Zotero sieht der Klage gelassen entgegen

Erst heute hatte ich wieder etwas Zeit zu surfen und fand gleich eine geeignete Fortsetzung zum vorigen Beitrag Endnote klagt Zotero. George Mason University (GMU), die hinter der open source Software zotero steht, sieht der Klage von Thomson Reuters offensichtlich gelassen entgegen. In einer offiziellen Mitteilung wird sowohl die Lizenz von Endnote aufgekündigt, als auch das zeitweilig zurückgezogene Feature („Support for Endnote® export styles“) der Betaversion 1.5 Sync Preview findet sich auch wieder auf der Website. Es handelt sich dabei um eine Konvertierroutine, die EndNote Zitierstile in die Open Source Citation Style Language (CSL) umwandelt.

Chancen für Thomson Reuters stehen schlecht

In einem Leitartikel von Nature mit dem sinnigen Namen Beta Blockers?  wird ebenfalls über diesen Musterprozess geschrieben und dabei Partei für Zotero ergriffen. Obwohl sich natürlich noch nichts über den Prozessausgang sagen lässt, stellt Nature einen symptomatischen Vergleich an: Man stelle sich vor, dass Word oder Exceldateien nur von Microsoft Programmen geöffnet und auch nicht in andere Formate umgewandelt werden dürfen. Ein unglaubliches Monopol wäre die Folge und es wäre kein Austausch der Texte verschiedener AutorInnen mehr möglich. Obwohl die damit produzierten Inhalte Eigentum der AutorInnen sind, wäre die Verbreitung entscheidend verhindert. Jede Word- oder Exceldatei wäre für immer in das propritäre Datenformat von Microsoftwelt eingeschlossen – eine unvorstellbare und unhaltbare Position.

Genau das aber verlangt Thomson Reuters! Zitierstile, die von uns WissenschaftlerInnen mit dem Programm Endnote entwickelt wurden, dürfen nicht in andere Formate umgewandelt, nicht von anderen Programmen geöffnet werden.


PS.: Ich selbst habe noch nicht auf Zotero 1.5 Sync Preview umgestellt, weil mir diese Betaversion noch zu unsicher ist.

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