Die Macht der neuen digitalen Unordnung

In seinem neuen Buch "Everything Is Miscellaneous. The Power of the New Digital Disorder" kritisiert David Weinberger hierarchische Kategorisierungssyteme. Wer die Welt in trennscharfen Kategorien einteilen will, verkennt nicht nur, dass alles mehrere Seiten hat und von mehreren Perspektiven betrachtet werden kann, sondern hat auch nicht die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung verstanden.

In seinem neuen Buch „Everything Is Miscellaneous. The Power of the New Digital Disorder“ kritisiert David Weinberger hierarchische Kategorisierungssyteme. Wer die Welt in trennscharfen Kategorien einteilen will, verkennt nicht nur, dass alles mehrere Seiten hat und von mehreren Perspektiven betrachtet werden kann, sondern hat auch nicht die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung verstanden.

Nach der Mitarbeit am inzwischen berühmt gewordenen Cluetrain Manifesto und seinem Buch Small Pieces Loosley Joined. A unified theory of the web hat David Weinberger wieder zugeschlagen. Mit Everything Is Miscellaneous – was sich vielleicht am Besten mit „Alles ist vielseitig/vermischt“ übersetzen lässt – nimmt Weinberger unsere Vorstellung aufs Korn, dass alles seinen (physischen) Platz haben muss.

Das Buch kritisiert unsere Vorliebe nach Taxonomien und Ontologien und setzt demgegenüber die nicht hierarchische Verknüpfung durch Hyperlinks sowie die beliebig ausführliche und nicht an ein vorgegebenes Vokabular gebundene Beschreibung subjektiv relevanter Eigenschaften.

  • Statt einer von ExpertInnen vorgegebenen Taxonomie wo wir nachträglich entscheiden müssen, wo etwas einzuordnen ist, braucht es durch uns Laien sich ständig entwickelnde Folksonomy, wo wir erst nachträglich (beim Suchen) entscheiden, welche Kriterien uns wichtig sind.
  • Statt einer (limitierten) Verschlagwortung (Indexierung) durch ExpertInnen, die für möglichst viele Anwendungsfälle gelten soll, brauchen wir ein umfassendes Tagging oder gemeinschaftliches Indexieren, wo die Interessen der NutzerInnen sich niederschlagen.

Es ist hier nicht der Platz detailliert auf die vielen wichtigen Argumente von „Everything Is Miscellaneous“ im Detail einzugehen. Ich werde das schrittweise und nach und nach in meinem Weblog versuchen. Ein ausführliches erstes Beispiel, das den enormen Unterschied zwischen der physischen und digitalen Welt – und damit die Quintessenz des Weinberger Buches aufzeigt –, gibt es bereits. Hier möchte ich nur noch einen ersten Einstieg in die Thematik durch einen neuen Video von Michael Wesch vermitteln:


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