Nochmals Forschungscluster LLL: Planung des „Kick-Off“

In einem ersten vorbereitenden 2-stündigen Meeting haben sich die Professoren Josef Hochgerner, Werner Lenz, Monika Petermandl und ich überlegt welche inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitungsschritte notwendig sind, damit der Forschungscluster erfolgreich „hochstarten“ kann. Gemeinsam wurde die Idee entwickelt bis zum Ende des Budgetjahrs 2013 den Cluster in drei Etappen (MitarbeiterInnen, DUK-Öffentlichkeit, Scientific Community) zu etablieren.

 

Dieser Beitrag baut auf einen vorigen Artikel zum selben Thema auf: Schöne Aussichten – Forschungscluster LLL.

1. Phase: Einbeziehung der MitarbeiterInnen

In der nächsten Vollversammlung der beiden Departments werde ich über den aktuellen Stand berichten. Zwar wissen die MitarbeiterInnen bereits über die Pläne der Einrichtung des Clusters bescheid, doch wird es für viele überraschend sein, dass diesmal die notwendigen Personalressourcen relativ schnell von der Verwaltung freigegeben wurden. Ich interpretiere dies als eine ermutigende Entwicklung, die zeigt, dass der Forschungscluster zu LLL tatsächlich ein strategisches Anliegen der Universität darstellt und breite Unterstützung in allen Bereichen der Universität genießt.

Diese erste Phase (etwa bis Jahresende) ist durch zwei Ziele gekennzeichnet: Einerseits geht es darum, dass die geplanten Stellen (75% Professur am Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien, die dazugehörige PostDoc-Stelle und vor allem aber die Professur für Weiterbildungsforschung und Bildungsmanagement) erfolgreich (nach)besetzt werden. Andererseits sollen die restlichen Monate dieses Jahres auch dazu dienen, eine praktikable Schnittstelle sowohl zu den internen MitarbeiterInnen der beiden Bildungsdepartments als auch zu den (externen) DoktorandInnen zu etablieren und eine entsprechend inhaltlich strukturierte Webseite aufzubauen.

Bestandserhebung und Abrechnungsmodalität 

Erster Schritt dazu ist eine interne Bestandserhebung und Darstellung welche Personen mit welchen Forschungsanliegen bzw. Projekten zu welchen Abrechnungsmodalitäten Teil des Forschungsclusters bilden werden. Wenn ich hier den Begriff „Abrechnungsmodalitäten“ erwähne, so deutet dies auf ein im Detail noch zu lösendes Problem hin: 

Die Donau-Universität Krems (DUK) ist durch ihren extrem hohen Anteil an Drittmittel von 80% darauf angewiesen, dass die jeweiligen Grundeinheiten (Fakultäten bzw. Departments) kostendeckend arbeiten. Praktisch bedeutet dies im Alltag der DUK, dass die Forschungsleistungen zu einem gewissen Teil durch die Einnahmen aus der Lehre querfinanziert werden müssen. Vor allem aber gibt es für eine gemeinsamen Forschungscluster, der Department-übergreifend besetzt und finanziert wird, bisher an der DUK noch wenig Erfahrungen: Wie kann die Abrechnung so gestaltet werden, dass einerseits die Leistungen und Kosten eindeutig dem Cluster zugerechnet werden können, andererseits aber die inhaltliche und budgetäre Unabhängigkeit der beiden Bildungsdepartments, die wegen ihrer unterschiedlichen Ausrichtung weiterhin bestehen bleiben soll, gewährleistet wird? Die Lösung wird wahrscheinlich in einer eigenen Kostenstelle bestehen, womit das jeweilige Departments belastet wird. 

Aus diesem Grunde muss mit der inhaltlichen Bestandserhebung der Projekte auch von den jeweiligen Zentrenleitungen entschieden werden, welche Personal- und andere Ressourcen in den Forschungscluster gehen. Diese Zuordnung ist insofern nicht ganz trivial, weil damit die Zentren diesen Teil ihrer Forschungsaktivitäten aus ihren eigenen (Leitungs-)Bereich auslagern müssen. Der damit vor sich gehende Konzentrationsprozess ist jedoch ein erwünschter Effekt, weil dadurch die relativ kleinen Zentren den Blick über den eigenen Tellerrand erheben und mit dem größeren Cluster gemeinsam wachsen können. So sind beispielsweise zeitweilige Kapazitätsengpässe oder fehlende inhaltliche Kompetenzen leichter „einzukaufen“.

