Die Rolle der Universitäten in der Weiterbildung

Postgraduale Weiterbildung und die Rolle der Universitäten

Postgraduale Weiterbildung und die Rolle der Universitäten

Am 23./24. Mai haben sich im schönen Ambiente des Hotel Schloss Weikersdorf in Baden bei Wien etwa 30 Personen zusammengefunden um die Rolle der Universitäten in der Weiterbildung d.h. über der strategische Positionierung dazu zu diskutieren. Katharina Cortolezis-Schlager, die als Präsidentin der einladenden Österreichischen Forschungsgemeinschaft – gemeinsam mit dem Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats Wolfgang Kautek – die Tagung eröffnete, hat es bezeichnenderweise ein „Klassentreffen“ der WeiterbildungsprofessionalistInnen genannt. Viele alte Bekannte haben sich hier wieder getroffen um darüber nachzudenken, wie sich (akademische) Weiterbildung zukünftig weiter entwickeln wird.

Monika Kil

Im ersten Vortrag stellt Monika Kil die Nutzeffekte und Vorteile von Weiterbildung vor, die sie im Rahmen eines Projekts (Benefits of Lifelong Learning, BELL) erarbeitet hat und kombiniert die Ergebnisse dieser Studie mit ihren Erfahrungen als Vizerektorin der Lehre an der Donau-Universität Krems (DUK). Sie präsentiert 10 Prinzipien für eine forschungsgeleitete Lehre an der DUK (Ich weiß allerdings nicht, ob mein Eindruck, dass diese Punkte mir selbstverständlich erscheinen, damit zusammenhängt, dass die DUK ja meine eigene Universität ist und ich daher diese Prinzipien alle bereits jahrelang kenne.). Aus dem Foliensatz zitiert:

  1. Berücksichtigung spezifischer Lebensphasen und Beanspruchungen der Studierenden bei der Lehrgangsbetreuung, Studienorganisation und Didaktik in Balance zu Qualitätsmanagement
  2. Blended-Learning-Didaktik
  3. Verknüpfung mit internationaler Ausrichtung. Ausbau englischsprachiger Lehrangebote
  4. Auswahl und Betreuung von Dozent/innen sowohl mit akademischen Hintergrund als auch aus der Praxis kommend
  5. Angebot von (noch) nicht nachgefragten Lehrgängen (z.B. das Erlernen des Einsatzes nachhaltiger Zukunftstechnologien und Professionalisierung insbesondere von „Nicht-Akaemiker/-innen“, wo Managementkompetenzen notwendig werden)
  6. Zulassung aufgrund gleichzuhaltender Qualifikation
  7. Gleichberechtigte Teilnahme von „Geschlecht“ und „Alter“
  8. Willkommenskultur und Dienstleistungen zur Unterstützung des Zugangs von Menschen und Behinderung und chronischen Krankheiten
  9. Angebot von Precamps, Prereadings und Vorbereitungskursen für das jeweilige Studium und begleitende, z.B. prüfungsvorbereitende Lerneinheiten
  10. […] Gezielte Vergabe von Stipendien

Die obige Liste ist recht pauschal, die Schwierigkeiten sehe ich daher nicht in der Aufstellung dieser Prinzipien, sondern in deren praktischen (wissenschaftlich wie ökonomischen stimmigen) Umsetzung.

Ada Pellert

Ada Pellert referiert anschließend über mögliche und innovative Formate für akademischer Weiterbildung. Sie unterscheidet:

  • Präsenzstudium, Fernstudium, Blended Learning
  • Degree Eduction (for education program), Weiterbildungs-Bachelor (fulltime/ parttime, MBA, Executive Master, Presidential Program
  • Non-Degree Programs, Unternehmensprogramme
  • Co-Branding: Universität und Unternehmen

