Abschied von Plone – Umstieg auf WordPress wird vorbereitet

Zum Jahresende plane ich diese Webseiten von Plone auf WordPress zu transferieren. Seit Wochen schon teste ich das neue System und überlege mir, wie dieser Umzug so über die Bühne gehen kann, dass ich nicht nur die bisherigen Funktionalitäten behalte oder sogar verbessern kann, sondern vor allem das viele Material, das sich über die Jahre angesammelt hat, weiterhin mit den gleichen Internetadressen erreichbar ist.

Zum Jahresende plane ich diese Webseiten von Plone auf WordPress zu transferieren. Seit Wochen schon teste ich das neue System und überlege mir, wie dieser Umzug so über die Bühne gehen kann, dass ich nicht nur die bisherigen Funktionalitäten behalte oder sogar verbessern kann, sondern vor allem das viele Material, das sich über die Jahre angesammelt hat, weiterhin mit den gleichen Internetadressen erreichbar ist.

Das Contentmanagementsystem (CMS) Plone war die Administration von Weblogs nie besonders gut geeignet. Standardmäßig gibt es nur diese Nachrichtenseite, auf der ich die letzten Monate fast ausschließlich geschrieben habe. Blogfunktionalität musste schon immer über externe Zusätze eingebaut werden, die dann aber häufig nicht mehr weiter entwickelt wurden. Trotzdem war Plone für meine Bedürfnisse (Weblog und CMS) recht gut geeignet, weil ein wesentlicher Teil meiner Homepage statische Seiten sind, wo beispielsweise berufliche Informationen, vor allem aber viele meiner eigenen Publikationen (derzeit über 180 Artikel) als PDF herunter geladen werden können. Viele der von mir gefühlten Mängel von Plone konnten vor allem auch durch „Hotfixes“ am eigenen Server durch meinen technischen Mitarbeiter Florian Eder immer wieder beseitigt bzw. korrigiert werden.

In den letzten Monaten jedoch hat sich sowohl eine negative als eine positive Entwicklung in meiner Arbeit angebahnt, die den sicherlich sehr mühevollen und arbeitsreichen Umstieg aus inhaltlichen Gründen notwendig macht:

1. Spamentwicklung

Ich bin schon seit Jahren auf meinen Seiten von Spam-Attacken geplagt. Angefangen hat es mit massenhaften Kommentareinträgen im Weblogteil, wobei die Werbeeinträge auch häufig für den normalen Leser unsichtbar zur Verbesserung der eigenen Suchstatus eingetragen wurden. Um dieser extremen Flut von Mülltexten einzudämmen,  musste daher schon vor Jahren die Ping– und Trackback– bzw. Backlink-Funktionalität des Weblogsmodules abschalten.

In letzter Zeit wurden dann aber auch die Standardseiten von Plone mit Spam erfolgreich angegriffen. Es wurden – offensichtlich in Umgehung eines eigens externen CAPTCHA-Moduls massenhaft unsinnige Kommentare geschrieben. Ich musste daher auch diese Funktionalität insofern einschränken, als Kommentare erst für die Veröffentlichung von mir bestätigt werden müssen.

Interessanterweise sind die Spam-Texte nicht kompletter Unsinn, sondern werden offensichtlich von Foren oder anderen Quellen (E-Mails?!?!) zusammengestellt. Ein Beispiel zeigt der folgende über Spam versendete, aber dann von mir eingefügte, d.h. autorisierte Kommentar der Seite zum Buch von David Weinberger „Everything Is Miscellaneous. The Power of the New Digital Disorder“. Der „User“ vWwssJxRXdhEm ist ein typisches Beispiel für solche Kommentare. Manchmal – und das macht mir ganz besondere Kopfschmerzen! – sind es sogar kommunikative und/oder interne (?!?!) Texte, die sich an Personen richten, die ich persönlich kenne. Ich verstehe nicht ganz, wie diese Texte generiert werden. –… Vielleicht kann mir da jemand einen Tipp geben?

