang zu setzen?
- Welche Erfahrungen sind aus den nun mehr seit einem Jahr laufenden Strategie-Projekten zu ziehen?
- Wie soll es zukünftig weiter gehen? Welchen Punkten gilt es besondere Aufmerksamkeit zu schenken?
Die Ergebnisse
Das Arrangement der Veranstaltung hat zu verschiedenen Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven geführt. Mit als Teilnehmer, der selbst involviert war, ist es daher nicht möglich die Ergebnisse klar, übersichtlich und vor allem vollständig darzustellen. Ich konzentriere mich daher auf einige Punkte, die mir persönlich wichtig vorgekommen sind:
- Die Nachhaltigkeit der NML-Projekte zeigt sich vor allem dadurch, dass keines der Projekte gescheitert ist (hier wurde ein Lob der ständigen und professionellen Begleitung durch die Steuerungsgruppe ausgesprochen) und nach wie vor aktiv ist.
- Unter Nachhaltigkeit wird aber nicht bloß die Erreichbarkeit der Ergebnisse über eine URL verstanden, sondern die ständige Wartung und Pflege der Projektinhalte. Wartung und Pflege – das hat sich deutlich gezeigt – ist eine Chefsache, kann nicht den einzelnen HochschullehrerInnen überlassen werden, sondern muss in die Struktur der jeweiligen Hochschule integriert werden.
- Die Content-Projekte haben eine Leuchtturmfunktion übernommen und waren die Voraussetzung für die nachfolgenden E-Learning Strategie Projekte. Diese wären ohne, dass eine professionelle Community geschaffen und ausgebildet wurden, nicht möglich gewesen.
- Als Erfolgsfaktoren für die Nachhaltigkeit wurden erwähnt:
- Nicht für die Studierenden entwickeln, sonden mit den Studierenden entwickeln! Die Einbindung der Studierenden ist für die nachhaltige Entwicklung zentral. Schließlich sind es ja die Studierenden, denen diese Angebote letztlich zugute kommen sollen.
- Obwohl die strukturelle Einbindung für eine nachhaltige Entwicklung zentral ist, bleibt das persönliche Engangement der BetreiberInnen und Pioniere weiterhin äußerst wichtig. Die Anonymität der Struktur muss mit dem persönlichen Commitment verantwortlicher Persönlichkeiten ergänzt werden.
- Strategien die E-Learning in die Curriculas integrieren ("Push-Initiativen") müssen durch Initiativen, die neue Curricula gestalten, die E-Learning erforderlich machen ("Pull-Initiativen") ergänzt werden.
- Die Weiterentwicklung von E-Learning Strategien hängt eng mit der strategischen Positionierung der jeweiligen Hochschule zusammen und muss den Blick auf den europäischen Bildungsraum richten (eBologna): Wozu braucht die jeweilige Hochschule im europäischen Bildungskontext E-Learning?
- Nachdem mit den NML-Projekten Initiativen "von unten" gestartet wurden, geht es jetzt darum diese Bewegungen "von oben" zu stärken. Das geht sowohl über Zielvereinbarungen als auch über Anreizsysteme für Lehrende. Stab- und Liniensysteme der Anleitung müssen sinnvoll kombiniert werden.
Die Sicherung der Nachhaltigkeit ist eine Führungsaufgabe; sie erfordert das persönliche Engangement von (Vize-)Rektoren und die Integration von Qualitätsmanagement und Controlling in die jeweilige Organisationsstruktur.
Zu überwindende Schwierigkeiten
Es wurden einige Problempunkte kritisch angemerkt:
- Die Strategie-Entwicklungen sind zum Teil an der Basis noch nicht angekommen. So gab es manche kritische Anmerkungen von VertreterInnen der NML-Contentprojekte zu den Tischen der Strategieprojekte.
- Es gibt nicht nur Unterstützung für E-Learning sondern auch (nach wie vor) Widerstände; in einigen Teilen der Community ist auch bereits eine Übersättigung von E-Learning zu bemerken. - Höhere didaktische Flexibilität der E-Learning Angebote könnte hier eventuell helfen.
- Der strategischen Ausrichtung durch das (Vize-)Rektorat steht zum Teil der Senat mit seiner Curriculumskompetenz entgegen.
- Die Anreizmodelle für die Lehrenden sind z.T. zu einfach gestrickt (weniger Präsenzlehre durch E-Learning) und erfordern in nächster Zeit besondere Anstrengungen beim Suchen und bei der Implementierung kreativer Modelle.