Die Idee für einen Weiterbildungs-Bachelor finde ich besonders interessant, weil damit klar wird, dass akademische Weiterbildung unter einer Lifelong Learning Perspektive zu betrachten ist, und sich an Personen in ihren unterschiedlichen Lebensphasen richtet und daher nicht auf postgraduale Weiterbildung eingeschränkt werden darf. Sie betont, dass es wichtig ist, dass wir Weiterbildung an Universitäten nicht als ein notwendiges Übel sehen, sondern darin auch ganz spannende neue Ansatzpunkte bzw. Herausforderungen liegen:

  • Neue inhaltliche Herausforderungen: Von der Angebots- zur Nachfrageorientierung, Umgang mit neuen Medien, Durchlässigkeit, Kompetenzorientierung
  • Neue Kooperationsformen: Co-Produktion von Angeboten, Verarbeiten unterschiedlicher Logiker und Zugänge
  • Quelle neuer Forschungsfragen: Sicherung und Transfer von Erfahrungen essentiell für LLL-Orientierung

Im Bereich der neuen Kooperationsformen mit der Wirtschaft stellt sie eine Typologie der Beziehungsformen nach Thomas Sattelberger, ehemaliger Personalvorstand der Telekom AG vor:

  • Abgrenzendes Aufeinandertreffen
  • Autistische Nicht-Beziehung
  • Transnationale Beziehung (Geld für Weiterbildung)
  • Partnerschaftliches Verhältnis

Der erste Tag wurde mit einer Podiumsdiskussion abgeschlossen: Weiterbildung für Akademiker/-innen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

Peter Baumgartner

Am nächsten Tag morgens hatte ich meinen Auftritt. Die vorgegebene Thematik war sehr breit formuliert: „Neue Medien in der Lehre: Dimensionen, Instrumente, Positionen“. Ich habe das als eine Tour-de-force zur Didaktik von E-Learning interpretiert. Mehr Informationen– obwohl die vielen mündlich vorgebrachten illustrativen Beispiele fehlen – lassen sich aus meinem Foliensatz entnehmen, der am Ende dieser Seite herunter geladen werden kann.

Josef Schrader

Danach hat Josef Schrader über eine Studie zur Neuausrichtung der Universitäten für Lebenslanges Lernen gesprochen. -> Öffnung des Hochschulbereichs für Erwachsene (HEAD). Leider habe ich zu diesem Projekt, das bereits im Februar September 2013 –update vom 29.5.2014 – abgeschlossen wurde, keine Unterlagen gefunden und kann daher darüber jetzt nicht kompetent genug berichten. (Allerdings habe ich nachgefragt: Der Bericht kommt demnächst online bzw. wird mir zugesendet. Ich werde dann die Informationen zusammenfassen und nachreichen.)

Den Abschluss der Veranstaltung hat wiederum eine Podiumsdiskussion zu „Internationale Nachfrage nach österreichischer akademischer Weiterbildung – Ansprüche, Chancen, Grenzen.“

Anhang

Bildungstechnologien in der Weiterbildung: Referat gehalten im Rahmen eines Workshops der Österreichischen Forschungsgemeinschaft am 23./24. Mai 2014 im Hotel Schloss Weikersdorf in Baden (Niederösterreich). Der mir vorgegebene Titel
Titel: Bildungstechnologien in der Weiterbildung (585 clicks)
Beschriftung: Bildungstechnologien in der Weiterbildung: Referat gehalten im Rahmen eines Workshops der Österreichischen Forschungsgemeinschaft am 23./24. Mai 2014 im Hotel Schloss Weikersdorf in Baden (Niederösterreich). Der mir vorgegebene Titel "Neue Medien in der Lehre: Dimensionen, Instrumente, Positionen" hat mich ermutigt einen recht umfassenden Einblick zu den didaktischen Potentialen von Bildungstechnologien in der Weiterbildung zu geben.
Dateiname: neue-medien-in-der-hochschullehre-weiterbildung.pdf
Dateigröße: 9 MB

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2 Kommentare zu Die Rolle der Universitäten in der Weiterbildung

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