Namaste! LMS in WordPress

Verwaltung von Lektionen (Backend)

Verwaltung von Lektionen (aus der Lehrenden-Sicht)

Schon seit über einem Jahr interessiere ich mich dafür, ob ich direkt von meiner WordPress-Seite einen Online-Kurs interaktiv gestalten und durchführen kann. Mit dem Open Source Plugin Namaste! LMS bin ich nun endlich fündig geworden.

Voriges Jahr war die Situation noch ganz anders: Da hatte ich im Sommer 2014 während meines Kroatien-Urlaubs eine erste intensive Recherche unternommen. Ich bin dabei auf einige WordPress-Erweiterungen gestossen, die ich mir näher angeschaut habe. Obwohl mir schon damals, Namaste! LMS aus den vielen unterschiedlichen Plugins für Lernmanagement-Systeme (LMS) positiv aufgefallen ist, war es für den praktischen Einsatz (noch) nicht brauchbar. Doch in der Zwischenzeit haben die Entwickler fleißig weitergearbeitet und das Produkt kann sich jetzt wirklich sehen lassen.

Namaste! LMS Integration in WordPress

Namaste! LMS ist voll in WordPress integriert. Es verwendet das Design der entsprechenden Installation und erscheint auch sonst von der Oberfläche her gesehen, wie eine normale WordPress-Seite. Die Seiten für Kurse und Lektionen sind  – oberflächlich betrachtet – ganz normale Textseiten, haben jedoch eine Reihe von besonderer Eigenschaften. (= „Content Type“ in WordPress-Jargon). Eine nahtlose Integration mit WordPress ist damit sicher gestellt. Kursautor/innen können ohne zusätzlichen Lernaufwand ihre Inhalte erstellen, ordnen und veröffentlichen.

Namaste-Einstellungen-Lektion

Namaste! LMS: Textfeld mit Shortcodes  und Einstellungen für eine Lektion aus der Lehrenden-Sicht

Tatsächlich sind die „Content Typen“ Kurs und Lektion keine normale Seiten, sondern steuern den Kursablauf, die Bedingungen und Reihenfolge der einzelnen Lektionen. So kann einer Kursseite gesagt werden, welche Lektionen zu ihre gehören. In den einzelnen Lektionen wiederum kann festgehalten werden, welche Voraussetzungen (= andere Lektionen) absolviert werden müssen, damit diese betreffende Seite sichtbar und zugänglich wird. Damit wird eine Reihenfolge festgelegt, unter der die Lektionen durch zu arbeiten sind. Es ist bloß ein linearer Ablauf vorgesehen, bedingte Verzweigungen sind nicht möglich.

Die dynamische Steuerung erfolgt durch sog. Shortcodes. Das sind in eckige Klammer eingefügte Programmbefehle, die WordPress ausführt und deren Ergebnisse für die Besucher/innen der Webseite (= die Lernenden) sichtbar sind. Ebenfalls ein ganz normaler Vorgang für WordPress-Nutzer/innen, der bei vielen Erweiterungen (z.B. wenn ein Video eingebunden werden soll) verwendet wird. So bedeutet z.B. [namaste-next-lesson], dass ein Link zur nächsten Lektion angezeigt wird. Das Programm errechnet dann zur Laufzeit dynamisch, um welche Lektion es sich dabei im konkreten Fall handelt.

Wann gilt eine Lektion als erfolgreich abgeschlossen?

Trotz der Restriktion einer linearen Ablaufplanung (sequencing) lassen sich in Namaste! LMS didaktisch hochwertige Kurse gestalten. Der Grund dafür liegt in der hohen Variationsmöglichkeit beim Setzen von Bedingungen, wann eine Lektion als erfolgreich abgeschlossen zu gelten hat. Es lassen sich drei Grundtypen von Abschlussbedingungen unterscheiden:

