Erfahrungen aus dem ersten Prezi-Vortrag

Ich bin zu meinem Vortrag nicht sehr glücklich. Das hat allerdings wenig mit Prezi selbst zu tun, sondern ist vor allem auf inhaltliche Probleme zurückzuführen. Die „Tour de Force“ von der didaktischen Taxonomie zur Mustersammlung ist zu komplex und zu abstrakt. Ich muss mir etwas überlegen, damit der Vortrag weniger komplex und sowohl anschaulicher und damit leichter zum Verdauen wird.

Komplexitätsreduktion

Wenig ist mehr! Es ist einfach sehr schwer nachzuvollziehen, wie alle meine grundsätzlichen Überlegungen der letzten Jahrzehnte lauten und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind. Ich muss – so schwer es mir auch fällt <smile> – hier vereinfachen und auf meine eigenen – nach jahrelanger mühevoller Kleinarbeit generierten Erkenntnisse verzichten. Meine (Um-)Wege der Erkenntnis sind nicht unbedingt interessant für andere, die nicht denselben Erkenntnisgang genommen haben.

Konkret bezogen auf den gestrigen Vortrag würde die Konzentration auf das Wesentliche bedeuten:

Taxonomie (Kreis 1)

Nicht alle Ergebnisse berichten, sondern Konzentration darauf, dass Taxonomie kein vorschreibendes sondern heuristisches System ist und dass ich die unendliche Mannigfaltigkeit (didaktische Vielfalt) über die Idee der didaktische Prinzipien (Adjektiv + Lernen) gelöst habe. Idee des Kategorialmodells, Anzahl der Dimensionen, aber auch die detaillierte Konstruktion (x/y-Achsenkreuz und selbst der Aufbau der Taxonomie (Tabelle) könnte dann weggelassen werden.

Statt dessen müssten in die beiden Punkte (1) Idee und Prinzip der Taxonomie und (2) wie werden didaktische Kriterien generiert ausführlicher und anschaulicher behandelt werden.

E-Portfolio (Kreis)

Hier hingegen wäre die Konzentration auf die wesentliche Neuheit (Musterbeschreibung und Mustersprache) zu lenken. Es ist derzeit wenig verständlich, warum es ein hierarchisches System gibt, das sich dann auch in einem komplexen Netzwerk darstellen lässt. Diese – für die Forschung – zentralen Zwischenergebnisse im Buch haben nur quasi „Vorspann“ (theoretischer Hintergrund) für die nachfolgende Sammlung der Muster ihre große Bedeutung.

Es müsste vielmehr gezeigt werden, warum eine Sammlung von Musterbeschreibungen einem Leitfaden überlegen ist. Die Bilder zur Erläuterung der Musterbeschreibungen im Kreis „Ziel“ gehören also vorher und als zusammenfassendes Ziel gehört dann die Mustersprache (=das komplexe Bild der vernetzten Muster). Ich sollte also auf die Netzwerkgraphik hinarbeiten und sie nicht als Ausgangspunkt nehmen.

Gang der Forschung und der Darstellung

Ich habe mich viel damit beschäftigt, wie sich Forschungs- und Darstellungsweise voneinander unterscheidet. Offensichtlich sind die dabei gemachten Überlegungen (siehe Taxonomie S. 26, aber auch Schaufenster S.34-40) für Referate/Vorträge invers zu übernehmen: Der Vortrag darf nicht bloß darstellen (dazu ist zu wenig Zeit bei komplexen Themen, das kratzt dann nur an der Oberfläche, die Komplexität kann im Reden nicht aufgeschlossen werden), sondern braucht eine interessante Storyline, eine simulierte (Nach-)Erfahrung einer Entdeckung, eines der Aha-Erlebnisse.

Zusammenfassung

Wenn ein Vortrag interessant sein soll, dann darf er eben gerade keine Dokumentation der Ergebnisse sein! Diese retrospektive Leistungsschau ist zwar gut geeignet für Berichte vor Kommissionen (z.B. für Evaluierungen) nicht aber für ein breit gestreutes Publikum, das mit unterschiedlichen Vorerfahrungen zu einem Thema ein/zwei Aspekte mitnehmen will. Dieses „Mitnehmen“ muss aber (zumindest in Ansätzen) erfahr- bzw. erlebbar gemacht werden, sonst sind es bloß abstrakte Informationen, die den ZuhörerInnen äußerlich bleiben.

Ich werde über das Wochenende versuchen diese Überlegungen für die beiden kommenden Vorträge (E-Learning Clustertagung in Steyr und Vortrag an der TU-Wien) nutzbar zu machen.

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