Zukünftige Schwerpunkte (2007-2009)
Am Ende wurden - leider aus zeitlichen Gründen meiner Ansicht nach etwas zu kurz gekommen - Ideen für die zukünftige Schwerpunktsetzung angedacht. Es folgt wiederum ein persönlich gefärbter Auszug aus der Diskussion:
- Eine stärkere Beachtung didaktischer Szenarien ist nach wie vor wichtig. Nach wie vor sind es noch meist "niedere" Formen von E-Learning (wie Download von PDF-Dateien, Präsentation von Webseiten) die massenhaft verbreitet sind. Es werden Contentpools benötigt, deren Inhalte eine Einbindung in eine Vielzahl didaktischer Szenarien ermöglichen.
- Standardisierung von E-Learning Technologien, Open Source, Open Content (hier wurde insbesondere auf die Creative Commons Linzenz hingewiesen), Entwicklung neuer Informationsservices (Meshup = Mischen von Inhalten, Anwendungen und IT-Infrastrukturen) sind wichtige Punkte für die zukünftige Entwicklung.
- Weiters wurden genannt die Forschung zu neuen didaktischen Szenarien für E-Learning, die Schaffung einer nationalen Zertifizierungs- und/oder Clearingstelle für E-Learning an österreichischen Hochschulen, der weitere Ausbau der österreichischen ePortfolio-Initiative, die stärkere Kooperation mit internationalen Organisation und Partnern aus der Wirtschaft, die stärkere Integration von E-Learning mit Verwaltungs- und Administrationssoftware (= "Campus Management"), die Förderung von Joint und Double Degrees, die Schaffung von (gesetzlichen) Rahmenbedingungen zur Unterstützung (elektronischen Prüfungen, Rechts- und Organistionsmodelle, Anreizsysteme wie Leistungspunkte auch für die Lehre, siehe z.B. das neue Konzept der Teaching Points).
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Österreichisches E-Learning Familientreffen
Back Home in Austria
Vom 17.-18. November fand an der Medizinischen Universität in Graz die 13. Tagung des Vereins Forum Neue Medien Austria (fnm-a) statt. Die Veranstaltung wendet sich an alle interessierte Hochschullehrende in Österreich und besteht zum größten Teil aus den Delegierten der Mitgliederorganisationen (= Hochschulen) des Vereins. Deshalb wurde auf der Tagung auch manchmal diese regelmäßigen Veranstaltungen als "Familentreffen der österreichischen E-Learning Community" bezeichnet.
Nach meinem Aufenthalt in Deutschland war dies wiederum das erste Mal, dass ich an dieser Art von Tagung in Österreich teilnahm. Selbst inzwischen Delegierter der Donau-Universität Krems (DUK) war dies tatsächlich wie ein Familientreffen. Ich konnte sowohl in vielen Gesprächen frühere Bekanntschaften erneuern als auch eine Reihe neuer Kontakte knüpfen und mir so ein Bild über die österreichische E-Learning Community im Hochschulbereich verschaffen.
Struktur der österreichischen E-Learning Community
Nach meinem Abgang an die FernUniversität Hagen war diese Community noch - bildlich gesprochen - ein kleines Pflänzchen gewesen. Zu dieser Zeit hatte ich auch noch die Ehre eine gewisse tragende Rolle zu spielen (damaliger Spitzname: Mr. E-Learning Austria). Das hat sich nun grundlegend geändert: Inzwischen ist die E-Learning Community zwar noch kein Wald aber zu einem kräftigen Baum mit vielen Ästen angewachsen. Die Community ist aber nicht nur zahlenmäßig enorm gewachsen, sondern hat sich auch durch die vielen E-Learning Stabstellen an den Hochschulen weitgehend professionalisiert.
Der Teilnehmerkreis hat sich nach meiner Beobacht etwa folgendermaßen zusammengesetzt: Es kommen zu den 2x im Jahr stattfindenden fnm-a Veranstaltungen im Schnitt etwa jeweils 100 TeilnehmerInnen. Das hängt zum Teil ein wenig vom Ort und auch der gewählten Zeit ab. In Location, die schwerer erreichbar sind (z.B. Vorarlberg) sind es etwas weniger TeilnehmerInnen, in Wien naturgemäß dafür mehr. Ich schätze, dass im Schnitt etwa 2/3 durch engagierte HochschullehrerInnen (zum Teil in Leitungsfunktionen) gebildet werden, die E-Learning selbst verwenden bzw. anleiten. Dazu zähle ich auch den (noch?) geringen Teil an österreichischen "E-Learning Professuren", die leider nicht alle anwesend waren. Ein anderer Teil (etwa ein Drittel?) wird durch die MitarbeiterInnen der hochschulweiten Supportzentren gebildet, die sich berufsmäßig mit der Implementierung von E-Learning an ihren jeweiligen Institutionen beschäftigen.