Inhaltliche Grundprinzipien, Forschungs- und Aktionslinien

Damit ein möglichst großes Potential an Forschungsaktivitäten der beiden Departments zur inhaltlichen Ausrichtung des Clusters passt, hat die Professorenrunde die bereits dargestellten 5 Forschungslinien durch die in der europäischen bzw. österreichischen LLL-2020-Strategie (ACHTUNG: PDF mit 19MB!) dargestellten Grundprinzipien und Aktionslinien ergänzt. (Siehe auch die zusammenfassende Darstellung in LLL:2020 im Überblick):

***

DIE ZEHN AKTIONSLINIEN

  1. Stärkung der vorschulischen Bildung und Erziehung als längerfristige Grundvoraussetzung
  2. Grundbildung und Chancengerechtigkeit im Schul- und Erstausbildungswesen
  3. Kostenloses Nachholen von grundlegenden Abschlüssen und Sicherstellung der Grundkompetenzen im Erwachsenenalter
  4. Ausbau von alternativen Übergangssystemen ins Berufsleben für Jugendliche
  5. Maßnahmen zur besseren Neuorientierung in Bildung und Beruf und Berücksichtigung von Work-Life-Balance
  6. Verstärkung von „Community-Education“-Ansätzen mittels kommunaler Einrichtungen und in der organisierten Zivilgesellschaft
  7. Förderung lernfreundlicher Arbeitsumgebungen
  8. Weiterbildung zur Sicherung der Beschäftigungs- und Wettbewerbsfähigkeit
  9. Bereicherung der Lebensqualität durch Bildung in der nachberuflichen Lebensphase
  10. Verfahren zur Anerkennung non-formal und informell erworbener Kenntnisse und Kompetenzen in allen Bildungssektoren
DIE FÜNF LEITLINIEN

    • Lebensphasenorientierung
    • Lernende in den Mittelpunkt stellen
    • Life Long Guidance
    • Kompetenzorientierung
    • Förderung der Teilnahme an LLL
    DIE VIER GRUNDPRINZIPIEN

      • Gender und Diversity
      • Chancengerechtigkeit und soziale Mobilität
      • Qualität und Nachhaltigkeit
      • Leistungsfähigkeit und Innovation

      ***

      Damit wird ein sehr breiter Rahmen vorgegeben, worin sich alle MitarbeiterInnen der beiden Departments wieder finden sollten. Es ist klar, dass nicht alle angesprochenen Inhalte mit unseren doch recht geringen Personalressourcen gleichzeitig beforscht werden können, sodass mit der Bestandserhebung auch eine dementsprechende Forschungskonzentration gemeinsam beschlossen werden soll. Aktivitäten (Aufträge, Projekte etc.), die nicht in das vorgegebene Raster passen, können selbstverständlich noch zu Ende geführt werden, mittelfristig jedoch – und insbesondere bei Neueinreichungen – ist das obiges Raster inhaltlich zugrunde zu legen.

      DoktorandInnen

      Ein ganz besonderes Augenmerk wird auf die Zusammenarbeit mit den DoktorandInnen gelegt. Weil die DUK noch nicht das Promotionsrecht besitzt, war bisher die Betreuung meiner Dissertationen ein von mir aus der DUK ausgelagerter Arbeitsschwerpunkt. Durch entsprechende Beschlüsse des Universitätsrats und der DUK-Leitungsgremien hat jedoch die Forderung nach eigenständigem Promotionsrecht im letzten Jahr bedeutend an Fahrt und Kraft gewonnen. Inzwischen werden meine diesbezüglichen Arbeiten als wichtiger Bestandteil für den inhaltlichen Nachweises an Promotionskompetenzen meiner Universität gesehen und gewürdigt. Es ist ja wirklich unverständlich, dass ich zwar ca. 20 DoktorandInnen betreue und in den letzten Jahren jedes Jahr 2-3 Promotionen erfolgreich abschließe, dass meine durch die DUK finanzierten Aktivitäten jedoch nur in der Wissensbilanz einer anderen Universität sichtbar werden.

      Als Schnittstelle zwischen Forschungscluster und DoktorandInnen-Kolleg ist geplant, dass jeweils vor den 4x jährlich stattfinden Klausuren des LLL-Kollegs auch eine Veranstaltung im Rahmen des Forschungsclusters mit den interessierten DoktorandInnen und bereits erfolgreich Promovierten statt findet. Für meine DoktorandInnen bedeutet dies zwei Vorteile: Einerseits eine verstärkte persönliche Betreuungskapazität meinerseits, andererseits auch eine verstärkte Vernetzungsmöglichkeit mit facheinschlägig  interessierten Personen im Forschungscluster. Umgekehrt werden durch die an der DUK engagierten ProfessorInnen auch die Unterstützungs- und Beratungssleistungen für das – inzwischen auf 60 (!) DissertantInnen angewachsene – LLL-Kolleg verstärkt. Diese stärkere Querverbindung wird u.a. auch durch Werner Lenz signalisiert, der als derzeitiger Sprecher des Kollegs nun auch führend am Forschungscluster der DUK mitarbeitet.