Diese Art von Spam ist insofern besonders lästig, als ich über Mail nur einen Link zum Artikel bekomme, wo ein Kommentar eingefügt wurde. Ich muss also die Seite über den Link in der Mail extra aufsuchen, um erst dann zu sehen, dass es sich um Spam handelt. Wenn ich alle solche Kommentar unberücksichtigt lasse, dann können darunter auch „richtige“ Kommentare leiden, die dann nicht veröffentlicht werden.

2. Kooperatives Weblog für Forschungscluster LLL

Der zweite – diesmal sehr positive Anlass zum Umsteigen – liegt darin, dass wir für den im Aufbau befindlichen Forschungscluster Lifelong Learning ein kooperatives Weblog einrichten werden, an dem bereits zum Start mehr als 20 Personen mitarbeiten werden. Dieses Community-Webseite soll viele fortgeschrittene Blog-Funktionalitäten nutzen und wird daher auf unserem eigenen Server mit WordPress eingerichtet werden. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen meiner Arbeit:

  1. Ich muss dann langfristig zwei Weblogs bedienen (L3-Lab, wie das neue heißen wird und mein eigenes) und da ist es dann natürlich von Vorteil, wenn ich auf gleichen Systemen arbeite. So kann ich über bestimmte Werkzeuge wie z.B. dem Firefox-Erweiterung ScribeFire meine Blogbeiträge an verschiedene Blogs gleichzeitig schicken. Das ist eine bessere Lösung als über RSS-Feeds diese einzusammeln und automatisch darzustellen. In diesem zweiten Fall gibt es vor allen bei den Kategorien und Schlüsselwörtern insofern Probleme, als die beiden Blogs natürlich unterschiedlich Gewichtungen und Schwerpunkte haben.
  2. Ich werde durch den Forschungscluster wieder mehr inhaltliche Postings machen. Ein Grund für meine spärlichen Blog-Beiträge liegt darin, dass ich mit Management-Aufgaben ausgelastet bin, die meistens so gestaltet sind, dass sie interne Prozesse meines Departments bzw. der Universität betreffen und nicht über ein Blog zu kommunizieren sind. Zwar hätte ich auch mehr Inhaltliches zu berichten, als ich es bisher getan habe – schließlich lese ich am Wochenende/Urlaub auch viel bzw. muss mich für Vorträge, Lehrveranstaltungen etc. vorbereiten – aber mir fehlt schlicht und einfach die Zeit für diese Blogeinträge. (Heute habe ich mir Urlaub genommen, und habe daher etwas mehr Zeit 😉

Ich habe die letzten Wochen bereits viel Arbeit in den Aufbau des Forschungsclusters gesteckt, die bisher noch nicht sichtbar geworden ist. Ein großer Teil ist die Vorbereitung des Community-Blog – und in diesem Zusammenhang auch die Umstellung meiner eigenen Webseite auf WordPress. Es wird beim Transfer der Plone-Inhalte sicherlich nicht ganz ohne Abstriche bzw. Unterschiede in der Bedienung gehen. Doch hoffe ich, dass die grundsätzlichen Funktionalitäten und Inhalte in WordPress importiert werden können.

Ich hoffe, dass ich demnächst verstärkt dazukomme, auf dieser Adresse die
geplanten Schritte genauer dokumentieren und zu berichten. Ich glaube, dass diese meine Hoffnung nicht ganz unbegründet ist. Einerseits weil durch zwei neue Stellen (Professur und PostDoc bzw. Forschungsassistenz-Stelle sich mehr inhaltliche Ergebnisse zeitigen müssten. (Das wird wahrscheinlich erst Anfang bis Mitte nächstes Jahres skalieren). Andererseits aber auch deshalb, weil durch die Berufung von Frau Monika Kil das Weiterbildungsdepartment von mir wieder abgegeben wird.

Von Peter Baumgartner

Seit mehr als 30 Jahren treiben mich die Themen eLearning/Blended Learning und (Hochschul)-Didaktik um. Als Universitätsprofessor hat sich dieses Interesse in 13 Bücher, knapp über 200 Artikel und 20 betreuten Dissertationen niedergeschlagen. Jetzt in der Pension beschäftige ich mich zunehmend auch mit Open Science und Data Science Education.

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