Inhaltliche Eindrücke
Der meiner Meinung nach entscheidende Vorteil dieser Veranstaltung besteht für mich in der lockeren informellen Atmosphäre. Kaum auf einer universitären Tagung wird so detailliert über Erfahrungen (inklusive aufgetretener Probleme) berichtet und diskutiert. Die fnm-a Tagungen sind für mich - und ich glaube auch für andere Hochschullehrende - zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Erfahrungsaustausches und der Netzwerkarbeit geworden.
In ihrer Keynote berichtet Dr. Gudrun Bachmann vom LernTechNet der Universität Basel über die Erfahrungen aus dem strategischen Gesamtkonzept der Integration von E-Learning in die Hochschule. Der Vortrag war für mich persönlich nicht nur aus strategischer Implementierungssicht hoch interessant, sondern auch aus der gewählten didaktischen Perspektive heraus. Ähnlich wie ich in meinem geplanten neuen Buch "E-Learning Szenarien - EIn Plädoyer für didaktische Vielfalt" geht auch der Baseler Ansatz von der Polarität didaktischer Dimensionen aus. Polarität ist kein kontradiktorischer Widerspruch (z.B. tot-lebendig = entweder das Eine oder das Andere) sondern Pole bilden komplementäre Verhältnisse ab, die nicht nur zusammen gehören und untrennbar sind, sondern vor allem zwischen den Polen Abstufungen haben (z.B. heiß-kalt, dazwischen gibt es auch noch warm, kühl etc.).
Ich muss allerdings gestehen, dass sich der Baseler Ansatz auf Ludwig Duncker, Professor für Erziehungswissenschaft
mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik bezieht; einem Autor, den ich bisher noch nicht rezipiert hatte. Ich werde dies bei Gelegenheit nachholen. - Ich möchte hier auch nicht weiter ins Detail gehen, sondern die Auseinandersetzung mit diesem - mir sehr ähnlichen Ansatz auf später verschieben. Als erste Ressource mag der Artikel Lernen und Didaktik - Bachmann, G., M. Dittler, et al. (2004). Didaktik und Lernen. Uni Nova, Wissenschaftsmagazin der Universität Basel. 98: Nov. 2004:15-17. - dienen.
Aus meiner Sicht weit weniger interessant und spannend war die Keynote von Dr. Norbert Pachler, einem gebürtigen Österreicher, der am Institute of Education an der University of London arbeitet. Er berichtete über (nicht ganz neue) didaktische Konzepte der Ausbildung von Professionals am Beispiel des Master of Teaching, einem Masterstudiengang für LehrerInnen. Sein (in Englisch gehaltener) Vortrag war für mich zu allgemein und ging nicht über die in der Website bereits bereitsgestellten Infos hinaus.
Eigener Vortrag: Die Zukunft des Medida-Prix
Ich selbst hielt in einem der Track ebenfalls einen Vortrag und zwar zu der zukünftigen Perspektive des Medida-Prix, dessen wissenschaftlicher Leiter ich seit September 2006 bin. Nachdem ich die Idee und die vergangenen Schwerpunkt der Preisverleihungen dargestellt hatte, prsäentierte ich zwei alternative Vorschläge:
- Modell Verstetigung: Statt den Medida-Prix weiterhin als "Preis für die Innovation der Innovation" auszurichten, werden mehrere Kategorien (z.B. Mediendidaktik, E-Learning Strategie, Nachhaltigkeit,...) gebildet, in denen Best Practice Beispiele ausgezeichnet werden. Der Preis wird zu diesem Zweck aufgeteilt (z.B. 5 x 20.000 €) und in den jeweils verschiedenen Kategorien vergeben.
