Bildung für eine joblose Gesellschaft

Der Artikel wirft die Frage auf, welche Veränderungen im Bildungsbereich durch die zu aktuelle technologische Entwicklung zu erwarten sind. Im Rahmen einer Videoaufzeichnung eines Vortrags an der Hamburger Universität vertrete ich die Auffassung, dass die kommende Rationalisierungswelle nicht mehr durch höhere (Aus-)Bildung ausreichend entgegen gewirkt werden kann und dass hohe Raten von Arbeitslosigkeit (ca. 50%) demnächst zu erwarten sind. Welche Bildung brauchen wir für eine Gesellschaft, wo es nicht mehr in erster Linie mehr darum geht, sich für einen Arbeitsplatz zu qualifizieren?

The Slow Professor: Strategies against Fast Capitalism

Der Artikel ist ein recht umfangreicher Review zum im April erschienen Buch „The Slow Professor: Challenging the Culture of Speed in the Academy“. Die beiden Autorinnen Maggie Berg und Barbara K. Seeger sind Professerinnen der Geistes- bzw. Bildungswissenschaften an kanadischen Universitäten. Das Buch hat mir nicht nur gut gefallen und angesprochen, sondern es hat mich auch sehr emotional berührt: Es reflektiert kritisch über viele Verhaltensweise aus der alltäglichen akademischen Praxis von Professor/innen, die mir alle sehr bekannt vorgekommen sind.

Technik ruiniert Sprache und Manieren

Wir haben uns im Alltag bereits gewohnt, dass Haushaltsgeräte mit uns in verworrener, abgekürzter und unhöflicher Sprache kommunizieren. Das liegt – so wird uns gesagt – am geringen Platz, der zur Verfügung steht. Es ist halt wirklich wenig Raum auf einem 10 cm Display unserer Kaffee- oder Waschmaschine. Trotzdem ärger ich mich jedes Mal, wenn ich morgens verschlafen die Kaffeemaschine einschalte und mit einem unfreundlichen „Wassertank füllen“ oder „Filter wechseln“ begrüßt werde.

Magic Cleaning auf der Festplatte

Lässt sich das Erfolgskonzept von „Magic Cleaning“ aus dem Bereich der realen Welt in das virtuelle Leben übertragen? Magic Cleaning ist ja nicht nur eine Strategie der Entrümpelung, sondern auch eine Vorgangsweise seinen eigenen Lifestyle zu überdenken und sich dabei selbst besser kennen zu lernen. Die Beschäftigung mit dem Gerümpel des Alltags hat Auswirkungen auf unser Denken und auf unsere Persönlichkeit. Oder wie Frau Marie Kondo es ausdrückt: Richtiges Aufräumen verändert das Leben. Stimmt das? Und wenn: Wie soll das mit dem Festplattenputz gehen? Warum sollen gelöschte Dateien mich selbstbewusster, zufriedener und ausgeglichener machen?

PURPLSOC 2015

Last week (Juli 3rd-5th) we hosted at our department the 1st Worldconference on Pursuit of Pattern Languages of Societal Change (PURPLSOC). This articles is a first (positive) review of the conference and tries to detect and enumerate elements responsible for the success of the conference. The 2nd PURPLSOC World-Conference will tale place in San Francisco from 28th-30th October 2016.

Mustersprachen und sozialer Wandel

Muster, Mustersprachen und deren Anwendung beschäftigen eine kleine, aber aktive Community seit Jahrzehnten. Die internationale Konferenz PURPLSOC 2015 von 3. bis 5 Juli 2015 an der Donau-Universität Krems will das theoretische Konzept von Christopher Alexander auch für die Praxis sozialen Wandels aufbereiten und bekannt machen. – Eine „Newcomers‘ Fair“ lädt am 3. Juli zum Kennenlernen der Anwendungsmöglichkeiten von Mustern in lockerer Atmosphäre ein. Die Teilnahme ist kostenlos!