  1. Lernende bestimmen: Die einfachste Variante ist, dass Lernende selbst bestimmen, wann eine Lektion abgeschlossen ist. Sie klicken dazu eine dafür vorgesehene Schaltfläche an und dürfen dann die nächste Lektion (in der vorgegebenen Reihenfolge) besuchen. – Ich bin sehr glücklich über diese Variante, weil damit selbstbestimmtes Lernen gewürdigt wird.
    Wenn es gewünscht wird, lässt sich mit einem Trick auch die vorgegebene Reihenfolge umgehen: Lernende können in einem ersten Schritt alle Lektionen „öffnen“, um sie dann entsprechend der vor ihnen gewünschten Reihenfolge durch zuarbeiten. Denn gilt eine Lektion einmal als erfolgreich „abgeschlossen“, kann sie immer wieder besucht werden.
  2. Lehrende bestimmen: Das andere Extrem ist, dass Lehrende selbst die nächste Lektion freischalten. Ohne dazwischen geschaltete Leistungsbeurteilung ist das aber eine unsinnige Variante. Warum soll denn die nächste Lektion überhaupt gesperrt werden, wenn es für das „Öffnen“ keine Bedingung zu erfüllen gibt?
  3. Es müssen Bedingungen erfüllt werden: Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten in Namaste. Das kann die Einsendung einer Hausausgabe (Typ Essay) sein, ein beliebig umfangreicher und komplexer Test bzw. Quiz oder aber die Überweisung eines bestimmten Geldbetrages (Motto: „earning with learning“ 😈 ). Erst wenn die entsprechende – von der Kursleitung aufgestellte – Bedingung erfüllt ist,  wird der Zugang zum nächsten Inhalt (= „Lektion“) geöffnet.

Option 2 und 3 können auch miteinander kombiniert werden. Der Quiz selbst ist nicht Bestandteil von Namaste, sondern ein weiterer Plugin. Watu bzw. WatuPRO, wird ebenfalls von der bulgarischen Firma Kiboko Labs entwickelt und fügt sich daher nahtlos in Namaste ein.

Didaktische Interaktionen und Bewertung

Mit meinem Fokus auf didaktische Interaktionen gehe ich auf die Bezahl-Bedingung in der weiteren Betrachtung nicht mehr ein. Ich konzentriere mich hier auf Essay und Quiz:

Aufgaben und Hausübung (Essay)

Namaste! LMS: Eine Aufgabe wird bearbeitet (Sicht der Lernenden)

Namaste! LMS: Eine Aufgabe wird bearbeitet (Lernenden-Sicht)

Es können an eine Lektion beliebig viele Aufgaben und Übungen „angebunden“ werden. Standardmäßig ist es in Namaste vorgesehen, dass pro Aufgabe die Inhalte in ein Textfeld direkt im Browser eingegeben werden, oder aber  eine Datei für die Lehrperson hoch geladen wird. Lehrende können die gesendete Aufgabe („Lösung“) annehmen oder ablehnen, mit Kommentaren und Bewertungen versehen und dementsprechend dann die nächste Lektion freischalten.

Es kann aber auch eingestellt werden, dass die bloße Abgabe der Arbeit genügt und ohne inhaltliche Prüfung ein automatischen Öffnen der nächsten Lektion erfolgt. Das ist z.B. dann sinnvoll, wenn es sich um eine bloße Übung handelt oder wenn die Aufgabe zwar einen Einfluss auf die Gesamtnote hat, aber ihr positiver Abschluss nicht unbedingte Voraussetzung für die Fortsetzung des Kurses ist.

Quiz mit der WordPress-Erweiterung Watu

Die eigentliche Kraft zieht Namaste! LMS jedoch aus einem weiteren Zusatz derselben Firma. Der in der Basis-Version ebenfalls kostenlose Quiz-Plugin Watu ist auch ohne Namaste als eigenständiges (stand-alone) Programm in WordPress verwendbar. Er bietet eine extrem große Vielfalt an Möglichkeiten, die das Funktionsspektrum von Namaste enorm erweitern.

