eEducation Werkzeuge und Methoden

eEdcuation: Bildungstechnologische Werkzeugkiste

eEdcuation: Bildungstechnologische Werkzeugkiste

In unserem Masterlehrgang eEducation werden eine Reihe moderner Software-Werkzeuge  eingesetzt. Unser Ziel dabei ist es, dass die Studierenden nicht bloß ein kritisch-reflektiertes Verständnis zu modernen Bildungssettings entwickeln, sondern auch in der Lage sind, sie selbst zu gestalten, zu entwickeln und zu implementieren. 

Der Umgang mit vielfältigen Software-Werkzeugen stellt sowohl neue Anforderungen an unser Team aber auch an unsere Studierenen. Wie ich in einem früheren Beitrag berichtete, haben wir am IMB eine Portfolio-Webseite des Departments eingerichtet, wo wir auch studentische Arbeit vorstellen und besprechen (werden). Dieser Artikel endet mit einer Checkliste, wie Fragen richtig gestellt werden können. Nur so ist es möglich, dass wir schnell und sachkundig bei auftauchenden Problemen im Umgang mit diesen modernen Werkzeugen helfen können.

Unsere Server-Installationen

Mit der Zeit hat sich hier eine recht vielfältige Toolbox an Server-Installationen angesammelt, die ich hier kurz – im Zusammenhang mit den Lernzielen – vorstellen möchten. 

  1. Lernplattform Moodle: Wir setzen nicht nur in unserem Blended-Learning Arrangement selbst Moodle ein, sondern betreiben auch einen eigenen Moodle-Server. Damit bekommen Studierende die Möglichkeit nicht nur die „Innereien“ (das sog. „Backend“) von Moodle kennenzulernen, sondern können auch selbst eigene Kurse entwickeln.
  2. E-Portfolio-Software Mahara: Zu E-Portfolio können wir nicht nur etliche Publikationen vorweisen, sondern wir sind auch führend in internationalen Projektkonsortiums bei der (Weiter-)Entwicklung tätig. Andrea Ghoneim ist unsere international ausgewiesene Spezialistin und selbstverständlich betreiben wir auch einen Lehr- und Testserver, der international breit genutzt wird. Mahara ist in das eEducation-Kurssystem – genau wie Moodle – integriert und steht den Absolventen und Absolventinnen des Lehrgangs auch nach Ende des Studiums zur Verfügung.
  3. MediaWiki:  Die dem Online-Lexikon Wikipedia zugrunde liegende Software wird im Studiengang immer dann eingesetzt, wenn unmittelbare Kollaboration zu bestimmten Themen in Kleingruppen stattfindet. Wir verwenden dazu sowohl eine öffentliche zugängliche Installation zur Präsentation von studentischen Arbeiten im Sinne der Open-Access-Bewegung als auch ein internes Wiki, das nur innerhalb des Lehrganges zugänglich ist.
  4. WordPress: Das Department hostet eine WordPress-Installation, damit Studierende Webseiten aber auch interaktive Lehr- und Lernprogramme in ihrer eigenen Instanz entwickeln können. Besonders zu erwähnen ist, dass wir dafür mit Namaste! LMS als auch  Watu Pro auch kommerzielle Erweiterungen (Plugins) zur Verfügung stellen. Damit können interaktive Kurse, Quizzes und Gamification-Anwendungen mit Leaderboards, Badges etc.realisiert werden. Bezüglich diesen beiden Plugins sind wir die deutschsprachige Referenzstellen und auch verantwortlich für die Übersetzung in die deutschsprachige Version. Isabell Grundschober undich haben die beiden Erweiterungen bereits in internationalen Projekten eingesetzt und können daher Studierenden bei der Projektarbeit gut unterstützen.
  5. Booktype: In einigen Modulen erstellen Sie Ihre schriftliche Arbeit als ein Kapitel eines gemeinsamen Buches. Booktype ist eine webbasierte Open Source Plattform die nach dem Single-Source Multi-Channel Publishing funktioniert. Dabei wird von einem Ausgangsdokument in die verschiedenen gewünschten Zielformate publiziert. Kein zusätzliches Formatieren mehr, wenn Sie Ihr Printbuch als E-Book herausgeben wollen oder ihr Buch-PDF für Bildschirmbetrachtung optimieren wollen. Der Zugang zu unserer Plattform ist unter donau-uni.booktype.pro frei und öffentlich zugänglich.
  6. ThesisWriter: Im Rahmen einer Forschungskooperation mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften können Studierende eine interaktive Lernumgebung nutzen, die das Schreiben von Abschlussarbeiten (Bachelor/Masterthesen) unterstützt. Zwar müssen Sie natürlich weiterhin Ihre Masterthese selbst schreiben ;-), aber ThesisWriter hilft Ihnen den dafür notwendigen Forschungskreislauf systematisch zu durchlaufen und bietet Formulierungshilfen zum wissenschaftlichen Schreiben und Formulieren an.

