Klassismus ist eine Form der Diskriminierung und Abwertung von Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft, ihres ökonomischen Status oder ihrer sozialen Position. Er wirkt als gesellschaftshierarchisierender Mechanismus, der Menschen, die einer als „niedriger“ eingestuften sozialen Klasse zugeordnet werden, systematisch benachteiligt, während privilegierte Klassen ihre Vorteile absichern.
Die Diskriminierung manifestiert sich auf mehreren Ebenen:
- Individuell: Durch Vorurteile, stereotype Zuschreibungen (z. B. „faul“ oder „ungebildet“) und abwertende Haltungen im Alltag.
- Strukturell/Institutionell: Durch Ungleichheiten im Zugang zu Wohnraum, Bildung, Gesundheitsversorgung und politischer Teilhabe.
- Kulturell: Durch die Abwertung bestimmter Lebensweisen, Sprachmuster, Kleidungsstile oder Freizeitgewohnheiten (oft im Zusammenhang mit dem Begriff des Habitus).
Klassismus überschneidet sich häufig mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus oder Sexismus und wirkt oft unsichtbar, da er in gesellschaftlichen Strukturen und Denkweisen verankert ist. Betroffen sind insbesondere einkommensarme, erwerbs- oder wohnungslose Menschen sowie Arbeiter*innen, wobei die soziale Herkunft in den meisten Ländern stark darüber entscheidet, welche Chancen und Ressourcen einem Menschen im Leben zur Verfügung stehen.
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