Ableism

Ableismus (ausgesprochen Äi-be-lis-mus) ist eine Form der Diskriminierung und systemischen Abwertung von Menschen mit physischen, psychischen oder Lernbehinderungen. Abgeleitet vom englischen Wort ableism (eine Kombination aus „to be able“ und „-ism“) beschreibt es einen gesellschaftlichen Rahmen, der einen normativen Standard für Fähigkeiten konstruiert und diejenigen, die davon abweichen, als minderwertig oder weniger wertvoll ansieht.

Zu den wichtigsten Aspekten gehören:

  • Reduktion und Stereotypisierung: Einzelpersonen werden oft auf ihre Beeinträchtigungen reduziert, wobei Annahmen über ihre Fähigkeiten oder Gefühle getroffen werden, ohne dass eine direkte Interaktion oder Kenntnis der Person erfolgt.
  • Systemischer Charakter: Es geht über individuelle Vorurteile hinaus und umfasst institutionelle Barrieren, ausschließende Strukturen in Bildung und Arbeit sowie kulturelle Stereotypen, die Menschen mit Behinderungen marginalisieren.
  • Abgrenzung zur Behindertenfeindlichkeit: Behindertenfeindlichkeit bezieht sich zwar auf die Abneigung gegenüber Behinderungen, bezieht sich aber insbesondere auf das zugrunde liegende Wertesystem, das bestimmte Fähigkeiten priorisiert und eine Hierarchie des menschlichen Wertes schafft.
  • Manifestationen: Es zeigt sich in alltäglichen Interaktionen (z. B. „Anderssein“ oder wohlwollende Herablassung), im Sprachgebrauch und in struktureller mangelnder Zugänglichkeit und bestärkt die Vorstellung, dass behinderte Menschen eher Ausnahmen als gleichberechtigte Teilnehmer der Gesellschaft sind.
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Von Peter Baumgartner

Seit mehr als 30 Jahren treiben mich die Themen eLearning/Blended Learning und (Hochschul)-Didaktik um. Als Universitätsprofessor hat sich dieses Interesse in 13 Bücher, knapp über 200 Artikel und 20 betreuten Dissertationen niedergeschlagen. Jetzt in der Pension beschäftige ich mich zunehmend auch mit Open Science und Data Science Education.