World Conference PURPLSOC – Pursuit of Pattern Languages for Societal Change – 3.-5. July 2015, Krems, Austria

The World Conference PURPLSOC – In Pursuit of Pattern Languages for Societal Change – 3.-5. July 2015 at Danube University Krems will discuss and reflect on this recent development in the application of the pattern approach of Christopher Alexander. The conference wishes to stimulate the attention for pattern related work, both in the scientific community and the wider public, by showing its broad applicability and richness and bringing application/best practice examples from outside the scientific community into research.

E-Portfolio-Chapter gründen

Das Österreichische Chapter (= Landesverband) von Europortfolio wird am 17.9.2014 offiziell gegründet. Damit sollen ExpterInnen und AnwenderInnen vernetzt und die Verbreitung der E-Portfolio-Methode gefördert werden. Die österreichische Gründung wird von meinem Department gemeinsam mit Pädagogischen Hochschule Wien und der
Pädagogischen Hochschule Niederösterreich initiiert. Bis zum Jahresende werden deutsche, kroatische, polnische und nordische Landesverbände in ihren jeweiligen Ländern ähnliche Initiativen setzen.

Breitbandinternet am Land

Im Rahmen einer Veranstaltung im Gasthof SVETI in Karlstetten (bei St.Pölten/NÖ) habe ich ein Referat mit dem Titel „Internet: Von der Information zur Kommunikation und Zusammenarbeit“ gehalten. Der Artikel fasst die Inhalte aller Impulsreferate und der anschließenden Diskussion zusammen. Als Fazit der spannenden Veranstaltung ergab sich, dass der Ausbau des Breitbandnetzes eine Infrastrukturmaßnahme darstellt und daher von der öffentlichen Hand finanziert werden muss. Der Staat als Netzbetreiber bietet jedoch keine Endkundendienste an, d.h. das Netz ist offen für alle Dienstanbieter zu gleichen, transparenten und nicht-diskriminierenden EU-konformen Bedingungen.

Google Löschanträge – zweischneidiges Schwert

Nach einem Urteil des EuGH (Pressemitteilung, Volltext des Urteils) müssen BetreiberInnen von Suchmaschinen nun auch Suchergebnisse, die auf personenbezogene Daten verweisen, unter bestimmten Umständen löschen. Inzwischen hat Google ein dafür vorgesehenes Formular ins Netz gestellt. Google selbst meldet, dass bereits am ersten Tag bereits 12.000 EuropäerInnen das Entfernen von Suchergebnissen beantragt, die die Privatsphäre oder den Datenschutz verletzten (ARD, 30.5.2014). – Kaum hat Google das Formular online gestellt, hagelt es schon an Kritiken.

Mikrogesellschaften – eine Horrorvision

Google, Facebook und viele andere „innovative “ Unternehmen fühlen sich von demokratischen Gesetzen eingeengt. Es wäre schon viel mehr möglich, wenn nicht diese veraltete „Technologie“ einer Demokratie wäre. Diese 230 Jahre alte Idee ist antiquiert, und behindert den (technischen?) Fortschritt.

Cybersafety & Cybercrime – Livebericht eines Vortrages

Prof. Dr. Wouter Stol – zu Gast am Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien – spricht über Cyber Safety aus gesellschaftspolitischer Sicht. Er geht auf den ambivalenten Charakter der Technologie ein, kritisiert aber auch Maßnahmen der Polizeiarbeit, die zur Verhinderung von Cyber-Kriminalität getroffen werden. – Der Beitrag ist im Rahmen des Experiments einer live-Mitschrift entstanden.

Kritik am Journal Impact Factor (JIF)

Endlich gibt es eine Protestbewegung gegen den Journal Impact Factor (JIF)! Initiiert von der American Society for Cell Biology (ASCB) haben sich ForscherInnen, Verlage und andere Stakeholder Dezember 2012 in San Francisco getroffen und eine Deklaration zur Evaluierung von Forschung ausgearbeitet. Unterzeichnen auch Sie!