Ich werde über Watu noch gesondert berichten. Einige kurze Bemerkungen sind jedoch auch hier schon angebracht:

  • Fragetypen: Kurze Antwort, die mit Vergleichstexten automatisch geprüft wird (Short Answer), Einfach-Auswahl (Single Choice), Mehrfach-Antwort (Multiple Choice), Lücken füllen (Fill The Gaps), Reihung (Sorting), Zuordnung (Matching) und Schieberegler/Einstufung (slider/rating). Es gibt keine  Begrenzung für die Menge an Fragen und für die Länge des – in Abhängigkeit der Antwort – erscheinenden Feedbacks.
  • „Life“ und Praxismodus: Im „Life“-modus (PRO Version) wird Zeit gestoppt und der Test darf nur einmal absolviert werden. Im Praxismodus, können die Fragen beliebig oft durchgemacht werden.
  • Selektives Feedback: Jede vorgesehene Antwortmöglichkeit kann mit einem ganz genau passenden Feedback versehen werden. Also nicht nur – wie häufig üblich bloß ein Feedback für die richtige(n) und eines für die falsche(n) Antwort(en).
  • Viele weitere Optionen: Der Quiz kann als Umfrage oder als Fragebogen mit Likertskala verwendet werden. Fragebatterien können importiert und exportiert werden. Unmittelbares, verzögertes oder gar kein Feedback kann eingestellt werden. Eine beliebige Anzahl von Tipps und Hilfestellungen pro Frage oder pro Quiz kann vorgesehen werden. Die Punktebewertung für jede Antwort ist selektiv einstellbar, kann auch (bei einer sehr schlechten Antwortauswahl) negativ sein. Usw. Usf.

Leistungsbeurteilung und Wertschätzung

Mit Namaste kann sowohl mit einem Beurteilungssystem als auch über Punkte bewertet werden. Die beiden Systeme können auch zusammen verwendet werden. So kann beispielsweise von den Lehrenden ein Notenschlüssel mit einer Punktezahl verbunden werden. Vom System wird dann – entsprechend der tatsächlich erreichten Punktezahl – die entsprechende Note zugewiesen.

Es kann aber ein Kurs auch ganz ohne Beurteilung zusammengestellt werden. Oder aber es werden als spielerische Motivation (Gamification) nur Punkte vergeben, die individuell oder in vergleichenden Ranglisten dargestellt werden. Namaste ist hier extrem flexibel.

Entsprechend dem Kursfortschritt können Zertifikate und Badges ausgestellt und vom System automatisiert zugewiesen werden. Ich habe schon erwähnt, dass Inhalte bzw. Kurse auch verkauft werden können. Eine entsprechend gesetzte Zahlungsbedingung wird mittels eines kleinen integrierten Abrechnungssystem verwaltet und überprüft.

Modularer Aufbau und Geschäftsmodell von Namaste! LMS

Namaste! LMS: Kursgliederung und Fortschritt (Lernenden-Sicht)

Namaste! LMS: Kursgliederung und Fortschritt (Lernenden-Sicht)

Während Namaste Basic kostenfrei ist, muss für die Permium-Version $ 47,- Dollar pro Jahr bezahlt werden.  Das schließt jedoch eine unbeschränkte Anzahl von Installationen von eigenen Webseiten ein, und inkludiert Hotline und Updates für ein Jahr. Wird dann nicht mehr gezahlt, kann die Erweiterung  weiter verwendet werden; einzig Beratung und Softwareupdates werden eingestellt.

Für fortgeschrittene Einsatzszenarien mit vielen Kursen und Studierenden gibt es dann noch weitere Erleichterungen in der Administration (erweitertes Berichtswesen, und ein E-Mail Benachrichtigungssystem), die allerdings beide ebenfalls auf einer Jahresbasis lizenziert werden müssen. Insgesamt kommt dadurch ein – wie ich meine – moderater „Bundle“-Prei für Namaste von $ 87 zustande. Ich halte das für ein gutes Geschäftsmodell. Insbesondere auch deswegen, weil die Basis-Version keine Crippleware ist, sondern durchaus bereits voll funktionsfähig und brauchbar ist. Außerdem kann sich so jeder selbst nach eigenen Bedürfnissen sein LMS zusammen setzen.

Fortgeschrittene Funktionen in den kostenpflichtigen Versionen

Namaste PRO ($47):

  • Zeitlich verzögerter Kursbeginn
  • Einteilung in Klassen/Gruppen
  • Management von Badges
  • Datei-Services
  • Tutoring durch mehrere/andere Personen

Namaste! Connect ($ 27):

Damit können für sehr viele spezifische Kursereignisse  (z.B. wenn ein Quiz erfolgreich bestanden, eine Lektion abgeschlossen wurde, eine bestimmte Punktezahl erreicht wurde etc.) automatisch generierte Mails an die Studierenden verschickt werden.