      Wie die Verbindung zwischen Forschungscluster und DoktorandInnen (inkl. der bereits erfolgreich Promovierten) konkret aussehen soll, darüber wird bei einem Meeting am Mittwoch 3. Oktober 2012 an der DUK diskutiert. Die weiteren bis zum Sommer 2013 geplanten Termine sind jeweils Mittwoch vor dem DoktorandInnen-Kolleg: 16.01.2013/13.03.2013/12.6.2013.

      2. Phase: Einbeziehung von Universität und interessierter Öffentlichkeit

      Der offizielle „Kick-Off“ des Forschungscluster wird erst im neuen Jahr, also Anfang 2013, stattfinden. Gründe dafür sind sowohl organisatorischer als auch inhaltlicher Natur: Einerseits sollen zuerst die Stellenbesetzungen abgeschlossen sein, v.a. die Professur zur Weiterbildungsforschung soll bereits besetzt werden und sich bei dieser öffentlichen Veranstaltung vorstellen. Es ist geplant das „Kick-Off“ des Forschungsclusters in einer gemeinsamen Vorstellung der 2012 gegründeten Fakultätsgliederung der Donau-Universität, die ebenfalls zu Jahresbeginn 2013 stattfinden soll, zu integrieren. 

      Aus inhaltlicher Sicht wollen wir vorher noch die aktuelle Bestandserhebung abwarten und auswerten. Darauf aufbauend wollen wir aus unserer Sicht den Stand der Weiterbildungsforschung in Österreich bzw. Europa einschätzen und die im Forschungscluster bis dahin vorgenommene Konzentrierung unserer Forschungsanstrengungen darlegen. Ziel dabei ist es, dass wir uns innerhalb der Weiterbildungsforschung begründet positionieren. Eine neue Stelle „Organisationskommunikation“ soll die nationale und internationale Sichtbarkeit des Forschungsclusters unter Verwendung moderner Marketingmaßnahmen und Vertriebskanälen (Social Media, Pod- bzw. Vodcast) dabei unterstützen.

      Als wichtigen Punkt in dieser zweiten Phase sehen wir die Einbeziehung anderer Bereiche an der DUK, die sich ebenfalls mit Themen der LLL-2020-Strategie beschäftigen. Es soll gezeigt werden, dass die DUK als „Universität für Weiterbildung“ in vielfältigen Zusammenhängen und Bereichen Weiterbildungsforschung betreibt.

      3. Phase: Einbeziehung der Scientific Community

      Mit Jahresende 2013 bzw. Anfang 2014 ist ein wissenschaftlicher Kongress zur Weiterbildungsforschung an der DUK geplant. Damit soll der Standort Krems innerhalb der internationalen Weiterbildungsforschung ausgewiesen werden und zu den uns interessierenden Forschungsfragen auch mit einer Publikation unterlegt werden. 

      Die inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitungen sollen auf Grundlage des Feedbacks von Phase 2 im Frühjahr 2013 gestartet werden.

      Zusammenfassung

      Ich hoffe, dass ich mit diesem zweiten Beitrag noch deutlicher zeigen konnte, welche „schöne Aussichten“ sich mit dem Forschungscluster eröffnen. Mit diesen Berichten auf der Nachrichtenseite meiner Webseite möchte ich versuchen auch Informationen und Ideen verbreiten, die noch nicht in allen Gremien und Punkten fixiert und beschlossen sind. Ich hoffe, dass damit eine höhere Transparenz und damit auch eine größere Möglichkeit zur Teilnahme/Partizipation gegeben ist. – Ganz im Sinne der fünften Leitlinie „Förderung der Teilnahme an LLL“ <wink>

      Ob dieses Medium geeignet ist und nicht durch andere Nachrichtenquellen ergänzt oder gar ersetzt werden soll, wird sich erst erweisen und muss im Zusammenhang einer Vermarktungsstrategie unserer Forschungsaktivitäten noch gesondert diskutiert werden. Ich erwarte mir da auch einen hilfreichen Input durch die neue (halbe) Stelle zur Organisationskommunikation. Bis zu weiteren Festlegung unserer Kommunikationskanäle bitte ich diese Informationen als persönlich gefärbte Berichte anzusehen, die durch die unten angeführte Kommentarmöglichkeit erweitert/adaptiert bzw. korrigiert werden können.

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