Weitere Werkzeuge und Unterstützungshilfen

Zu den oben angeführten Werkzeuge betreiben wir selbst (bzw. in Kooperation) eigene Serverinstallationen. Aber das ist natürlich nicht die Liste aller Werkzeuge, die wir im Lehrgang einsetzen. Die Liste wird ständig erneuert und hängt auch zum Teil von der Expertise unserer Referent/innen ab. Trotzdem möchte ich mit PowToon und GoAnimate zwei neue Zugänge im Bereich der Animationssoftware erwähnen, wo wir Lizenzen für Studierende besitzen und auch mit Wolfgang Rauter einen Spezialisten für Multimedia-Design am Department haben.

Die oben aufgelistete Serverfarm muss natürlich auch gewartet und betreut werden. Diese verantwortungsvolle Aufgabe wird von Gregor Pirker übernommen. Herr Pirker ist es auch, der die Instanzen für die Studierenden freischaltet und Studierende bei technischen Problemen unterstützt.

Die richtigen Fragen stellen

Wenn unsere Studierenden vermehrt eigenständig Produkte mit komplexer Software entwickeln, entsteht auch ein neuer Bedarf: Punktgenaue Hilfestellung zu auftauchenden Problemen.

Das Problem dabei ist, dass Studierende sich häufig ohne die entsprechenden Kontextinformationen an uns wenden. Es wird weder das Problem genau beschrieben, noch ein reproduzierbares Beispiel, wo das Problem auftritt, übermittelt. Manchmal wird sogar vergessen uns die URL  und den Zugang zu übermitteln, damit wir dann wirklich sachgerecht helfen können. 

Ich habe daher nachfolgend eine kleine Checkliste zusammengestellt, deren Beachtung sowohl für hilfesuchende Studierende aber auch für uns viele Rückfragen und Zeit erspart:

  • Beschreiben Sie das Problem detailliert:
    • Was haben Sie eingegeben und was ist dann passiert?
    • Warum glauben Sie war das nicht die richtige Reaktion des Programms?
    • Was hätten Sie anders erwartet?
    • Was wollen Sie erreichen? 
    • Warum ist die Lösung des Problems für Sie wichtig?
  • Reproduzierbarkeit des Problems sicherstellen:
    • Übermitteln Sie ein einfaches Beispiel, das – auf das Wesentliche reduzierte – das Problem darstellt und für uns nachvollziehbar macht.
    • Verwenden Sie dazu Screenshots oder andere Medien der Informationsübermittlung.
    • Geben Sie uns Informationen über die technische Infrastruktur die Sie verwendet haben, als das Problem aufgetreten ist. (Hardware, Software, Betriebssystem inkl. aktuell verwendeter Versionsnummer.)
    • Nachtrag 15.3.2017: Besonders wichtig ist es, dass Sie für die Reproduzierbarkeit alle speziellen Zusätze (Plugins, Einstellungen) so zurücksetzen, dass Sie eine Standardversion erhalten. Nur so kann sichergestellt werden, dass Ihr Problem nicht durch das Zusammenwirken verschiedener Erweiterungen verursacht wird.
  • Beschreiben Sie Ihre Lösungsversuche:
    • Was haben Sie alles getan um selbständig eine Lösung zu finden?
    • Wo im Manual haben Sie nachgeschaut? In welchen Internet-Foren haben Sie gesucht?
    • Unter welchen Stichworten haben Sie bereits im Internet recherchiert? (Sie sollten nicht verlangen, dass wir lmgtfy betreiben, sondern es selbst tun. – LMGTFY ist Internetslang und bedeutet „Let Me Goolge That For You“.)
    • Haben Sie auch schon an andere Lösungswege nachgedacht? Einige davon bereits versucht. Mit welchen Ergebnissen?

Wenn Sie die obige Liste abschreckt, weil Sie zeigt, dass Sie Arbeit in eine gute Frage investieren müssen, dann denken Sie daran, dass Sie damit ein wichtiges Lernziel verfolgen.

Zu lernen die richtigen Fragen richtig zu stellen ist wichtiger als sich für (einige) Probleme fertige Lösungen eingeprägt zu haben!

 Außerdem ist obige Liste bloß eine kurze Zusammenfassung. Eine ausführlichere Variante finden Sie bei Eric Steven Raymond unter How To Ask Questions The Smart Way (PDF). Nachtrag, 15.3.2017: Dieses umfassende Dokument gibt es auch in einer deutschen Version: Wie man Fragen richtig stellt.

 

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