wissenschaftlich.arbeiten.buch

Studieren und Forschen mit dem InternetSabine Payr und ich bereiten eine Neubearbeitung unseres Buches Studieren und Forschen mit dem Internet vor. Es wird komplett überarbeitet und unter anderem auch zwei völlig neue Kapitel beinhalten: Online Studieren und Empirisch Forschen. Es wird im geänderten Layout und auch mit einem anderen Titel voraussichtlich im Herbst erscheinen. Die Diskussion um den Titel ist noch nicht ganz abgeschlossen. „Studieren und Forschen mit dem Internet“ war marketingmäßig leider ein recht schlecht gewählter Titel: Er machte nicht klar, dass unser Buch eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten ist – und sich gegenüber den vielen anderen Büchern dieses Genres vor allem durch die integrative Einbeziehung des Internets auszeichnet. Jetzt denken wir an den etwas witzigen gemeinten Titel wissenschaftlich.arbeiten.buch der bereits mit seiner Form auf das Internet anspielen soll. In einem Untertitel soll dann diese Anspielung noch konkretisiert werden.

Als Ergänzung planen wir einen Website. In seiner minimalen Version soll er aktuelle Links zum Buch beinhalten. Damit soll der Teil zum Wissenschaftlichen Arbeiten des BASES Website, der ja seit Jahren (seitdem ich nicht mehr in Innsbruck bin und die Projektfinanzierung ausgelaufen ist) nicht mehr gewartet wird, ersetzt werden. So werden bei der Suche unter „Recherchieren“ 107, bei „wissenschaftliches Arbeiten“ nur 29 und unter „Studieren“ gar keine Beiträge gefunden. Viele Links sind trotz Linkchecker verweist; so verweisen Links zu meiner Mailadresse weiterhin auf die Uni Innsbruckadresse, die es seit langem nicht mehr gibt.

Dazu kam noch, dass es seitens der Uni Innsbruck, wo ich damals arbeitete, praktisch keinen Support bezüglich Website und Server gab. Wir – damals recht unerfahrenen Erziehungswissenschafler – mussten uns die technische Unterstützung selbst organisieren. Als dann auch noch der Server, den ich über informelle Wege von einem Kollegen in der Wirtschaftsinformatik geschenkt bekommen hatte und der ihn auch wartete, einging, gaben wir die Idee mit einem das Buch begleitenden Website vollkommen auf (vgl. web.archive.org). Wir wurden zu Recht dafür von der Community (z.B. Beats Biblionetz) dafür kritisiert. Die Schwierigkeit war es nicht so sehr, eine eigene Website zu betreiben, sondern das Zusammenspiel mit den recht komplexen Datenstrukturen aus dem BASES-Projekt. (Erst nach meinem Weggang von der Uni gelang es meinem Kollegen Theo Hug in Kooperation mit dem Leiter des damals neu eingerichteten Bereichs Lerntechnologien eine professionelle Unterstützung seitens der Uni für das Projekt zu erreichen und kam es dann zu einem professionellen Hosting seitens der Uni. Diese Nicht-Unterstützung seitens der Uni war übrigens auch einer der Gründe warum ich schließlich auch den Ruf an die FernUniversität in Hagen annahm.)

Nun: Ich hoffe, dass ich solchen Schwierigkeiten heute nicht mehr ausgesetzt bin. Einerseits habe ich eine berufliche Position erreicht, wo ich mir eine professionelle Unterstützung organisieren kann, andererseits ist es heute ja inzwischen auch für Pädagogen möglich Websites zu betreiben 😉 In Zeiten der interaktiven Webanwendungen (Stichwörter: Social Software, Web 2.0) möchte ich jedoch nicht mehr auf das recht langweilige Konzept von Datenbankeinträgen zurückgreifen oder mich auf eine Sammlung von Links beschränken. Ich frage mich, ob es nicht Sinn macht aus „Bordmittel“ – also ohne externe Finanzierung – einen Communitywebsite mit Zope/Plone zu gestalten. Ein Website rund um das wissenschaftliche Arbeiten, wo eine Community sich gegenseitig ihre Fragen beantwortet und sich aushilft, wo es aber auch eine Menge einschlägiger Informationen zum Thema gibt. Der Website könnte auch durch Lehrveranstaltungen, die ich sowieso abhalten muss, immer wieder Anstösse aus der Praxis d.h. von Studierenden bekommen.

