Internet-Lesereisen

Bücher gemeinsam lesen und über das Internet diskutieren

Eines meiner (wenigen) Hobbies, das ich mir – trotz vermehrten Arbeits- und Verwaltungsstress nicht nehmen lasse – ist das Lesen. Jedoch nicht von Fachliteratur sondern von Bellestrisik. Ich liebe z.B. Kriminalromane – insbesondere von witzigen österreichischen AutorInnen wie Eva Rossmann, Stefan Slupetzky, Wolf Haas – siehe auch Wikipedia zu Wolf Haas – und ganz besonders neuerdings Thomas Raab – oder auch ganz allgemein (Welt-)Literatur.  Was ich da so lese finden sich auf meinem LibraryThing Account Stichwort Fiction bzw. auch als animiertes Portlet unter dem Goodies Ordner.

Beim Lesen von Roberto Bolaños 2666 bin ich auf eine spannende Sache gestoßen: Das Buch wird über über Privatinitiative auf der Website. http://www.zwei666.de/ gemeinsam gelesen. Wie zu unseren seligen Studentenzeiten, wo wir schwierige Texte wie z.B. Das Kapital von Karl Marx gemeinsam – Woche für Woche – gelesen und besprochen wurde, wird über das Internet jeweils 70 Seiten/Woche von Bolaños Monsterwerk (=1300 Seiten) diskutiert.

Wie ich auf der Website des zwei666.de-Projekts erfuhr, sind diese gemeinsamen Internet-Lesereisen gar nicht mehr besonders neu. Es fing offensichtlich mit Infinite Jest (Unendlicher Spass) an – auch so einem Monsterwerk mit 1552 Seiten, das im Augenblick auch gerade vom 24.08. bis zum 1.12.2009 gemeinsam gelesen wird. Die Website Infinite Summer hat sich offensichtlich bereits auf dieses gemeinsame Lesen spezialisiert. Jetzt ist gerade Dracula von Bram Stoker dran.

Das Internet macht’s möglich

Ich finde diese Art der gemeinsamen Lesekreise schon immer eine tolle Idee gefunden. Nun ist es in Krems nicht einfach, Leute mit gemeinsamen – und dann auch noch mit so esoterischen – Interessen, wie Monsterbücher zu lesen, zu finden.  Mit dem Internet ist es aber nun kein Problem mehr!

Ich habe mir gedacht, dass ich dies vielleicht mit Studierenden auch gemeinsam machen könnte. Es gibt auch einen konkreter Anlass: Das – aus meiner Sicht – recht schwierige Buch von Bruno Latour Reassembling the Social – An Introduction to Actor-Network-Theory (ANT) bzw. in der deutschen Version heißt es Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Es ist weniger der Text an sich, der schwierig ist, sondern vielmehr, die darin aufgeworfene neue Perspektive, die ungewohnt und gegen den Strich (der traditionellen Methodenausbildung) gebürstet ist.

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