H5P: True/False Question

Lernende bewerten eine Aussage, die sie präsentiert bekommen, ob sie richtig oder falsch ist. Informative Rückmeldungen für falsche aber auch für richtige Urteile unterstützen den Lernprozess.

H5P Logo für True/False Question

Der didaktische Nutzen von True/False Questions wird häufig unterschätzt. Sind jedoch die zu beurteilenden Aussagen gut gewählt und außerdem mit informativen Rückmeldungen versehen, dann ist dieser Aufgabentypus sehr wertvoll. Wahr/Falsch Fragen können sich auch auf ein integriertes Bild oder einen Video beziehen.

Eine True/False Question erstellen

Wie eine True/False Question technisch erstellt wird, wird im offiziellen H5P Tutorial (noch?) nicht erläutert. Es gibt nur zwei kleine Demo-Beispiele. Tatsächlich ist der manuelle Erstellungsprozess recht einfach. Aus didaktischer Sicht hat der True/False Question Modul jedoch zwei Fallstricke, die es zu umschiffen gilt:

  1. Inhalt und Formulierung der zu bewertenden Aussage: Als Statements können sowohl häufig falsch getroffene Annahmen oder auch komplexe aber korrekte Behauptungen dienen. Bei der Formulierung ist aber darauf zu achten, dass nicht die zusätzliche Schwierigkeit, die durch eine doppelte Verneinung hervorgerufen wird, vom eigentlichen Lernprozess ablenkt. Also etwa Aussagen wie „Es ist nicht richtig, dass …“ sind tunlichst zu vermeiden.
  2. Inhalt der Rückmeldung: Aus didaktischer Sicht besteht hier der häufigste Fehler darin, dass bloß lakonisch die Auswertung der Antwort rückgemeldet wird. Also etwa „Richtig!“ oder „Sehr Gut!“ bzw. „Falsch!“ oder „Nein, die Aussage war richtig“. Dieses Feedback ist inhaltsleer und unnötig, da die Auswertung der Antwort bereits durch das Programm selbst angezeigt wird.

    Bei der Zuordnung der Rückmeldungen für falsche Statements ist besondere Vorsicht geboten. Die richtige Antwort besteht nämlich dann darin, dass die Aussage falsch ist. Das richtige bzw. falsche Feedback muss daher so formuliert werden, dass es sich auf die Antwort der Lernenden und nicht auf die präsentierte Aussage bezieht.

Drei Beispiele

Das erste Beispiel demonstriert ein wertvolles, weil inhaltliches Feedback:

Das zweite Beispiel demonstriert ein inhaltsleeres Feedback:

Im dritten Beispiel zeige ich wie leicht es bei einem falschen Statement zu verwirrenden Rückmeldungen kommen kann:

Didaktische Einstellungen

Die Möglichkeiten didaktischer Einstellungen sind begrenzt. Sie sind eine Teilmenge anderer – bereits besprochener – Inhaltstypen.

Abb. 1: Empfehlungen für die Einstellungen im Übungsmodus für selbstbestimmte Lernende

Zusammenfassung

Der didaktische Wert von True/False Questions wird häufig unterschätzt. Sie können mit einem ausführlichen und informativen Feedback wirksam den Lernprozess unterstützen.

Die Wahr/Falsch Frage ist besonders auch in zusammengesetzten Fragen-Settings eine gute Wahl: So kann beispielsweise eine ganze Batterie mit True/False Questions zusammen gestellt werden.

Eine andere gute Möglichkeit ist, Wahr/Falsch Fragen mit anderen –ähnlichen – Fragetypen wie Single-Choice Questions oder Multiple-Choice Questions zu kombinieren.

Ein weitere wertvolle Anwendung ist es, wenn die Wahr/Falsch Frage mit einem Bild oder einem Video integriert wird und sich auf den Inhalt dieses visuellen/auditiven Mediums bezieht.


Von Peter Baumgartner

Seit mehr als 30 Jahren treiben mich die Themen eLearning/Blended Learning und (Hochschul)-Didaktik um. Als Universitätsprofessor hat sich dieses Interesse in 13 Bücher, knapp über 200 Artikel und 20 betreuten Dissertationen niedergeschlagen. Jetzt in der Pension beschäftige ich mich mit Open Science und Data Science Education.

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