eContent Dialog in Wien

Am Freitag habe ich eine Keynote auf der 2. eContent-Dialog Veranstaltung gehalten. Ich habe versucht ein recht heikles und komplexes Thema unter dem Titel "Guter Content – guter Unterricht" anzuschneiden. Es war das erste Mal, dass ich die Forschungsergebnisse aus dem Projekt CampusContent an der FernUniversität Hagen, die letztlich zu einer geänderten Sichtweise des Begriffs Lernobjekte führen, nicht nur vor WissenschaftlerInnen präsentiert habe. Vor etwa 150 Lehrerinnen und Lehrer aus Volks-, Haupt- und Mittelschule habe ich bei der Entwicklung von Lernobjekten für eine Trennung von Informationsgehalt und didaktische Integration geworben. Den anwesenden "Content-Produzenten" (ua. Verlage) habe ich nahegelegt, sich auch mit der Entwicklung didaktischer Szenarien als eigenes inhaltliches Gebiet zu beschäftigen. Insbesondere habe ich auf die Bedeutung von Metadaten und neuen – noch zu entwickelnden – Austauschmodellen von sogenannten Open Content unter der Creative Common Lizens hingewiesen.

Ein Feuerwerk von neuen Ideen

Am Freitag habe ich eine Keynote auf der 2. eContent-Dialog Veranstaltung gehalten. Ich habe versucht ein recht heikles und komplexes Thema unter dem Titel „Guter Content – guter Unterricht“ anzuschneiden. Es war das erste Mal, dass ich die Forschungsergebnisse aus dem Projekt CampusContent an der FernUniversität Hagen, die letztlich zu einer geänderten Sichtweise des Begriffs Lernobjekte führen, nicht nur vor WissenschaftlerInnen präsentiert habe. Vor etwa 150 Lehrerinnen und Lehrer aus Volks-, Haupt- und Mittelschule habe ich bei der Entwicklung von Lernobjekten für eine Trennung von Informationsgehalt und didaktische Integration geworben. Den anwesenden „Content-Produzenten“ (ua. Verlage) habe ich nahegelegt, sich auch mit der Entwicklung didaktischer Szenarien als eigenes inhaltliches Gebiet zu beschäftigen. Insbesondere habe ich auf die Bedeutung von Metadaten und neuen – noch zu entwickelnden – Austauschmodellen von sogenannten Open Content unter der Creative Common Lizens hingewiesen.

Danach stellte Salzburg Research die soeben fertig gestellt SbX-Studie zu Bekanntheit und Nutzung webbasierter Lehr- und Lernmaterialien in Schulen vor. Die Präsentation war etwas mit Zahlenmaterial überfrachtet, was zum Teil auch daran lag, dass die Ergebnisse erst seit kurzer Zeit vorlagen. Hier wäre eine genauere Analyse mit einer engagierteren Interpretation meiner Ansicht nach notwendig. Ich würde mir selbst gerne die Ergebnisse im Detail anschauen, konnte aber der Studie bisher (im Netz) nicht habhaft werden. Die Studie gibt es inzwischen als öffentlicher Download am e-teaching-austria.at Portal (geändert am 20.11.06). Aber zumindest gibt es weiterhin den sehr ausführlichen Foliensatz (geändert am 01.09.2016).

Anschließend stellten drei VertreterInnen von Verlagen (Veritas, MANZ, Langenscheidt) ihre Sichtweise zu eContent dar. Wegen der Zeitüberschreitung im Referat von Salzburg Research und der herannahenden Mittagspause, war die Präsentation sehr kurz gehalten und kam es auch kaum mehr zu einer Diskussion. Mir ist daher nicht klar geworden, was eigentlich die bei den VerlegerInnen zugrunde liegenden Prämissen (Geschäftsmodelle, E-Learning Strategie) ihrer Angebote sind. Das wäre aber – insbesondere bei der Umsetzung meiner Idee eines Repositoriums auf Creative Common Basis, das neben eContent auch Templates für Didaktische Szenarien enthaltet – für meine weitere Arbeit wichtig. Hier muss ich mir also ebenfalls noch eine weitere „Hausausgabe“ verschreiben: Wie können tragfähige Geschäftsmodelle aussehen, die von der Open Content Idee ausgehen und gleichzeitig auch die kommerziellen Interessen der VerlegerInnen berücksichtigen?

