OneTab Plugin unterstützt das Management von vielen offenen Tabs/Seiten

Der Artikel stellt die praktische Browser-Erweiterung OneTab vor. OneTab hilft nicht nur virtuellen Speicher zu sparen, sondern unterstützt auch das Verwalten vieler offener Tabs. Die aktuell offenen Tabs können als Liste gespeichert, in einem anderen Browser geladen oder für eine Zusammenarbeit über das Internet auch geteilt werden.

Vorgestern habe ich mit OneTab eine praktische Browser-Erweiterung (Plugin) gefunden, über die ich hier berichten möchte.

Ursprünglich wollte ich ja schauen, ob ich zumindest über Apps, die ich selbst verwende und empfehlen kann, etwa einmal pro Woche schreibe. Aber da es jede Woche mehr werden, habe ich mir gedacht, dass ich vielleicht von beiden Zeitlinien meine „Bringschuld“ abarbeiten sollte: Einerseits mein großes Repertoire an „Altlasten“ abarbeiten, aber andererseits interessante neue Infos möglichst gleich weiter geben.

Das hat zwar den Nachteil, dass ich selbst die App noch nicht gut kenne und langfristig getestet habe, aber es ist eine gute Gelegenheit mich selbst mehr mit der Funktion vertraut damit zu machen. Außerdem – nicht ganz uneigennützig – ist es vielleicht auch leichter Leser*innen zu motivieren auf ähnliche Apps hinzuweisen, bzw. durchaus meine Vorschläge zu kritisieren.

OneTab hilft (zu) viele Browser-Tabs zu managen

Die Grundidee von OneTab ist sehr einfach: Wenn Sie nach einer Recherche eine unüberschaubare Menge an Tabs gesammelt haben, entstehen (zumindest für mich) zwei Probleme:

  • Die einzelnen Tabs werden nicht nur immer kleiner, sondern es wird zunehmend unmöglich, schnell zu einer speziellen anderen Seite zu wechseln. Insbesondere dann, wenn von einer Website mehrere Seiten/Tabs mit demselben FavIcon offen sind.
  • Die vielen Tabs belasten den virtuellen Speicher extrem, mit der Folge, dass das ganze System langsamer wird, weil Teile davon auf die Festplatte ausgelagert werden müssen.

OneTab löst dieses Problem, indem es alle Browsertabs zu einer Linkliste in einem einzigen Tab zusammenfasst. Das macht nicht nur das Wiederauffinden leichter, sondern reduziert den virtuellen Speicher enorm: OneTab spricht von 95% Speicherersparnis.

Screenshot of Page for Browser Plugin OneTab
Screenshot der Website für die Browser-Erweiterung OneTab

Weitere Vorteile von OneTab

Aber neben Speicherersparnis und bessere Übersichtlichkeit hat die Nutzung von OneTab noch weitere Vorteile:

  1. Die Liste offener Tabs kann gespeichert werden, um zu einem späteren Zeitpunkt mit der Recherche fortzufahren.
  2. Die Liste kann auch mit einer URL/QR-Code versehen werden und mit Kooperationspartner*innen geteilt werden.
  3. Um die Arbeit in einem anderen Browser fortzusetzen, können die aktuell offenen Tabs in einem anderen Browser geladen werden. Unterstützt werden Google Chrome (Derivate), FireFox und Safari. Aber über Punkt 2 können auch alle anderen Browser mit diesen Links versorgt werden, müssen dann aber einzeln aufgerufen werden.

Eine detaillierte Beschreibung der Funktionen und effektive Nutzungsstrategien hat TechWiser.

Use case: Nach einer Recherche aufräumen

Das eigentlich Problem, warum ich nach einer Erweiterung wie OneTab gesucht habe, ist das Aufräumen nach einer Recherche. Bis heute habe ich dazu noch keine befriedigende Lösung gefunden.