Namaste! Report ($27):

Die kostenlose Namaste Basis-Version hat bereits selbst eine Berichtsfunktion, die sich allerdings auf einen einzelnen Kurs und den dazugehörigen Lektionen beschränkt. Mit dem Zusatzmodul können nun auch quer über alle Kurse, Studierenden und Aufgaben hinweg grafisch aufbereitete Vergleiche produziert werden.

Alle drei Erweiterungen zusammen gibt es dann im „Bundle“-Preis um $ 87 (statt $ 101).

Namaste! LMS: Kurs vor der Einschreibung (Lernenden-Sicht)

Namaste! LMS: Kurs vor der Einschreibung (Lernenden-Sicht)

Obwohl Watu kein Modul von Namaste! LMS ist, muss es hier für eine vollständige Preiskalkulation erwähnt werden. Erst mit Watu gewinnt Namaste! seine herausragende Funktionalität. Rechnet man Watu PRO ($ 47) – das ebenfalls eine Reihe von Zusatzmodulen hat – dazu, dann kommt der Gesamtpreis dann doch auf nicht unbeträchtliche  $ 224 jährlich. Allerdings erhält man dafür dann ein voll funktions- und leistungsfähiges Learning Management System (LMS).

– Entsprechend den Lizenzbedingungen könnte der Preis radikal auch noch dadurch reduziert werden, dass nicht jedes Jahr Updates und Hotline-Betreuung gekauft werden. Weil die Software ja unbeschränkt weiter verwendet werden darf, könnte zwischenzeitlich auf Hotline und Update verzichtet werden und durch einen Kauf alle 2-3 Jahre der sich durchschnittlich zu zahlende jährliche Preis auf die Hälfte oder ein Drittel reduziert werden. [Update 17.8.2015: Habe gerade auf der Webseite der Entwicklerfirma gelesen, dass nach dem ersten Jahr jede Verlängerung von Update und Hotline bloß 40% kosten. Das ist schön, und weit besser als meine oben erwähnte „schlaue“ Strategie, die dann auch nicht mehr notwendig ist! 🙄 ]

Zusammenfassung und kritische Würdigung

Namaste! LMS ist ein anspruchsvolles und gut durchdachtes Lernmanagement-System das mit einfachsten Bordmittel betrieben werden kann. Es braucht dazu weder einen eigenen Server, noch eine komplizierte Installation. Namaste! LMS ist auf einer ganz normalen WordPress-Seite eines externen Webhosting-Services lauffähig. In Zusammenarbeit mit dem in der Basis Version ebenfalls kostenlosen Quiz-Plugin Watu können sogar in der kostenlose Grundausstattung didaktisch anspruchsvolle Kursprogramme gestaltet, verwaltet,  professionell angeboten und verkauft werden.

Die Kehrseite ist, dass der Umgang mit den vielen Funktionen letztlich doch nicht so einfach ist, wie einfach einen Text zu schreiben und zu posten. Mit Hilfetexten, Manual etc. zu Namaste  sieht es nicht mehr so zappenduster aus, wie voriges Jahr. Die Texte sind allerdings unübersichtlich auf verschiedene Seiten aufgeteilt, eine einfache Starthilfe (z.B. Screencast) fehlt und auch der relativ neue Demo-Site ist nicht wirklich hilfreich, weil er bloß aus einer Aneinanderreihung einzelner Manualseiten besteht, die sequentiell durchgearbeitet werden müssen.

Die deutsche Lokalisierung von Namaste Basic habe ich selbst durchgefuhrt. Die entsprechenden Dateien (.po und .mo) werden demnächst auf meiner Webseite erhältlich sein. So wie die zwei-drei anderen Übersetzungen, die es schon für Namaste! LMS gibt, wird auch die deutsche Fassung nicht mit Namaste ausgeliefert werden. Das bedeutet, dass alle, die sie haben wollen, sie selbst installieren müssen. Ganz besonders steht aber noch eine didaktische Einführung und Nutzungsbeschreibung von Namaste Basic aus – von Watu und den PRO-Versionen ganz zu schweigen. Auch ich habe mich bisher erst in die grundlegenden Eigenschaften von Namaste Basic eingearbeitet.