Das Ganze soll auch deshalb nicht mehr über Projektdrittmittel finanziert werden, weil dann ja erst wieder – wie bei BASES – die Gefahr besteht, dass das Unternehmen nach Auslaufen der Projektfinanzierung ausläuft. (Ganz abgesehen davon, dass ich im Moment nicht sehe unter welchem Titel und Programm hier eine Einreichungung erfolgreich sein könnte.)  Ich glaube, dass ein Experiment der Community-Entwicklung es hier zwar zu Beginn schwieriger hat, auf lange Sicht (Nachhaltigkeit!) aber vielleicht erfolgreicher ist.

Was meinen Sie? Any ideas, wie diese Idee umgesetzt werden könnte/sollte?


4 Kommentare

Re:wissenschaftlich.arbeiten.buch

Kommentar von Amy am 04.05.2006 14:03

Aus meiner Erfahrung als Tutorin an der RUB kann ich berichten, dass es – sehr vereinfacht dargestellt – zwei Typen Erstsemester gibt: Die, die viel zu viele Bücher kaufen und die, die gar keine oder nur sehr wenige Bücher kaufen. Generell ist die Orientierungslosigkeit insbesondere bei solchen „Ratgeber“-Büchern groß, weil gerade in den Geisteswissenschaften viele Fakultäten unterschiedliche Anforderungen haben. Jeder Lehrstuhl, bzw. Prof. kocht sein eigenes Süppchen, will anders zitiert haben usw. Thesenpapier ist nicht gleich Thesenpapier, weil es unter derselben Bezeichnung an unterschiedlichen Instituten unterschiedliche Kriterien erfüllen muss – um nur ein Beispiel zu nennen.
Daher finde ich die Idee einer Community rund ums Buch sehr gut – besonders in den ersten Studienwochen ist Austausch untereinander ein Sicherheitsnetz. Trotzdem finde ich, sollte die Community auch ohne das Buch grundsätzlich zugänglich sein. Wie so etwas funktionieren kann, zeigt m. E. positiv die Community rund um die KOMA-Script Klasse, von Markus Kohm. Nicht unter Zope/Plone, sondern unter Drupal organisiert, hat sich da eine sehr rege und hilfsbereite Gemeinschaft gefunden, welche sich intensiv auf die KOMA-Script-Dokumentation (= in diesem Fall das Buch, frei zugänglich) und auch auf das Buch von Markus Kohm, welches ganz normal vertrieben wird, beruft. Die Seite beinhaltet also Informationen aus erster Hand (vom Autor) und die Plattform für die Community zum Projekt. Evt. einen Blick wert: http://komascript.de/

(Klar, dass es sich hier quasi um ein fachfremdes Beispiel handelt – nichts desto trotz gelungen, wie ich finde. 🙂 )

Re:wissenschaftlich.arbeiten.buch

Kommentar von baumgartneram 05.05.2006 13:40

Danke für den hilfreichen Hinweis. Unser Buch ist recht generisch aufgebaut, sodass es praktisch für alle Typen von Studierenden geeignet ist. Es stimmt zwar, dass es beim Zitieren immer Vorlieben des jeweiligen Profs gibt. Das haben wir aber immer betont bzw. berücksichtigt. Trotzdem gibt es ein paar Standards, die sich durchgesetzt haben und dann auch von Studierenden argumentiert werden können. (Viele Profs nehmen unkritisch immer noch das von ihnen während der Studienzeit erlernte System… ).

Das jeweilige Betreuungsverhältnis muss natürlich im Vordergrund stehen – vielen unserer Prüf- und Aktionstabellen sind daher prozedural und prioritisieren immer das jeweilige soziale Setting. Im Buch versuchen wir gerade zu zeigen, dass nicht bloß stur formalen Regeln zu folgen ist, sondern das (soziale) Betreuungsverhältnis wichtig ist und erst davon abgeleitet unsere Hinweise die entsprechende Relevanz haben.

Danke auch für Ihr wertvollen Beispiel: Wir schauen uns das noch genauer an. Mit Ihrer im zweiten Absatz geäußerten Idee bzw. Ausrichtung stimme ich aber durchaus überein.

Re:wissenschaftlich.arbeiten.buch

Kommentar von Dirk Richter am 19.05.2006 00:13

Hallo Peter,
fein, dass es mit dem Buch weitergeht.
Wenn ich bedenke, wie Du damals in meiner Küche in Göttingen wohl die ersten Ideen zu dem Buch hattest und wir stundenlang darüber grübelten, war es doch ganz nett.
Schade, dass es mit BASES alles so schief gelaufen ist.
Viel liebe Grüsse aus Berlin
Dirk

Re:wissenschaftlich.arbeiten.buch

Kommentar von reinmann am 28.05.2006 10:16

Lieber Peter,
habe den Eintrag eher spät entdeckt, nun aber in meinem Weblog aufgenommen. 🙂
http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/denkarium/?p=66

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