Ich kann zwar alle Tabs als Lesezeichen speichern, das löst aber nicht das Problem des Aufräumens. Im Gegenteil: Ich habe bereits riesige Ordner und Listen von Lesezeichen, die ich nur in kleinen Teilen (wieder)verwende.

Bereits nach einer kurzen Recherche (1-2 Stunden) habe ich nicht selten 70 Seiten gleichzeitig offen und auch schon begonnen ein anderes Browserfenster zu öffnen um etwas übersichtlicher arbeiten zu können. Am Ende brauche ich dann aber nur 10-15 Seiten, die ich später genauer abarbeiten möchte, z.B. Screenshots für einen Blogpost erstellen, Inhalte genauer durcharbeiten/zitieren etc.

Die Schwierigkeit: Ich weiß nicht – bevor ich den Link geöffnet habe – ob die Inhalte der Seite für mich interessant sind. Häufig ist die Seite selbst gar nicht so wichtig, aber es gibt einen Link zu einer (dritten) Seite, die entscheidende Inhalte anbietet. Ich gehe dann nicht immer zurück und schließe die Seite – weil es ja vielleicht darauf noch weitere Links gibt, die ich überprüfen möchte. Das Ergebnis ist dann eben diese große Anzahl offener Tabs.

Bisher habe ich die Tabs beim Zusammenräumen einzeln durchgesehen und dann über die Tab-Funktion von Wakelet meistens automatisch abgespeichert. Wie das geht zeigt dieser kurze (37 Sek.) Video.

So habe ich z.B. gestern abends über die verschiedenen Möglichkeiten recherchiert, wie mein geplantes interaktives Statistik-Tutorial mit RMarkdown und Shiny mit Bootstrap oder anderen Hilfsmittel schöner gestaltet werden kann. Das Ergebnis waren 34 offene Seiten (Tabs), wovon ich dann jedoch nur 18 Links für seine spätere Bearbeitung brauche und daher (zwischen)speichern möchte. Das provisorische Ergebnis findet sich in diesem Wakelet, das ich nach Fertigstellung meiner Arbeit (z.B. wenn alle Links detailliert geprüft oder der dazugehörige Artikel geschrieben ist) wieder lösche. Meistens lösche ich nicht alle, sondern sammle weiterhin relevante Links in spezifische – d.h. themenorientierte – Wakelet. Dort kann ich nämlich die Links nicht nur ausführlich beschreiben sondern auch – wenn die Sammlung für andere auch interessant sein können – auf meiner öffentlichen Wakelet-Seite publizieren.

Screenshot einer Beispielsseite zweier von OneTab generierten Linklisten
OneTab Beispielsseite: Wird diese Seite erstellt, dann werden automatisch alle Tabs geschlossen und es gibt nurmehr diese eine Seite. OneTab heftet sich als verkleinerter Tab ganz links am Browserfenster an. Linklisten können übrigens auch mit Namen für leichteres Wiederfinden versehen werden.

Nun hatte ich das Problem, dass mein bevorzugter Browser Brave – aus Sicherheitsgründen – diese Funktionalität nicht unterstützt. Ich musste daher immer mühsam auf FireFox oder Google Chrome wechseln. Das ist jetzt mit OneTab viel einfacher geworden!

Zusammenfassung

Obwohl ich OneTab erst seit einigen Tagen verwende, hat sich diese Browsererweiterung für mich bereits als sehr nützlich herausgestellt. Dabei ist für mich nicht das „offizielle“ Hauptargument (=Speicherersparnis) entscheidend, sondern ich nutze es zum Aufräumen bzw. zum Sammeln brauchbarer Links für spätere Verarbeitung.

Von Peter Baumgartner

Seit mehr als 30 Jahren treiben mich die Themen eLearning/Blended Learning und (Hochschul)-Didaktik um. Als Universitätsprofessor hat sich dieses Interesse in 13 Bücher, knapp über 200 Artikel und 20 betreuten Dissertationen niedergeschlagen. Jetzt in der Pension beschäftige ich mich zunehmend auch mit Open Science und Data Science Education.

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