Trotzdem: Wenn ich denke, wie zu Beginn der LMS-Zeiten (etwa 1996/97) die Dinge kompliziert und teuer waren, dann hat sich schon seither sehr viel getan. Es muss nicht mehr eine (große) Organisation im Hintergrund stehen und es braucht auch keine professionellen IT-Techniker/innen mehr für Wartung und Betrieb. Allerdings sind gute WordPress-Kenntnisse für das Verständnis des gesamten Rechte-Systems und dem Zusammenspiel mit dem lokal verwendeten Design (Thema in WordPress-Sprech) sehr wichtig.

Ich kann mich natürlich irren: Aber wenn die Entwicklungsschritte weiter so gewaltig wie vom 2014 bis zum jetzigen Sommer 2015 ausfallen, dann sage ich Namaste und Watu eine weite Verbreitung voraus.


Nachtrag: Was heißt eigentlich Namaste und Watu?

  • Namaste ist altes Sanskrit und heißt “I bow to you.” (Jogajournal) oder auch „I bow to the God within you“ (Urbandictionary)
  • Watu ist Swahili und bedeutet Volk, Leute (findthedata)

Dann gibt es von derselben Firma noch einen kostenlosen Membership-Plugin Konnichiwa, der eine Mitglieder-Verwaltung darstellt. Ich habe ihn mir selbst noch nicht angesehen, aber er dürfte die Administration der angemeldeten Lernenden (= Mitglieder der Webseite auf der Namaste installiert ist) unterstützen.

  • Konnichiwa ist japanisch und heißt „Guten Tag”. Es ist die Kurzfassung einer früher üblichen längeren Begrüßungszeremonie.

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9 Kommentare zu Namaste! LMS in WordPress

  1. Lieber Peter Baumgartner,
    danke für den tollen Artikel und das Teilen Ihrer Erkenntnisse! 🙂
    An der HWR Berlin haben wir für ein Seminar ebenfalls auf WordPress mit LMS-Plugin gesetzt. Das Ergebnis (inkl. Screencast) können Sie sich hier ansehen: http://blog.hwr-berlin.de/elerner/2015/06/05/mit-flipped-classroom-und-gamification-zu-besseren-noten-und-begeisterten-studenten/
    Was hat Sie dazu bewogen, das Namaste Plugin zu nutzen?
    Danke & viele Grüße
    Björn

    • Peter Baumgartner sagt:

      Lieber Björn Lefers,

      Danke für Ihren Kommentar und den hoch interessanten Link. Ich bin mir nicht sicher, aber verwenden Sie Namaste! LMS oder ein anderes System? Ich konnte dazu keine Information bei Ihnen finden.

      Ihr Video zeigt sehr schön, was mit Gamification selbst mit so einfachen und kostengünstigen Bordmitteln wie WordPress gemacht werden kann. Sehr anschaulich!! Ich habe das selbst noch nicht verwendet und daher dazu auch noch wenig Erfahrung. Ganz besonders gut gefallen hat mir Ihre kritische Anmerkung zu Badges bezüglich intrinsischen vs. extrinsischen Motivation. Da ticken wir ähnlich, meine Überlegungen gehen in die gleiche Richtung. Ein Beispiel, was mich gerade so umtreibt:

      Zum Unterschied von Ihnen geht es mir ja noch gar nicht um eine Einbindung in Lehrveranstaltungen bei uns am Department. (Obwohl das natürlich durchaus ein Gedanke ist, der sich aufdrängt.) Ich möchte einfach für selbstbestimmte Lernende in der Weiterbildung, Lifelong Learning etc. etwas tun. Und da stellt sich natürlich aber gleich die Frage: Warum mit einem LMS die (bisher) offenen und frei zugänglichen WordPress Inhalte sperren bzw. eine Registrierung dafür verlangen? Wo besteht der didaktische Mehrwert, wenn die Leute nun über Namaste sequentiell Lektionen durchlaufen können? Warum nicht ein PDF oder eBook anbieten? (Was ich übrigens als zusätzliches Angebot auf keinen Fall schaden kann!).

