iTeL-Finanzierungsmodelle

Letzte Woche hat unser Notar die polizeiliche Bestätigung bekommen, dass unser Träger-Verein für das Open Access Journal iTeL (Interdisziplinäre Journal für Technologie und Lernen) ordnungsgemäß gegründet wurde. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir nun ein Konto eröffnen können um damit offiziell unsere „Geschäfte“ zu starten.

In den letzten Tagen hat sich bei unserem in Gründung befindlichen Unternehmen viel getan. Es gibt eine Reihe von Dokumenten, die wir in den nächsten Tagen auf unserer Webseite itel-journal.org veröffentlichen werden:

  • Aufruf (Call for Paper, CfP) für die erste Nummer, die im Spätsommer 2014 erscheinen wird. Die Einreichungsfrist für diese erste Nummer ist der 7. Januar 2014.
  • Richtlinien für ein neues innovatives Verfahren der inhaltlichen Wertschätzung und Begutachtung.
  • Richtlinien für AutorInnen
  • Namen der Gründungsmitglieder und der Redaktionsmitglieder
  • Aufruf zu finanziellen Unterstützung und Darstellung der Leistungspakete für die verschiedenen Gruppen von UnterstützerInnen.

Zum letzten Punkt, den wir nach der Kontoeröffnung nun offensiv angehen können, möchte ich die bisherigen Überlegungen darstellen und die Community bitten uns mit weiteren Ratschlägen und Ideen zu helfen.

Über die Notwendigkeit nachhaltiger Finanzierung

Gabi Reinmann und ich haben bereits darauf hingewiesen, dass Open Access (Freier Zugang) nicht auch frei von Arbeit und damit entstehenden Kosten bedeutet. Es ist sowohl für die Qualität als auch für eine zukünftige nachhaltige Entwicklung des Journals wichtig, dass wir es auf eine gesunde finanzielle Grundlage stellen können. Wir brauchen jemanden für die laufende Administration, Korrespondenz mit AutorInnen und GutachterInnen, Lektorat, Layout, Adaption und Wartung der technischen Plattform Open Journal Systems (OJS), die wir derzeit für unsere speziellen Anforderungen vorbereiten. Wir gehen von einem Mindestbedarf von 30.000 EUR aus, die wir jährlich für einen gehalts- und qualitätsvollen Betrieb benötigen.

Wir haben uns dabei bewusst gegen Finanzierungsmodelle entschieden, die verpflichtend eine Bezahlung von AutorInnen setzen, Nach unserer Meinung ist die besonders für  NachwuchswissenschaftlerInnen nachteilig, die noch keine größere Institution oder gut ausgestattetes Forschungsprojekt in der Hinterhand haben. Wir setzen daher auf freiwillige Unterstützungen, was natürlich Überweisungen bei angenommen Artikel nicht ausschließt.

Diskutierte iTeL-Finanzierungsmodelle

iTeL-Finanzierungsmodelle: Finanzierungs- und Kommunikationsstrategien für das Open Access Journal iTeL

iTeL-Finanzierungsmodelle: Finanzierungs- und Kommunikationsstrategien für das Open Access Journal iTeL (Grafik: Wolfgang Rauter)

Es ist ein umfangreiches Rahmenpaket, das wir im Blick haben und durch die Grafik in diesem Artikel schematisch dargestellt wird. Nachfolgend möchte ich die wesentlichen Gedanken dazu erläutern:

Der Kern  unserer Finanzierungsstrategie besteht in drei unterschiedlichen Unterstützungspaketen, die seitens iTeL mit einer Werbeleistung für genau ein Jahr (gerechnet vom Zeitpunkt des Leistungsstarts) vergolten wird.

  1. Förderung: Bei einem Betrag ab 200 EUR werden die Personen/Organisationen auf einer eigenen Unterstützungsseite namentlich und mit dem gespendeten Betrag genannt, sowie über den iTeL-Twitteraccount kommuniziert.
  2. Partnerschaft: Bei einem Betrag ab 2.000 EUR gelten alle Leistungen des Förderpaketes. Zusätzlich jedoch werden die Personen/Organisationen mit einem Logo auf der Startseite verlinkt, können 4x/Jahr einen aktuellen Termin auf unsere Webseite posten und sich auf einer Drittel-Seite im 4x jährlich erscheinenden Newsletter (mit eigenen Texten/Bildern) präsentieren.
  3. Sponsoring: Die Leistungen werden ab einem Betrag von 5.000 EUR aktuell und umfassen alle Leistungen der Partnerschaft, nur dass eine ganze Seite im Newsletter zur Verfügung gestellt wird und außerdem auch noch Werbebanner bei den Artikel eingeblendet werden. Die Werbebanner werden im Zufalls- und Rotationsprinzip mit anderen Sponsoren aus- und eingeblendet bzw. bei den PDF/Print-Produktionen ausgedruckt.

Darüber hinaus wollen wir mit

  • artikelabhängiger Einzelförderung pber paypal/flattr-Schaltfläche („Dieser Artikel ist mir xx EUR wert“) und
  • Crowdfunding

experimentieren.

Von einer Finanzierung über den Verein hingegen wollen wir absehen. Natürlich wird es Mitgliedsbeiträge geben (es wurden bei der Gründung 20 EUR/jährlich beschlossen), aber das soll nicht als Finanzierungsquelle – z.B. durch Werbung möglichst vieler neuer Mitglieder oder gar durch die Einrichtung einer Fördermitgliedschaft – ausgebaut werden. Der Grund liegt darin, dass über den Verein die Richtlinien und Mitglieder der Redaktion beschlossen werden, und dies nicht über finanzielle Beiträge, sondern einzig und allein über inhaltliche  Argumente gesteuert werden soll.

Kommunikationsstrategien

Die obigen Finanzierungsmodelle müssen mit entsprechenden Kommunikationsstrategien bekannt gemacht bzw. unterlegt werden. Dazu soll es folgende Aktivitäten geben:

  • Video und Prezipräsentation: Was ist Open Access und warum ist es wichtig. Wozu brauchen wir Geld?
  • Gedruckte Factsheets, die mit persönlich adressierten Briefen verschickt oder bei persönlichen Gesprächen persönlich übergeben werden.
  • PDF-Version des Journals, die einmal jährlich mit Werbemöglichkeit (etwa für Kongresse) erstellt und zum Download angeboten.
  • HTML-Newsletter, der 4x jährlich erscheint
  • Präsentationen auf Veranstaltungen durch die Community: Mitglieder, AutorInnen, UnterstützerInnen
  • Nutzung von Web 2.0 durch unsere Community (Tweets, Blogs und andere soziale Medien)
  • Presseaussendungen durch Partner und Sponsoren

Fazit: Es gibt (noch) viel zu tun. Wir brauchen Ihre/Deine Unterstützung!

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2 Kommentare zu iTeL-Finanzierungsmodelle

  1. B. Lehman sagt:

    Lieber Peter,
    ein kleines interkulturelles Missverständnis. Die Polizei hat mit Vereinen nix am Hut. Die Polizei ist im Land der Teutonen Bestandteil der Exekutiven, fängt Langfinder und Verkehrssünder. Die Gerichtsbarkeit ist Bestandteil der Legislativen und auch zuständig für die Errichtung einer eigene Rechtskörperschaft wie einen Verein. Macht nichts. Hauptsache es geht weiter!
    Grüße
    B.

    • Peter Baumgartner sagt:

      Danke für die Richtigstellung. Bei uns in Österreich ist es – glaube ich – die Vereinspolizei, die das regelt.

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