Bernhard Ertl – neue Professur am Department

Ich freue mich sehr, dass mit Bernhard Ertl das IMB eine ganz wesentliche Verstärkung bekommt.  Wir beide haben uns in den letzten Monaten – während der lang dauernden Berufungsverhandlungen – bereits inhaltlich und persönlich gut kennen gelernt und schon in den vielen vorbereiteten Gesprächen bemerkt, dass wir uns sehr gut ergänzen werden.

Wissenskonstruktion in technologiebasierten Szenarien

Bernhart Ertl

Prof. Dr. habil. Bernhard Ertl, Professor für technologiegestütztes Lernen am IMB an der DUK

Ein inhaltlicher Schwerpunkt von Bernhard ist die technologiebasierte Unterstützung von Wissenskonstruktion. Hier ist eine gewissen Ähnlichkeit mit meiner Fokussierung unverkennbar: Das betrifft sowohl die inhaltliche Ausrichtung (Werkzeuge, Strategien und Methoden) als auch die unterschiedlichen Anwendungskontexte (Schule, Hochschule, Unternehmen). Aber es gibt zwei spezielle unterschiedliche Zugangsweisen, worin wir uns unterscheiden:

  • Während ich mich mehr auf die (wissenschafts-)theoretischen Seite konzentriere, geht Bernhard stärker evidenz-basiert, d.h. quantitativ empirisch vor.
  • Während ich in Richtung allgemeiner didaktischer Modellbildung arbeite (Taxonomie von Unterrichtsmethoden, Mustersprachen-Ansatz von Christopher Alexander) berücksichtigt Bernhard stärker individuelle Differenzen und Präferenzen (z.B. Vorwissen, Gender). Das wird schön deutlich, wenn man sich die vier EU-Projekte PREDIL, EFELSE, SESTEM und MASON)  auf seiner Webseite genauer ansieht.

Ich glaube daher, dass wir uns mit unseren jeweiligen Stärken damit sehr gut ergänzen und hege die Hoffnung, dass wir sozusagen – um eine Wortschöpfung des österreichischen Fußballers Toni Polster zu zitieren – „im Doppelpack1 auftreten können 😉

Evaluation

Ein anderer Schwerpunkt von Bernhard ist Evaluation sowohl in der Erwachsenenbildung als auch in Unternehmen. Hier geht es ihm nicht nur um die Evaluierung selbst, sondern im Generieren und Überprüfen von Methoden und Modellen und zwar durchaus im Sinne von evidenz-basierter Politikberatung (evidence-based policy making).

Auch dieser inhaltlicher Schwerpunkt passt sehr gut zum Department. Ich hatte selbst einmal für mehrere Jahre einen Evaluierungsschwerpunkt und in diesem Bereich – theoretisch wie empirisch Bereich – publiziert. Es ist daher schön, dass „unser“ Department dann auch wieder in dieser inhaltlichen Richtung aktiv werden wird. (Ich muss mich erst noch auf das „unser“ statt „mein“ Department gewöhnen: Bernhard wird ja als stellvertretender Departmentleiter ab sofort mit mir gemeinsam das Department führen.)

Bernhard Ertl – Zur Person

Nachdem ich nun aus meiner Sicht auf die inhaltlichen Zusammenhänge zwischen uns eingegangen bin, ein paar „harte“ Fakten:

Ausbildung

  • 2012: Habilitation mit der Venia Empirische Bildungsforschung und Lehr-Lernforschung an der Universität der Bundeswehr München. Titel der Habilitationsschrift: Förderung gemeinsamer Wissenskonstruktion in netzbasierten Szenarien mit Wissensschemata und Kooperationsskripts
  • 2003: Promotion zum Dr. phil.  an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Titel der Dissertation: Kooperatives Lernen in Videokonferenzen: Förderung von individuellem und gemeinsamem Lernerfolg durch external repräsentierte Strukturangebote
  • 1998: Diplom in der Informatik mit Schwerpunkt Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Titel der Diplomarbeit: Graphisches Strukturierungstool für Telelearning-Umgebungen in JAVA
  • 1992: Abitur am Rhabanus-Maurus Gymnasium in St. Ottilien

Besonders hervorheben möchte ich zweierlei: Einerseits die für das Department wichtige Doppelqualifikation von Pädagogik und Informatik; andererseits dass Bernhard bei Heinz Mandl  promoviert und bei meiner langjährigen Kollegin Gabi Reinmann (die damals Vorsitzende des Fachmentorats war) habilitiert hat. Obwohl wir uns vor der Ausschreibung dieser Professur noch nicht persönlich gekannt haben, bestand über die Netzwerke der Scientific Community bereits implizit ein inhaltlicher Zusammenhang. Ein Zusammenhang, der mir zum damaligen Zeitpunkt aber überhaupt noch nicht bewusst war.

Beruflicher Werdegang

  • 2012 – 2014: Akademischer Oberrat und Privatdozent. Beauftragter des Labors für Bildungsmedien der Fakultät für Humanwissenschaften der Universität der Bundeswehr München.
  • 2006 – 2012: Wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Akademischer Rat im Dekanat der Fakultät für Pädagogik der Universität der Bundeswehr München.
  • 1999 – 2006: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Forschungsaufenthalte im Ausland

  • 2009/2010: DAAD Projektbezogener Personenaustausch Programm, Heraklion, Griechenland
  • 2005: DAAD Hochschulberater Programm, Teheran, Iran
  • 1998: Austauschtrimester an der Universiteit Twente, Enschede, Niederlande (ERASMUS-gefördert): Studium der Pädagogik und Informatik

Wie geht es weiter?

Selbstverständlich geht es in den ersten Monaten v.a. darum, dass ich Bernhard in die Eigenheiten der DUK – und hier vor allem in die spezielle Organisation unserer Lehre – einführe. Eine wichtiger Punkt wird auch die schrittweise Übernahme von (Teilen) der Personalführung und Finanzmanagement sein.

Wir planen im Spätherbst (28./29. Oktober) eine Strategie-Klausur des Departments mit externer Moderation. Dabei wird es um die Umsetzung der im Beitrag IMB-Neuaufstellung erwähnten inhaltlichen Schwerpunktsetzung gehen. Insbesondere müssen wir auch entsprechende organisatorische Veränderungen – die der neuen Situation von zwei Professoren mit deren jeweiligen Schwerpunkten entsprechen  – umsetzen.

  1. Metzger, Josef. Toni Polster. Doppelpack: Fußball mit Herz und Schmäh. Wien: Pichler Verlag. []

Flattr this!

Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.