      Ich werde versuchen in den nächsten Tagen meine Überlegungen dazu zu formulieren und zu posten. Ich denke da an vielseitige didaktische Interaktionen als inhaltliche interessante Lernerfahrung (intrinsische Motivation – deshalb ist mir auch ein guter Quiz-Plugin sehr wichtig) und die Verknüpfung mit den drei C’s (Communication, Co-operation und Competition). Und deshalb interessiert mich Gamifcation des Lernens, wie Punkte sammeln, Badges, Leaderboards und dergleichen.

      Waurm Namaste? Ich habe mich eigentlich ursprünglich bloß nach einem simplen WordPress-Plugin umgeschaut, der in der Lage ist, inhaltlich zusammengehörige Posting zusammenzufassen. Unglaublich, dass es da nichts Ordentliches gibt, weil alles was da angeboten nicht richtig skaliert und holprig funktioniert ist. Bei dieser (recht langwierigen) Suche bin ich dann auf Namaste gestoßen. War also eher ein Zufall…

      Sorry, die Antwort ist ein bisschen lang geworden, aber Ihr Beitrag hat mich sehr inspiriert und motiviert.

      • Lieber Peter Baumgartner,

        für die Länge Ihres Kommentars ist keine Entschuldigung notwendig – habe ich gerne gelesen! 🙂

        Wir haben dieses LMS-Plugin verwendet: https://flyplugins.com/wp-courseware/

        Bin gespannt auf Ihre Überlegungen zum Thema im nächsten Blog-Artikel. Sagen Sie mir doch bitte kurz Bescheid, wenn es soweit ist: bjoern@lefers.com

        Und sollte ich sonst irgendwann mal irgendwie helfen können dürfen Sie sich auch gerne melden! 😉

        Danke & viele Grüße

        Björn

        • Peter Baumgartner sagt:

          Ja, auf WP-Courseware bin ich auch schon gestoßen. Ich habe mir aber ganz bewusst nur jene WP-LMS-Plugins angeschaut, die eine kostenfreie Version „Light“ haben, weil ich ja ursprünglich nur ganz etwas Einfaches gesucht habe. Aus verschiedenen Hinweisen habe ich jedoch entnommen, dass WP Courseware einen ganz tollen Quiz haben soll. Da hätte mich der Vergleich zu Watu und WatuPRO sehr interessiert, über die ich gerade geschrieben habe. – Aber ich muss mit meiner Zeit haushalten und habe es derzeit nicht auf meiner Agenda, hier mir eine generellen Überblick zu verschaffen. – Vielleicht können wir uns ja mal über unsere Erfahrungen zu den jeweiligen Plugins austauschen?

          Ich melde mich, wenn ich den Ihnen angekündigten Beitrag geschrieben habe. Ich will vorher aber noch einige andere Sachen abschließen.

          LG
          Peter

          • Austausch gerne! 🙂

            Wir haben mit WP Courseware überwiegend Multiple-Choice und Textfeld-Quizzes eingesetzt, letztere jedoch aufgrund des hohen Aufwands die Eingaben der Studierenden nicht manuell bewertet. Peer-Review ist mit WP Courseware nicht möglich. Toll wären mehr Puzzle-ähnliche, Haptik-nahe Apps, bzw. Quizzes, welche den Studierenden. Auch digitale Postits, farbige Unterstreichungen/ Markierungen von Text wären toll – Eselsohren sind schwierig umzusetzen… 😉 Ziel ist es, das analoge Lernerlebnis, welches mehr Sinne anspricht, digital nachzuahmen. Haben Sie diesbzgl. Ideen oder Erfahrungen?
            Danke & viele Grüße
            Björn

          • Peter Baumgartner sagt:

            Da muss ich leider passen: Ich habe keine Erfahrung bezüglich der Umsetzung von analoger Erfahrungen in die digitale Welt. Ich habe mich meistens damit beschäftigt, wie digitalen Lernerfahrungen so gestaltet werden, dass Sie gegenüber „analogen“ Lernerfahrungen einen „didaktischen Mehrwert“ umsetzen, also gerade „mehr“ Möglichkeiten anbieten, als dies in der analogen Welt der Fall ist. Weil ja sonst gleich alles analog gemacht werden könnte (einfacher, weniger störanfällig etc.).

