Professur TEL ausgeschriebenen

Letzten Freitag wurde die §99-Universitätsprofessur für technologiegestütztes Lernen (Education Technology) neu ausgeschrieben. Gegenüber der Ausschreibung vom Herbst 2012 wird nun keine 75% Stelle sondern eine Vollzeitstelle ausgeschrieben.

Bestellungsverfahren der Professur

Es handelt sich beim Paragraphen 99 des österreichischen Universitätsgesetzes (UG) um ein abgekürztes Berufungsverfahren. Gegenüber einem „normalen“ Berufungsverfahren (§ 98-Professur) unterscheidet es sich durch zwei wesentliche Punkte:

  1. Abgekürztes Verfahren: Die Rektorin/der Rektor wählt die Kandidatin bzw. den Kandidat aus der Liste der Einreichungen aus. Es wird dazu jedoch keine eigene Berufungskommission eingesetzt, sondern es erfolgt bloß ein Vorschlag bzw. Anhörung jener ProfessorInnen, deren fachlichen Bereich die Professur zugeordnet ist. (Das bin im konkreten Falle ich.)
  2. Befristung auf 5 Jahre: Die Position muss zeitlich auf (max.) 5 Jahre befristet sein. Eine Verlängerung ist nur nach einem „normalen“ Berufungsverfahren gemäß § 98 UG möglich.

Ziele und Wünsche an die Professur

Die Professur ist als Nachfolge meiner Stelle geplant, weil ich ja in 5 Jahren bereits in Pension gehe. Ich denke an eine Art „Juniorprofessur“, also an fachlich ausgewiesene PostDoc-KandidatInnen, die von ihren Kompetenzen und fachlichem Profil in der Lage sind, das von mir aufgebaute Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien (IMB) langfristig weiter zu entwickeln und zu führen.

Gemäß der Ausschreibung ist „nicht nur eine Beschreibung, kritische Analyse und wissenschaftliche Erklärung … sondern auch die Erforschung und prototypische Entwicklung von bildungsrelevanten technologieunterstützten Gestaltungsszenarien“ verlangt. Das erfordert eine Persönlichkeit, deren Kompetenzprofil an der Schnittstelle zwischen Didaktik und Bildungstechnologie angesiedelt ist.

Darüber hinaus wünsche ich mir Erfahrungen mit (erfolgreicher) Projektakquisition, und einen offenen und interdisziplinären Zugang, den wir für Kooperationen insbesondere beim Ausbau des Lehrgangsportfolios brauchen. Als relativ junge Universität, die sich weiterhin im raschen Aufbau befindet, ist natürlich auch Mitarbeit an der Weiterentwicklung, d.h. universitäre Gremienarbeit, ebenfalls gewünscht.

Entsprechend der Ausrichtung der Donau-Universität als „Universität für Weiterbildung“ ist natürlich auch ein Forschungs- und Projektinteresse mit Bezug zu Lifelong Learning Prozessen wünschenswert. Die sehr gute und enge Zusammenarbeit mit dem anderen (Bildungs-) Department für Weiterbildungsforschung und Bildungsmanagement (WBBM), also mit meiner Kollegin Monika Kil soll nicht nur weiter geführt, sondern auch intensiviert werden.

Aufgaben und Perspektiven

Der Plan ist es, dass die Professur sofort die Leitung  des Zentrums für Bildungstechnologische Forschung übernimmt und auch beim Aufbau des gemeinsam mit dem Schwesterdepartment organisierten Forschungsclusters eine führende Rolle übernimmt.

Nach einer Einarbeitungszeit würde ich mir wünschen, dass sich meine Kollegein/mein Kollegin immer stärker auch in die Agenten der Departmentleitung einarbeitet und Managementaufgaben dazu übernimmt. Das Ziel dabei ist natürlich klarerweise die Vorbereitung auf die selbständige Übernahme der Leitung des Departments mit allen seinen Aufgaben.

Nach etwa drei Jahren wird eine Berufungskommission für eine Professur nach § 98 eingesetzt, mit der eine unbefristete Verlängerung angestrebt werden kann. Auch wenn keine Garantie für diese Perspektive  abgegeben werden kann, so stehen die Chancen – bei entsprechender Fach- aber auch Führungskompetenz  – naturgemäß sehr gut, weil ja die internen Voraussetzungen und Anforderungen bereits bekannt sind.

Ich habe diesen langen erklärenden Text geschrieben, weil es ein völlig offenes Verfahren ist. Es gibt keine heimlichen WunschkandidatInnen oder sonstige Absprachen. Ich bin daran interessiert, nicht nur eine auf 5 Jahre befristete Stelle zu besetzen, die mich entlastet, sondern jemanden zu finden, der bereit und in der Lage ist das Department auch über diesen Zeitraum hinaus zu führen. Das erfordert selbstverständlich einen (Familien-) Umzug in die Nähe von Krems und (für ausländische BewerberInnen) die Bereitschaft sich hier in Österreich eine Lebensperspektive aufzubauen. – Daran ist es bei der letzten Ausschreibung gescheitert. Deshalb wurde die Stelle neu ausgeschrieben und auf 100% aufgestockt.

Postskriptum

Es handelt sich bei der in der Ausschreibung erwähnten EUR 4.885,14 um den Mindestgehalt, der laut unserer Besoldungsordnung vorgesehen ist. Für AusländerInnen ist hier anzumerken, dass wir in Österreich gesetzlich 14 Gehälter haben, also der Jahresgehalt sich aus der Multiplikation x 14 ergibt.

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