- Modell Change Agent: Der Medida-Prix wird weiterhin nach der Runde zur Nachhaltigkeit (2000-2003) und der Runde Nachhaltigkeit und Strategie (2004-2007) auf ein zentrales Anliegen gerichtet, wo er einen Kulturumschwung herbeiführen soll. Ich habe dazu "Content Sharing" vorgeschlagen, d.h. der Medida-Prix soll für Initiativen auszeichnen, die zu einem verbesserten Austausch von E-Learning Inhalten beitragen (z.B. Repositorien bzw. Referatorien, Systeme und Werkzeuge zur Anreicherung von Metadaten, Austauschmodelle, Bewegungen für Content Sharing, Entwicklung von Suchalgorithmen, die freien Content aufspüren, Umsetzung und Verbreitung der Creative Commons Lizenz wie z.B. Schaffung einer "Remix"-Lizenz für E-Learning Kurse etc. etc.
- Diese Idee entspricht den Ergebnissen des Strategieprojekt, die das fnm-a zur Nachhaltigen Entwicklung von eLearning Content durchgeführt hat.
- Es kann natürlich nicht um ein einziges (nationales) Content Repositorium gehen, die Inhalte sollen vielmehr bei den jeweiligen Produzenten bleiben (Referatory) und über Protokolle (wie z.B. das OAI PMH, Protokoll für Metadaten Harvesting) virtuell zusammengestellt werden.
- Warum nicht auch einen 2. und 3. Preis vergeben?
Ich füge den in Graz vorgestellten Foliensatz - ergänzt um die eine, plötzlich verschwundene Folie ;-) - diesem Beitrag als Anhang bei.
Delegiertenversammlung
Die Veranstaltung wurde durch die Generalversammlung der Delegierten abgeschlossen. Es wurden zwei Stellen im Vorstand nachbesetzt (Prof. Dr. Michael Auer für die Fachhochschulen und Univ.Prof. VIzerektor Dr. Herbert Kalb für die Universitäten). Den beiden ausscheidenden Vorstandsmitgliedern (Prof.Dr. Johann Günther/FH und Univ.Prof.Dr. Roland Mittermeir) wurde für Ihre Arbeit und Engagement mit minutelangen Standing Ovations gedankt.
Es wurde über das fast abgeschlossene Strategie-Projekt berichtet, dessen Egebnisse schon fast alle über das fnm-a Portal frei zugänglich erhältlich sind. Mit einiger Verwunderung wurde der dort publizierte "Disclaimer" moniert, der einen Passus enthält, dass es sich bis zur Abnahme durch dasbm:bwk nur um eine "vorläufigen Bekanntgabe" handelt. Der Grund liegt - soweit ich das verstanden habe - darin, dass es sich um keine Förderung sondern um einen Projektauftrag gehandelt hat und der Auftragnehmer über alle Rechte der Projektergebnisse verfügt. Dr. Bernd Simon wurde für die Plattform gedankt, die nicht nur sehr informative sondern auch innovative kooperative Arbeitsformen im Wikiformat ermöglicht. Besonders erwähnt wurden die enorm hohen Zugriffszahlen, wovon ein guter Teil auf das stark nachgefragte Rechtsportal, das auch über http://www.elearningrechtsfragen.at erreichbar ist, zurückgeht.
Zusammenfassung
Die Tagung war von den VeranstalterInnen ausgezeichnet organsiert worden. Josef Smolle, der zum 1. Jänner 2006 zum Professor für Medien in der Medizinischen Wissensvermittlung und -verarbeitung berufen wurde (Gratulation!), gelang es sowohl Stadt (Empfang beim Bürgermeister) als auch Land (Empfang beim Landeshauptmann) als auch unzähliche Sponsoren für die Veranstaltung zu gewinnen.
Zukunft des Medida-Prix
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Medida-Prix: Quo vadis?
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David Wiley: Content ist bloß das Lagerfeuer, um das wir uns sammeln (OER, Seminar 1)
Das ist der erste Teil meines Berichtes über das Seminar "Open Educational Resources - Institutional Challenges", das an der Universitat Obertate de Catalunya (UOC) vom 22.-24. November 2006 stattfand. Das Seminar wurde vom UNESCO Lehrstuhl für E-Learning organisiert (siehe auch Pressemeldung der UOC).
Das Seminar begann mit einem Beitrag von David Wiley, der mit seinem Open Content Blog sowie seiner zahlreichen Artikel zu wiederverwendbaren Materialien ("Lernobjekten") und zur Open Access/Open Content Fragen bereits weltweit bekannt ist. Sein Vortrag war sehr professionell vorgetragen und ich fand ihn auch inhaltlich sehr spannend, besonders was den ersten Teil betraf.