            Ich muss mir mal grundsätzlich noch überlegen, ob dieser Ansatz „analoge Lernergebnisse digital nachzuahmen“ eine sinnvolle Strategie ist. Im Blended Learning Modus, der bei uns an der Donau-Uni vorherrschend ist, haben wir sowieso immer beides. Aber danke: ein interessanter Gedanke, über den es sich sicherlich lohnt unter der Perspektive „didaktischer Mehrwert“ noch mehr nachzudenken.

          • Bei unserem Blended Learning dachte ich zunächst auch, dass digital didaktisch mehr möglich ist als analog, musste dann nach der ausführlichen „mixed method“-Evaluation im Rahmen meiner Abschlussarbeit erkennen, dass analog und digital jeweils eigene Vor- und Nachteile haben und die Frage ist, wie man das am Besten mischt (= engl. „blended“). Z. B. vermissen Studierende bei der Webseite die Übersicht und Haptik, die ein Skript bietet. Umgekehrt kann man digital den Lernfortschritt messen und damit erst wirklich optimieren, was analog nur schwer möglich ist. Die Frage ist jetzt für uns: Wie können digital und analog so miteinander kombiniert werden, dass die Studierenden davon möglichst viel haben? Und wegen der vielen Variablen gibt’s dabei leider keine „One-Size-Fits-All-Solution“, sondern nur einen iterativen „Trial & Error“-Prozess mit der jeweiligen Zielgruppe, bis möglichst wenige was zu mosern und möglichst viele Spaß am Lernen haben! 🙂

  2. Hallo,
    vielen Dank zunächst für Ihre Ausführung und die dt. Übersetzung.
    Ich suche ein LMS-Plugin, das ich in WP auf meinem Blog Rüsterweg einbinden kann. Allerdings will ich dort kostenpflichtige Tutorials einbinden.
    Haben Sie einen Tipp für mich?
    Vielen Dank im Voraus und herzliche Grüße
    Giselle

    • Peter Baumgartner sagt:

      Ich weiß nicht, ob ich Ihre Frage richtige verstanden habe, denn die Antwort steht – soweit ich selbst Erfahrung haben – in obigem Beitrag: Sie können – sowohl mit freien Version des Plugin Namaste, aber auch mit der kostenpflichtigen Premiumvariante (PRO-Version) ihre eigenen – auch kostenpflichtigen – Tutorials erstellen. Damit können Sie sich auch Aufgaben (Essays) einschicken lassen, bewerten und Ihre Rückmeldung geben. Siehe unter https://wordpress.org/plugins/namaste-lms/ und http://namaste-lms.org/.

      Für weitere speziellere Features für professionelle Nutzung gibt es auch noch weitere (kostenpflichtige) Plugin für Berichte (Namaste Reports) und für Kommunikation mit den Studierenden (Namaste Connect)

      Für interaktive Quizzes brauchen Sie den Quiz-Plugin (Watu) bzw. den Premium-Plugin WatuPRO. Siehe dazu genauer meinen Beitrag: WatuPRO: Professionelles Quiz-Plugin für WordPress.

      Es gibt noch weitere LMS-Plugins für WordPress, die ich bei meiner Recherche gefunden habe. Zu denen kann ich jedoch nichts aus eigener Erfahrung sagen (daher auch keine Tipps geben), weil ich diese Plugins nicht selbst installiert und genutzt habe. Ein Leser meines Weblogs (Björn Lefers) hat gute Erfahrungen mit WP-Courseware gemacht (ist ebenfalls ein Kommentar im obigen Beitrag.)


      PS.: Ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass sowohl WautPRO als auch NamastePRO eigene Funktionalitäten dafür haben, dass Sie – wie in einem Webshop – Geld für die Inanspruchnahme bestimmter Leistungen (Kurs, Quiz) verlangen und verwalten können. Es wird PayPal und Stripe verwendet, Sie können aber auch den populären WP eCommerce Plugin WooCommerce einbinden.

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