LaTeX am Mac

Mit einem halben Jahr Verspätung habe ich nun jetzt endlich wieder die Arbeiten am Wissenschaftlich.Arbeiten.Buch aufgenommen (siehe dazu auch meinem Beitrag vom April 2007). Ich habe mir die Zeit um die Weihnachtsfeiertage so gelegt, dass ich zumindest 10 Tage komplett frei für die Arbeiten daran habe. (Wie meistens wenn ich mich auf inhaltliche Arbeiten konzentriere, habe ich das regelmäßige Bearbeiten meiner Mails mal für einige Tage suspendiert. Über 200 Mails warten –  und müssen es auch weiterhin tun …) auf ihre Bearbeitung. Das Bearbeiten von Mails holt mich immer auf die aktuelle Tagesaktivität „herunter“ und verhindert sowohl durch den hohen Zeitverlust – aber auch durch die gedanklichen „Verwicklungen“ – die Konzentration auf großräumige wie auch spezialisierte Gedankengänge.)

Beim Zusammenstellen der Vorarbeiten und beim Hineinarbeiten – um wieder auf dem letzten inhaltlichen Stand zu kommen – ist gleich zu Beginn ein technisches Problem entstanden: Meine bisherige Version von FrameMaker (Version 7) verlangt Mac OS 9, das aber unter meinem neuen Intel-Rechner nicht mehr lauffähig ist. Die neuere Version 8 hingegen ist auf Mac OS X nicht lauffähig. Zwar könnte ich irgendwie ein Arbeiten mit FrameMaker organisieren (z.B. alten Rechner, auf dem OS 9 noch läuft oder aber Nutzung der Windowsversion unter Parallel Desktop, das ich bereits installiert habe und für „Notfälle“ verwende), aber so richtig Freude kommt da irgendwie nicht auf. Das scheint mir alles keine zukunftsträchtige, dem Mac entsprechende, Lösung zu sein. Ich muss mich also nach neuen bzw. anderen Möglichkeiten umschauen. Und in diesem Zusammenhang bin ich  (wieder einmal) auf LaTeX gestossen.

Früher habe ich davon – wegen der anscheinend großen Komplexität dieser Software – Abstand genommen. Aber in meiner aktuellen Not schien mir ein (neuerlicher) Versuch die Zeit wert. Noch habe ich kein abschließendes Urteil, weil mir die praktische und vor allem „reale“ Erfahrung der Fertigstellung eines umfangreichen und vom Format her komplexen Buches samt Index, Sach- und Stichwortverzeichnisses noch fehlt. Was ich aber schon jetzt sagen kann: Die Installation und der (Lern-)Beginn gestalten sich (bisher) überaus einfach und sehr komfortabel:

Installation und erste Schritte mit TeXShop:

  1. Gehe zur offiziellen LaTeX-Website.
  2. Verzweige von dort auf die MacTex-Distribution, die Website zum Download für die Mac-Version.
  3. Lade Dir das MacTex-2007 Package herunter. Es ist komplett und inklusiert daher alle notwendigen Komponenten (inkl. Mac-Installer Software). Es ist ein großer Download von über 800 MB, der natürlich etwas Zeit beansprucht.
  4. Lies Dir in der Zwischenzeit den WelcomeToTeX Foliensatz durch.
  5. Entpacke das Image und installiere die Software auf Deinem Rechner. Die einfache (komplette) Installation erfordert 1,6 GB Platz auf der Festplatte. Du kannst das mit installierte Read-Me File überspringen: Alle notwendigen Pfade sind bereits vor installiert.
  6. Starte TeXShop, den Editor für Mac.
    1. Hole Dir unter der Hilfe den Einführungstext „First Steps with TeXShop“ von Richard Koch und lies Dir die ersten beiden Seiten durch – d.h. bis inkl. Kapitel 6.
    2. Sieh Dir unbedingt die beiden TeXShop-Demos (Video-Tutorials, die sich ebenfalls unter der Hilfe befinden) an und experimentiere parallel gleich mit Deiner Installation auf Deinem Rechner.

Viola! Das war es von der Bedienung des Editors her. Das Ganze hat kaum mehr als eine Stunde gedauert. Fortgeschrittene Eigenschaften des Editors hebe Dir für später auf.  Nun geht es um das – viel härtere und weit Zeit aufwändigere Lernen von LaTeX selbst!

Erste Schritte mit LaTeX selbst

  1. Hol Dir – noch immer unter dem Menüpunkt „Hilfe“ im Programm TeXShop – die Datei „First Steps with General Typesetting“ ebefalls von Richard Koch.
  2. Dort findet sich der wichtige Hinweis zu weiteren LaTeX Dokumentationen.
  3. Besonders wichtig ist der Einführungstext „The Not So Short Introduction To LaTeX 2€ or LaTeX in 138 minutes“ (pdf, 2.2 MB) von Tobias Oetiker. Mit den 138 Minuten sind 138 reine Textseiten gemeint (= inkl. Index, Inhaltsverzeichnis insgesamt 152 Seiten) Interessanterweise wurde der Text auf Grund einer deutschsprachigen Kurzfassung (pdf, 372 kB) von österreichischen AutorInnen aktualisiert, wovon ich einen davon – nämlich Irene Hyna – persönlich kenne!

Nach etwa 8 Stunden war ich in der Lage recht komplexe Texte zu schreiben, d.h. Texte mit einem Inhaltsverzeichnis, Einfügen von Grafiken und Dateien. Dabei war es notwendig immer wieder zwischen den Möglichkeiten die TexShop bietet (= das Nutzen gewisser Trricks beim Editieren bei längeren z.T. fehlerhaften Texten) und dem Manual „The Not So Short Introduction“ hin und her zu springen. Eine besondere Schwierigkeit, die es zu überwinden gab, war das Wechseln der Fonts und die Verwendung von Unicode, damit ich die deutschen Umlaute ganz normal von der Tastatur eingeben konnte. Die Schwierigkeiten entstanden vor allem dadurch, dass es für die neueren (einfacheren) Möglichkeiten, noch keine geeigneten Tutorials gibt. Vieles was früher als problematisch und kompliziert galt,  war nämlich bereits als fertiges Pakete installiert. (z.B. eben auch die letztlich recht einfache Verwendung der Apple Fonts und des Unicodes durch XeLatex. )

Das Programmpaket ist letztlich natürlich sehr komplex, kann aber typographisch alles, was das Herz begehrt. Der scheinbare Nachteil, dass LaTeX kein WYSIWYG-Editor ist (What You See Is What You Get), ist nicht wirklich ein Problem: Es lässt sich nämlich recht schnell das entsprechende PDF kompilieren, so dass man immer gleich eine Vorstellung bzw. Kontrolle hat, wie das Endprodukt aussieht.

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