Sein Hauptargument - das ich teile - war, dass Content alleine ist nicht ausreichend für Bildung, andernfalls würden ja Bilbiotheken genügen und wir würden keine Schulen oder Universitäten brauchen. Content ist für ihm bloß das Lagerfeuer (Campfire), um das wir uns sammeln. Entscheidend ist aber, was wir dann tun. Content ist notwendig für Bildung aber nicht ausreichend. (Das hängt meiner Meinung nach davon ab, was unter "Content" verstanden wird. Wenn wir Content als vorfabrizierten Inhalt verstehen, den wir für die Lerner entwickeln, dann stimme ich nicht zu. Wenn wir jedoch unter Content ganz allgemein Inhalt, Problem oder Fragestellung verstehen, dann stimme ich zu.)
Nach Wiley sehen wir uns von 6 großen Veränderungen herausgefordert:
- Wandel von Analog zu Digital
- Wandel von Fixem, Festverbundenm zu Mobilität
- Wandel von Isoliertheit zu Verbundenheit
- Wandel von Allgemeinem zur Personalisierung
- Wandel von Konsum zum Generieren, Erzeugen, Gestalten
- Wandel von Geschlossenheit zur Offenheit ("Openness")
Nach Wiley nun ist es notwendig, dass wir bei wirklichen Innovationen alle 6 Dimensionen gleichzeitig beachten. So sind beispielsweise Online-Selbstlernkurse nicht besonders innovativ, da dabei nur die ersten beiden Dimensionen geändert sind (digital und mobil).
Mit Ausnahme des letzten Punktes finde ich David's Denkfigur interessant. Beim letzten Punkt meine ich aber wird der Wunsch zum Vater des Gedanken. Nicht umsonst brachte er hier keine Beispiele und deshalb war für mich auch der zweite Teil seines Referat weniger überzeugend. Er beschwor "Openess" herauf ohne klar zu machen, worin denn die treibenden (sozialen) Kräfte bestehen, die diesen Trend forcieren:
"Openness" (Offenheit?) ist für ihn der entscheidene, alles ins Lot bringende Katalysatpr: Ohne Offenheit lässt sich Wandel 3 (Verbundenheit) nicht errreichen, weil eben nicht verknüpft werden kann. Ohne Offenheit lässt sich nicht personalisieren, weil nicht die notwendigen Rechte vorhanden sind um die entsprechenden Änderungen vorzunehmen. Und ohne Offenheit lässt sich natürlich schon gar nicht etwas neues schaffen, weil es dann keine Prozedure und Platz gibt, wo neue Sachen entstehen können bzw. hinaufgeladen werden können.
Ja, wie gesagt ein interessanter Gedanke. Offenheit ist unter all den von David erwähnten Gesichtspunkten sehr wichtig, ist vielleicht tatsächlich so eine Art zentrales Bindeglied für die anderen fünf Punkte. Nur: Worin zeigt sich dass Offenheit ein unumkehrberer Trend geworden ist? Muss sich Offenheit einfach alleine deshalb durchsetzen, weil es einen Trend in den anderen 5 Faktoren gibt?
In seinem Referat gab noch drei weitere interessante Punkte:
- Er brachte die Geschichte von einem Polo-Trainer (Polo mit Pferden) der sehr erfolgreich war und nun von seinem Manager aufgefordert wird, die Wasserballmannschaft (Water Polo) zu trainieren. Schließlich geht es ja um dieselben Dinge: Tore dem Gegner schießen, eigene Tore verhindern - und schließlich ist ja beides Polo. Er wollte damit demonsgtrieren, dass traditioneller Präsenzunterricht nicht dasselbe ist wie Online-Unterricht. Zwar verfolgen wir dieselben Ziele aber mit ganz anderen Mitteln und Strukturen. Es ist notwendig, dass wir gerade diese Besonderheiten, berüksichtigen, die jeweilige Kultur respektieren. Erst dann werden unsere Bemühungen erfolgreich sein.
