Cissexismus (engl. cissexism) bezeichnet die Ablehnung, Ausgrenzung und Diskriminierung von trans*, nicht-binären und intersexuellen Menschen durch Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt (cisgeschlechtliche Menschen).
Der Begriff betont die strukturelle Verankerung des Zweigeschlechtersystems in Gesellschaft, Recht und Medizin. Er umfasst folgende Kernaspekte:
- Normierung: Die Darstellung von Cisgeschlechtlichkeit als soziale Norm und Transgeschlechtlichkeit als Abweichung davon (Othering).
- Strukturelle Gewalt: Aufrechterhaltung von Systemen, die zu Benachteiligung führen, z. B. wenn medizinisches Personal nicht für die Bedürfnisse trans* Menschen sensibilisiert ist oder juristische Kontexte nur binäre Geschlechtermodelle anerkennen.
- Intersektion: Cissexismus wirkt oft zusammen mit Sexismus und trifft auch cis Personen, die nicht geschlechterkonform sind (z. B. wenn Männer als „unmännlich“ abgewertet werden).
Der Begriff wurde maßgeblich von der Sexualwissenschaftlerin Julia Serano (2007) und im deutschen Raum durch den Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch (1991) geprägt, um zu verdeutlichen, dass das Zusammenfallen von Körpergeschlecht und Identität keine Selbstverständlichkeit ist.
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