Lernen durch Engagement (LdE)

Was ist unter „Lernen durch Engagement“ (LdE) oder wie es im Englischen heißt „Service Learning“ zu verstehen? Mit diesem Beitrag versuche ich die (für mich neuen) Ideen und Initiativen, die hinter der Bewegung für eine sozial engagierte strategische (Hoch-)Schulenentwicklung stehen, zusammen zu fassen. Außerdem stelle ich Empfehlungen von Thomas Sporer für einschlägiges weiterführendes Material zusammen. Mein Ziel dabei ist es, dieses Material als erste persönliche Annäherung zu diesem Thema zu nutzen und eventuell in einer entsprechenden zukünftige Schwerpunktsetzung in meiner weiteren Arbeit an der Donau-Universität Krems umsetzen zu können.

MOOC-Diskussion: Metatheoretische Anmerkungen

Aus Anlass einer Diskussion zu einem Beitrag von mir über MOOCs handle ich metatheoretisch verschiedene soziologische Erklärungsmodelle ab, die sich mit der Frage des Zusammenhangs von Mikro-Ebene (=Individuum) und Makro-Ebene (=Gesellschaft) beschäftigen

Zotero sieht der Klage gelassen entgegen

Erst heute hatte ich wieder etwas Zeit zu surfen und fand gleich eine geeignete Fortsetzung zum vorigen Beitrag Endnote klagt Zotero. George Mason University (GMU), die hinter der open source Software zotero steht, sieht der Klage von Thomson Reuters offensichtlich gelassen entgegen. In einer offiziellen Mitteilung wird sowohl die Lizenz von Endnote aufgekündigt, als auch das zeitweilig zurückgezogene Feature („Support for Endnote® export styles“) der Betaversion 1.5 Sync Preview findet sich auch wieder auf der Website. Es handelt sich dabei um eine Konvertierroutine, die EndNote Zitierstile in die Open Source Citation Style Language (CSL) umwandelt.

Endnote klagt Zotero auf 10 Mio $

Zotero ist mit einer 10 Mio US $ Klage durch Endnote, dem Marktführer von Literaturverwaltungsprogrammen, konfrontiert.  Thomson Reuters (Scientific) Inc. hat die George Mason University (GMU) auf everse engineering und de-compiling geklagt, weil am Center for History and New Media – wo Zotero entwickelt wird – als Beiprodukt ein Konvertierungswerkzeug angeboten wurde, das EndNote Zitierstile in die Open Source Citation Style Language (CSL) umwandelt.

Das Pikante an der Klage ist, dass die über 3.000 Endnote Zitierstile (Dateien im .ens Format)

  1. öffentlich zugänglich sind (http://www.endnote.com/support/enstyles.asp) und
  2. nicht alle von Endnote selbst sondern von der Community – den Nutzer und Nutzerinnen – entwickelt wurden.

Zitieren – eine Geheimwissenschaft?

In den letzten zwei Wochen meines Urlaubs habe ich mich im Zusammenhang des geplanten Buches wissenschaftlich.arbeiten.buch (gedacht als komplette Neubearbeitung von Studieren und Forschen mit dem Internet) nochmals ausführlich mit den derzeit aktuellen Zitierregeln auseinander gesetzt. Je mehr ich mich damit beschäftigte, umso absurder kam mir dieses gesamte Thema vor.

Das Internet archivieren – eine gigantische Aufgabe

Beim Lesen eines Buchbeitrags zum persönlichen Informationsmanagement (PIM) bin ich erstmals auf die ganz große Problematik der Erhaltung, Langzeitsspeicherung und Wiederauffindung von Internet Ressourcen gestoßen [1]. Obwohl es Catherine Marshall in diesen interessanten – und über das Internet frei erhältlichen – Artikel How People Manage Personal Information Over a Lifetime (PDF, 84 kB) – vor allem um den Umgang mit persönlichen (An)sammlungen von digitalisierten Daten geht, wird in einer Stelle prominent auf das Internet Archive verwiesen.