- Er setzte sich von seinen eigenen Beiträgen zu Lernobjekten (LOs) ab "I have to confess, I'm guilty in this respect!" und will nun statt der Wiederverwendbarkeit vor allem die Lokalisierung (Personalsiierung) von Content forcieren. Wenn immer wir die berühmt-berüchtige Abkürzung LO sehen, sollen wir dies nicht mehr "Learning Object" sondern als "Localized Object" interpretieren. [Das passt wunderbar in meine eigene Theorie, wo das Didaktische Szenario, diese "Lokalisierung" darstellen würden. Siehe später meinen eigenen Beitrag]
- David stellte die Gleichung auf: Education = Content + Help + Jemand der sich darum sorgt (Eltern, Lehrer etc.). In der Diskussion wird er von Niall Sclatter darin richtigerweise kritisiert: Das dritte Ingredenzium ist nicht notwendige Bedingung. Wenn wir die sich selbst organisierenden Lernenden vor Augen haben, dann entfällt der dritte Faktor bzw. liegt in der Motivation der Lernenden selbst. Aus meiner Sicht würde mich besser die folgende Gleichung gefallen: Education = Content + Practices + Support (Help, Feedback etc.). Diesen Gedanken muss ich mal bei Gelegenheit - ganz im Sinner von Bourdieus sozialer Praktiken genauer verfolgen um soetwas vielleicht wie "Offene Praktiken" identifizieren zu können. Das wäre dann nämlich vielleicht der gesuchte entscheidende Katalysator für den von David (bzw. allen TeilnehmerInnen des Seminars) angepeilten Kulturwechesel.
Wie gesagt - und ich glaube das sieht man auch an der Länge und Detailliertheit meiner Aufzeichnungen: Ein wirklich sehr inspirierender Vortrag!
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Zunächst vielen Dank für den ersten Ausblick auf die Learntec 2007. Ich bin ganz Ihrer Meinung, dass Themen die heute in aller Munde sind auf jeden Fall im kommenden Jahr einen großen Platz einnehmen sollte.
Gerne verfolgen wir das Konzept unter http://www.learntec.de weiter.
Grüße
Marco Ripanti
Ihre Ablehnung eines Call for Papers Verfahrens möchte ich unterstützen. Die Learntec sollte nicht nur über neue Methoden und Wege berichten und diskutieren sondern diese soweit als möglich selbst praktizieren. Wenn Vorträge auf der Learntec erst als Aufwertung des eigenen Profils verstanden werden (so scheint es mir bisweilen), dann sind wir im Vergleich zur Struktur des klassischen Wissenschaftsbetriebs kein Stück weitergekommen. Man sollte nicht auf der einen Seite über social software und folksonomy reden aber gleichzeitig die Learntec wie einen klassischen Kongress organisieren.
Die Idee eines virtuellen Kongresses im Vorfeld scheint mir sehr geeignet. Details wären natürlich noch zu bestimmen.
Gruß, Bernhard Hiegl
Nicht nur in die Vorbereitung zur Learntec sollte mehr Aktivität, sondern vor allem während der Messe. Siehe meine Messe-Nachlese:
< Komplett: http://www.vcademy.de/wordpress/?cat=11 >
... Zum Beispiel als informeller Lernpark: Unter Mitwirkung der Aussteller wird eine Lernumgebung eingerichtet, auf die von (hoffentlich) vielen Ständen aus zugegriffen werden kann. Hier sind Infos zur Messe, dem Kongress und - ganz wichtig - Fachartikel, Interviews etc. abrufbar. Darüberhinaus können Kommentare und Meinungen abgegeben werden. Besucher können ohne Registriereng, also so einfach wie möglich, an den Terminals auf der ganzen Messe sich an Diskussionen beteiligen und Wissen austauschen (wie war dies doch mit eLearning und Wissensmanagement?). Es stehen die Vorträge aufrufbar bereit, evtl. werden diese live übertragen. Es würden sicher einige
Aussteller bereit hierfür das notwendige Equipment und Softare bereit zu stellen. ...
Lore Reß
Also habe ich eine private Initiative ergriffen und mit ein paar Partnern und Kunden die folgende erfolgreiche Aktion durchgeführt: LEARNTEC Live online Sessions
Wir haben nicht viel Geld in die Werbung gesteckt, aber die Live Online Sessions waren teilweise besser besucht als die offziellen Messeforen. Im Vorfeld der Aktion wurden wir sogar dazu aufgefordert nicht zuviel Werbung dafür zu machen. No Comment.
Auf jeden Fall konnten wir eine Menge Erfahrungswissen über Live Online Veranstaltungsreihen in und um die LEARNTEC herum sammeln. Das stelle ich gerne zur Verfügung.
Matthias Rückel