Nach der Mittagspause ging es dann in drei parallele Workshops: Grundschule, Sekundarstufe 1 und 2; wovon ich den letzten Track – also Sekundarstufe 2 – besucht habe. Die Workshops waren hoch interessant und auf sehr hohem Niveau. Mit E-Learning erfahrende LehrerInnen berichteten nicht nur über ihre Ideen und Projekte, sondern sparten nicht mit Tipps und Tricks und zeigten auch viele interessante Demos.

Walter Steinkogler vom Abendgynasium Salzburg stellte Österreichs Schulportal für Englisch vor, das er betreut. Eine einzige Fundgrube für Englisch-LehrerInnen. Besonders interessant für mich war es zu sehen, wie im Internet vorhandender Content didaktisch sinnvoll eingesetzt werden kann. Das entspricht ganz meiner Auffassung, dass wir uns weniger um die Produktion von neuem, „didaktisch reinem“ eContent sorgen sollten, sondern vielmehr überlegen sollten, wie bereits vorhandender Content didaktisch wertvoll in den Unterricht eingebunden werden kann.

Ich würde mir zur Weiterentwicklung des Portals noch zweierlei wünschen:

  • Einerseits eine Suchmaske mit der ich über (didaktische) Metadaten nach den verschiedensten Ressourcen suchen kann.
  • Andererseits ein Forum, wo sich LehrerInnen über die Vewendung der Materialien und ihren Erfahrungen dabei austauschen.

Die in der Diskussion geäußerte Idee, dass eine Registrierung erfolgen soll, die nur einmal einen Download zulässt, danach aber vor dem nächsten Download ein Feedback verlangt, ist eine zusätzliche Schwelle. Sie birgt die Gefahr eines ungewollten Bumerangs: Statt einer stärkeren Verbreitung der interessanten Ressourcen könnte es zu einer eingeschränkten Nutzung der wichtigen Website kommen. – Wie könnte ein Modell aussehen, das stärker die gemachten Erfahrungen mit den Ressourcen einbezieht? Gerade das kreative Umgehen mit „normalen“ Internetmaterialien ist ja die wesentliche Idee, die Walter Steinkogler mit seinem Portal anregen möchte. Dazu ist ein kompetenter Umgang mit Suchmaschinen erforderlich (Siehe dazu beispielsweise Suchfiebel.de). Zugegeben: EnglischlehrerInnen haben es hier leichter, weil natürlichsprachliches englisches Material zu Hauff im Internet vorhanden ist. Trotzdem: Die Probleme sind ähnlich wie bei anderen Sachgebieten – ein Pilotprojekt (vielleicht durchaus auch im Rahmen eines EU-Projektes (z.B. MELT?) könnte hier ein wichtiger Ansatzpunkt sein.

Stephan Waba stellte ein Projekt zur Leseerziehung vor. Er zeigte, wie mittels eines WikiWebs in moodle eine Gedichtedatenbank aufgebaut werden kann und für die interpretative Auseinandersetzung mit Gedichten genutzt werden kann. Sein Projekt wird für die TeilnehmerInnen der Veranstaltung sogar als Template eines moodle-Kurses zur Verfügung gestellt und kann entsprechend den eigenen Bedürfnissen abgeändert werden.

Peter Eichberger stellte – unter Hinweis auf die wichtige Seite Mathe Online, wo er auch aktiv ist – die Verwendung des Software Werkzeuges Derive 6 für den Mathematik Unterricht vor. Derive ist ein Klassiker unter den Computer Algebra Systemene (CAS). Dazu gibt es eine österreichweite Schullizenz des Bildungsministeriums; es kann also für Schulen äußerst kostengünstig eingesetzt werden.

Eichberger zeigte, wie er Arbeitsblätter vorbereitete, und Derive vor allem für die rämliche Darstellung von recht komplexen algebraischen Gleichungen verwendet. Ich kann mich noch auf meinen recht trockenen Mathematik Unterricht erinnern, wo noch diskutiert wurde, wo selbst die Verwendung von Taschenrechnern im Unterricht noch verboten waren, weil sie  einen digital divide mit sich bringen würden. Mit bloßen Rechenschiebern (die übrigens ja auch nicht billig waren!) hatten wir zwar ein Hilfsmittel zur  Berechnung, nicht aber zur Veranschaulichung. Mit solchen Werkzeugen wie Derive hätte der Mathe-Unterricht sicherlich viel mehr Spass gemacht!

Veronika Kunnert-Wernhart stellt zum Aschluss dieses Tracks Erfahrungen für den Biologie-Unterricht zusammen. Sie stellte ein Feuerwerk an Ideen und Werkzeugen zusammen. Eine Sammlung einschlägiger Ressourcen lassen sich über das Österreichische Schulportal für Biologie und Umweltkunde einsehen; die Ideen und der Umgang mit einschlägigen Werkzeugen findet sich auf Seite Methoden im E-Learning Unterricht – mit konkreten Beispielen für den Biologieunterricht. Eine unverzichtbare Fundgrube, die nicht nur für den Biologieunterricht von Bedeutung ist! So wird z.B. erklärt wie sich mit Hilfe von PowerPoint sogenannte Touchbilder (Abbildungen mit sensiblen Bereichen) erstellen lassen. Neben den bekannten und beliebten Hot Potatoes wird auch das neue Programm JavaClic – ein (kostenloses!) Autorentool zum Erstellen von interaktiven Übungen am PC ohne Programmierkenntnisse – mit einem Link auf die Seiten des Education Highway erläutert. Auf der Clic-Plattform http://clic.eduhi.at/ können eine Vielzahl bereits fertig erstellter Übungen zu verschiedensten Fachgebieten und Unterrichtsgegenständen heruntergeladen werden. Weiters finden Sie dort auch einen Online-Kurs sowie ein Handbuch, die Sie bei Ihren ersten Schritten mit JClic unterstützen!

Wie Sie sehen: Eine hoch interessante Veranstaltung mit einer großen Ausbeute an (neuen) Informationen. Den Abschluss, an dem ich leider nicht mehr teilnehmen konnte, bildete eine Einführung in EU-Projekte wie OLCOS (wo ich ebenfalls – noch als FernUni Hagen involviert bin) und CALIBRATE.

Erfolgreich moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Narosy, der sowohl die Verlagsseite als auch die Ausbildungsseite von E-Learning sehr gut kennt. Die Ergebnisse (Foliensätze etc.) werden demnächst auf den Seiten der E-Lisa Academy zur Verfügung gestellt werden. Watch http://www.e-lisa-academy.at/index.php?cid=6433 !

Guter Content = guter Unterricht? Guter Content = guter Unterricht?

Größe: 21.7 MB – File type application/pdf

E-Learning Szenarien - Vorarbeiten zu einer didaktischen Taxonomie E-Learning Szenarien – Vorarbeiten zu einer didaktischen Taxonomie

Größe: 155.8 kB – File type application/pdf

Unterrichtsmethoden als Handlungsmuster - Vorarbeiten zu einer didaktischen Taxonomie für E-Learning Unterrichtsmethoden als Handlungsmuster – Vorarbeiten zu einer didaktischen Taxonomie für E-Learning

Größe: 220.4 kB – File type application/pdf

 

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